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Menorah · 1925-05-01 · Heft 5 (Mai 1925) · p. Seite 98

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 5 (Mai 1925)
Article
Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem, 1. April [1925] [Illustration]
Date
1925-05-01
Page
Seite 98 (sequence 1)
Language
German
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98 MENORAH ERÖFFNUNG DER HEBRÄISCHEN UNIVERSITÄT IN JERUSALEM 1. APRIL Die Festgäste im Amphitheater — Herbert Samuel spricht EREZ JISRAEL Das mikrobiologische und chemische Institut der hebräischen Universität Jerusalem wurde in Anwesenheit Lord Balfours eröffnet. Sämtliche bedeutenderen Universitäten Europas und Amerikas hatten Abgesandte und Begrüßungsschreiben nach Jerusalem entsendet. — Im Verlaufe des Monates März sind 3300 Einwanderer in Palästina eingetroffen. Gegenüber den 1919 Immigranten des Monates Februar bedeutet dies fast eine Verdoppelung der monatlichen Einwanderungsziffer. —Die palästinensische Regierung hat für Einwanderer aus Polen 8000 Zertifikate freigegeben. — Die Malaria-Kommission des Völkerbundes hat eingehende Untersuchungen über die Verbreitung und Bekämpfung der Malaria in Ägypten, Palästina und Syrien begonnen. — Der polnische Misrachi hat in En Charod (im Emek Isreel) 17.000 Dunam Boden erworben. — Eine Delegation Czenstochauer Agudisten hat für Familienkolonisation 8.000 Dunam Boden gleichfalls im Emek Isreel angekauft. — Nach einer wochenlangen Trockenheit begann es in Palästina anfangs April zu regnen. — Der Grieche Mavromatis, dem der Haager internationale Gerichtshof eine alte türkische Elektrizitätskonzession bestätigt hat, beabsichtigt Licht- und Straßenbahnanlagen in Jerusalem zu bauen. — An neuen industriellen Unternehmungen wurde in Palästina gegründet: eine Mühle, eine Schriftgießerei, eine Strumpfwirkerei, eine Zigarettenfabrik, eine Spiegelfabrik, eine chemische Wäscherei und Färberei. — In Tel Aviv sind derzeit 1500 Geschäftsunternehmungen im Betrieb. — Im Laufe des Dezembers legten in Jaffa zirka 63 Schiffe mit 107.009 Tons und in Haifa 50 Schiffe mit 74.786 Tons Waren an. — 14.356 jüdische Arbeiter sind in der Zentralgewerkschaft Palästinas organisiert. — Der Misrachi hat in seiner Jerusalemer Tachkemonischule, die 1000 Zöglinge aufweist, eine Abteilung eröffnet, deren Bildungsgang die Kenntnisse einer Realschule vermitteln soll. GALUTH Im Staate New York leben 4.000 jüdische Farmer. Seit 1908 haben 15.000 jüdische Landarbeiteir durch die amerikanisch-jüdische Ackerbaugesellschaft Arbeit erhalten. — Der zentrale Arbeits- und Verteidigungsrat der Sowjetregierung soll in den ersten drei Monaten dieses Jahres der Gesellschaft für jüdische Landansiedlung 400.000 Rubel für die jüdische Binnenkolonisation in Rußland überwiesen haben. — Das Berliner Gewerbegericht entschied, daß jüdische Arbeitgeber, die ihren Betrieb an einem jüdischen Feiertag geschlossen halten, ihren Arbeitern den vollen Tageslohn ersetzen müssen. — Der Verband der jüdischen Spar- und Darlehenskassen in Bessarabien verfügt über ein Kapital von 73,500.000 Lei. Er besitzt 33 Filialen. — Das Hauptbüro des jüdischen Nationalfonds (Keren Kajemeth Lejisrael) verzeichnete im Monat März einen Eingang von 21.708 Pfund. — Der deutsche Misrachi hat in Eishof bei Rathenov eine Lehrfarm geschaffen, in der gesetzestreue Juden für die landwirtschaftliche Arbeit in Palästina ausgebildet werden. Ende April begann in Paris die Konferenz der „Zionisten-Revisionisten". Vlad. Jabotinsky fordert als eine der ersten politischen Aufgaben der Konferenz, die Wiederherstellung des Judenstaates in Erez Jisrael als Ziel und Aufgabe des . Zionismus eindeutig zu deklarieren. