Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 3 (1925)
- Issue
- Heft 4 (April 1925)
- Article
- [Nachricht]
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 1)
- Language
- German
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74 M E N O R A H UMSCHAU EREZ JISRAEL Im Jahre 1924 sind in Palästina 11.851 Juden (4573 Männer, 3836 Frauen, 3442 Kinder) eingewandert. — Im Februar dieses Jahres sind 1919 Einwanderer in Palästina eingetroffen. Im Jänner waren 1840 Einwanderer ins Land gekommen. — Der Oberkommissar von Palastina, Sir Herbert Samuel, ernannte eine Verkehrskommission, der die Vorbereitende Prüfung der Möglichkeiten einer Eisenbahnverbindung zwischen Ludd und Tel-Awiw zugewiesen wurde. — Eine Abordnung der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ist in Jerusalem eingetroffen. Die Abordnung hat das Ziel, Kolonisationsarbeiten auf dem von der Agudah unlängst erworbenen Boden auszuführen. — In der Siedlung Kirjath Anawim werden Versuche unternommen, das Land vermittels Terrassierungen zu bebauen. — Die Bestellungen bei der Ziegelfabrik „Silikat" sind in letzter Zeit so groß, daß die Gesellschaft eine Vergrößerung ihres Unternehmens beschlossen hat. — In Bne-Brak wurde eine Strumpffabrik, sowie eine Maschinentischlerei gegründet. — In Tel-Awiw errichteten Warschauer Tabakfachleute eine Zigarettenfabrik, die täglich über eine Viertelmillion Zigaretten produzieren soll. ■— Eine Anzahl ausländischer Hochschulen haben die Tel Awiwer Handels- Mittelschule verständigt, daß ihre Absolventen ohne weitere Prüfung zu ordentlichen Hochschulstudien zugelassen werden. — Der Chirurg Dr. T. J. Biskind, der seinerzeit als Mitglied der amerikanischen „Hadassah" nach Palästina gekommen war, ist in Jerusalem gestorben. GALLITH In New York ' tagte die Konferenz der „Unparteiischen Palästinafreunde". Sie beschloß, daß Vertreter des nichtzionistischen Teils der amerikanischen Judenheit in die Jewish Agency eintreten sollen. — Die Palestine Investment Corporation, die aus Anlaß der zweiten Unparteiischen Konferenz der amerikanischen Juden ins Leben getreten ist, hat ein Grundkapital von drei Millionen Dollar aufzuweisen. — Gelegentlich der Anwesenheit von Dr. Chaim Weizmann in New York wurden an einem Abend 300.000 Dollar für den Keren hajessod aufgebracht. ■— Beim Jüdischen Nationalfonds sind im Monate Februar etwa 22.000 Pfund als Spenden eingegangen. — Der 14. Zionisten- Kongreß wird Mitte August dieses Jahres in Wien abgehalten werden. — Die erste allpolnische Zionistenkonferenz in Warschau hat eine einheitliche Organisation der Zionisten ganz Polens geschaffen. — In Warschau tagte die vierte Konferenz der Misrachi-Organisation für Polen. — Am 15. Februar beging Ing. Johann Kremenetzky seinen 75. Geburtstag. Er gehört zu jenen fünf Männern, die mit Theodor Herzl den politischen Zionismus begründeten. — Mrs. Florence Prag-Kahn wurde als die Vertretern einer Stadt in Kalifornien in den Kongreß der Vereinigten Staaten gewählt. — Drei jüdische Schächter, die fälschlich beschuldigt werden, ein Mordkomplott gegen den „proletarischen" Schochet Drojkin gestiftet zu haben, sind vom Minsker Sowjetgericht zu mehrjährigem Gefängnis verurteilt worden. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Eine Abordnung der Jüdischen Welthilfskonferenz, bestehend aus den Herren Dr. Leo Motzkin, Oberrabbiner von Leningrad Dr. M. Eisenstadt und dem preußischen Landtagsabgeordnelen Dr. Oskar Cohn, ist in Amerika im Dienste der sozialen Fürsorge tätig. — Der Verband für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose" hat sein Arbeitsprogramm für das Jahr 1925 fertiggestellt. Vorgesehen ist die Installierung einer Reihe neuer Anstalten in der Ukraine, Zentralrußland, Weißrußland, Polen, Litauen, Rumänien und in anderen Ländern. — Das amerikanische Arbeitsdepartement veröffentlicht einen Bericht über die jüdische Einwanderung von Juli bis Dezember 1924. Unter 147.737 Personen, die im letzten PEREZ SMOLENSKIN zu seinem 40 Todestage, 16. Schewat 5685 Schriftsteller Der populärste» hebräisch 1885), war während d( . fei. r Nat r Zeil (1842 bi> einer Tätigkeit Halbjahre eingewandert sind, waren nur 4.975 Juden. — Während der Fremdendebatte im englischen Unterhause wurde auch die Befreiung der in den Fläfen verbliebenen Emigranten beantragt, sowie die Erlaubnis für sie, in England weiterhin Aufenthalt nehmen zu dürfen. Die Mehrheit des Parlamentes entschied im Sinne des Innenminster Joynson Flicks gegen das Verbleiben der Emigranten im Lande. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER In Genf tagte das Sonderkomitee des Völkerbundes zum Studium der Kalenderreform. Es erschien eine Delegation jüdischer Gemeinschaften verschiedener Länder. Die Kommission beschloß, auch fernerhin mit allen religiösen Organisationen einen ständigen Kontakt zu unterhalten. — In Jerusalem starb Rabb. J. J. Diskin, der bekannte Talmudgelehrte und Leiter des Diskin'schen Waisenhauses in Jerusalem. — Das Parlament des Staates Michigan behandelte das Gesetz über die Sonntagsruhe. Es wurde ein Zusatz zum Gesetze angenommen, in dem bestimmt wird, daß jüdische Geschäftsleute, die an den Sabbathtagen ihre Geschäfte geschlossen halten, die Erlaubnis erwirken am Sonntag offen zu halten. — Der Justizminister Bulgariens verfügte, daß an den jüdischen Feiertagen keine Rechtsfälle, in denen Juden als Parteien, Zeugen oder Experten auftreten, zur Verhandlung gelangen sollen. — In Warschau tagte eine Konferenz des Rabbinerverbandes für Polen. Es wurde unter anderen auch die wichtige Frage der Agunolh (Frauen, deren Männer verschollen sind) behandelt. — Während des letzten Jahres sind in Ungarn zahlreiche getaufte Juden wieder zum Judentum zurückgekehrt. — Nach 40jähriger Amtstätigkeit ist der Rabbiner der jüdischen Gemeinde Basel, Dr. A. Cohn, in den Ruhestand getreten. Dr. Cohn war der erste gemeinsame Rabbiner der Gemeinde Basel und hat sich große Verdienste um das jüdische Leben erworben. — Der Oberrabbiner von Florenz Cassuto trat von der Leitung des Rabbinats zurück, um den Posten eines Professors an der Universität zu Florenz zu bekleiden. WISSENSCHAFT UND KUNST Viele jüdische Gelehrte aus der ganzen Welt haben sich zur Eröffnungsfeier der Jerusalemcr hebräischen Universität angemeldet. — Nachdem der Ankauf der Bibliothek des verstorbenen berühmten Philosophen Professor Theodor Gomperz für die Jerusalemcr National-Bibliothek abgeschlossen ist, wurde deren sofortige Überführung nach Jerusalem verfügt. Die Bibliothek umfaßt mehr als 2500 Werke, etwa 3500 Bände. — In Rom hat sich eine Gesellschaft gebildet, die Sammlungen von Büchern für die hebräische Universität in Italien veranstaltet. — Professor Arthur Zacharias Schwarz hat einen Katalog der Wiener hebräischen Kodizes bearbeitet. — Vom politischen Zentralbureau der Sowjetregierung wurde das hebräische Theater in Moskau „Flabimah" aus der Liste der Staatstheater gestrichen. — Die jüdische Gemeinde Saloniki plant den Bau einer großen jüdischen Prachtsynagoge und hat ein Preisausschreiben erlassen, an dem sich Architekten der ganzen Welt beteiligen können. — Seit kurzem lebt in Berlin der jiddische Lyriker David Hofstein. — In Moskau verschied der russische Literarhistoriker Michael Gerschenson. — Dieser Tage starb in New York der jüdische Komponist Henry Russato. — In Wien starb der amerikanisch-jüdische Schriftsteller Jizchak Ewen. — Professor Albert Einstein reiste nach Argentinien, um an der dortigen Staatsuniversität Vorlesungen zu halten. In eigener Sache Die jüdische Monatsschrift „Das Zelt" hat ihr Erscheinen eingestellt. In einer Zuschrift an die Presse schreibt ihr bisheriger Redakteur, Herr Eugen Hoeflich: „Der jüdische Künstler hat wieder kein Forum, von dem er als Jude sprechen kann." So bedauerlich es auch dem Verlage und der Redaktion des „Zelt" sein mag, daß ihre Zeitschrift in der jüdischen Öffentlichkeit nicht den richtigen Widerhall gefunden hat, so ist dies doch kein Anlaß, das Vorhandensein der „M enora h" in einer Zuschrift an die Presse einfach zu ignorieren. Die „Menorah" hat vor dem „Zelt" bereits als Tribüne für den jüdischen Schriftsteller und Künstler gedient und sie wird jetzt, da sie die einzige illustrierte jüdische Monatsschrift in deutscher Sprache wieder geworden ist, mit vergrößertem Bemühen ihrer Aufgabe und ihrem Programme treu bleiben: dem Dienste am Sein und Werden der jüdischen Kultur. HOTEL-RESTAURANT I J. GUTH I WIEN II. HOLLANDSTRASSE Nr. 14 ★ Anerkannt beste Küche!