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Die Regierung von Kanada hat verfügt, daß weitere 1600 Juden in diesem Jahre in Kanada einwandern dürfen. — Die gemischte russischrumänische Grenzkommission hat beschlossen, den in Bessarabien sich aufhaltenden ukrainischen Progromflüchtlingen, die Rückkehr in die Heimat freizugeben. — In der Ukraine ist neuerlich eine große Hungersnot ausgebrochen, besonders in den Distrikten Odessa, Cherson und Nicolajev, in denen der größte Teil der ukrainisch-jüdischen Bevölkerung siedelt. — Die Fels-Stiftung wurde in New York eingetragen. Dem letzten Willen ihres Stifters, Mr. Joseph Fels, entsprechend, soll die Stiftung alle Unternehmungen unterstützen, die geeignet sind, die nichtjüdische Welt über das wahre Wesen des Judentums aufzuklären, insbesondere eine poouläre Geschichte der Juden herausgeben und die jüdische Landansiedlung in Palästina auf unparteiischer Grundlage fördern. — Der U. O. Bnci Brith, Berlin, eröffnete in Lichterfelde ein neues Altersheim. — In Berlin wurde ein hygienisches Wandermuseum errichtet, das von der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose" mit Unterstützung des ..Joint" gegründet worden ist. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER In Anwesenheit von Rabb. M. M. Epstein wurde in Hebron die palästinensische Abteilung der Slobodkaer Jeschiwah eröffnet. An den Feierlichkeiten haben bemerkenswerterweise mehrere arabische Scheichs teilgenommen. — Der Bau der großen Jeschiwah von Lublin steht vor der Vollendung. — Der Oberrabbiner von Rotterdam, Dr. Ritter, erreichte das 70. Lebensjahr. — Der Rabbiner von Bonn, Dr. Emil Cohn, hat eine (Berufung an die Berliner Grunewald-Synagoge angenommen. Rabb. Dr. Cohn ist durch mehrere wissenschaftliche und literarische Arbeiten auch in nichtjüdischen Kreisen bekannt geworden. — Dr. Leo Bardovicz, Rabbiner von Mödling, ist im 70. Lebensjahr gestorben. Er war eine allseits geachtete Persönlichkeit. WISSENSCHAFT UND KUNST In Berlin starb im Alter von 59 Jahren der berühmte jüdische Forscher August von Wassermann. Eine große Anzahl der bedeutendsten medizinischen Entdeckungen ist mit seinem Namen verbunden. — Leon Ascher, Professor für Physiologie an der Universität Bern, feierte seinen 60. Geburtstag. — In Madrid verschied der Arzt und Kulturhistoriker Dr. Philipp Hauser. — Professor Einstein wurde bei seiner amerikanischen Reise zum Ehrenmitgliede der Akademie der exakten Wissenschaften von Buenos Aires ernannt. Prof. Einstein widmete der hebräischen Universität das Manuskript seiner Werke, in denen er die Relativitätstheorie begründet hat. — Im Jänner 1925 zählte die National- und Universitätsbibliothek Jerusalem 85.000 Bände. Die durchschnittliche Zahl der Bibliolheksbesucher beträgt monatlich gegen 2000. Die Leihbibliothek benützen 12.000 Abonnenten. — Oskar Strauß, der frühere amerikanische Staatssekretär und Botschafter, hat seine Bibliothek, die 5000 Werke zählt, der hebräischen Universität in Jerusalem zum Geschenke gemacht. — In der anhaltischen Landesbücherei zu Dessau ist eine Moses Mendelssohn-Ausstellung eröffnet worden. — In New York starb der jiddische Schriftsteller Mordechai Spector. — Das jüdische „Zentraltheater" in Warschau mußte sich auflösen. — In Przemysl tagte eine Konferenz der jüdischen Musik- und Gesangsvereine Klein-Polens. ETABLISSEMENT EDUARD SACHER WIEN.1.,OPERNRING 11 - RENDEZVOUS DER VORNEHMEN WELT

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