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Menorah · 1925-01-01 · Heft 3 (März 1925) · p. Seite 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 3 (März 1925)
Article
[Nachricht] / R. Wss.
Date
1925-01-01
Page
Seite 50 (sequence 2)
Language
German
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50 M E N O R A II HAIFA. STADT UND HAFEN VON HAIFA .stark umrahmten Flächen zeigen den jüdischen Bocienbcsit Die seit Jahren andauernde Streitfrage, welche Stadt als Hauptumschlagsplatz des Landes gewählt werden würde, scheint demnach zugunsten derjenigen Stadt entschieden zu sein, die zwar eine bessere Verkehrslage besitzt, aber keinesfalls als ein Zentralpunkt der jüdischen Kolonisation angesehen werden kann. In Tel-Awiw dagegen, der jüdischen Stadt Palästinas (in Jerusalem überwiegt politisch das arabi:che Element» pulsiert dagegen am ungestümsten das Wirtschaftsleben des jüdischen Palästina. Es ist daher sehr begreiflich, wenn Tel-Awiw trotz seiner unverkennbar schlechteren Verkehrslage einen zähen Kampf in der Hafenfrage führt und möglicherweise doch enigstens eine Kompromißlösung erreichen dürfte. R. Wss EREZ JISRAEL Im Monat Jänner sind 1840 Immigranten in Palästina eingewandert. Das Britische Kolonienministerium hat die Beratung des Entwurfes des palästinensischen Bürgerschaftsgesetzes beendet, so daß die Veröffentlichung des Gesetzes demnächst zu erwarten ist. — Am 26. Jänner fand unter dem Vorsitz des Obersekretärs der palästinensischen Regierung, Sir Ronald Storrs, eine gemeinsame Sitzung der von der Regierung ernannten hebräischen und arabischen Währungs-Benennungskommission statt. Es wurde beschlossen, daß die künftige palästinensische Währungseinheit, die einem englischen Pfunde gleich sein soll, „Dinar" heißen wird. — Am 10. Februar trat der internationale Gerichtshof im Haag zusammen, um über den britisch-griechischen Streitfall bezüglich der Elektrizitätskonzession in Palästina zu entscheiden. Das Tribunal stellte fest, daß die Ruthenberg-Konzession rechtskräftig ist, ferner daß die englische Regierung berechtigt war, alle früher erteilten Konzessionen nicht zu berücksichtigen, da es ihie Aufgabe ist, ein jüdisch-nationales Heim in Palästina zu schaffen. — Die Technische Hochschule zu Haifa wurde am 9. Februar durch den Präsidenten des Verwaltungsrates des Technikums, Unterhausmitglied Sir Alfred Mond, eröffnet. - Die seit längerer Zeit sich hinziehenden Verhandlungen zwischen Dr. Ruppin und den Erben des Sursuks von Haifa haben den Ankauf eines großen Bodenareals in der Gegend von Haifa zum Gegenstand gehabt; sie sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Herr Dr. Ruppin hat den Kauf von 80.000 Dunam Boden zwischen Haifa und Akko vollzogen. Der jüdische Bodenbesitz erstreckt sich von 3 km westlich Beth Schaan bis 2 km östlich von Haifa fast ununterbrochen. — Die Palästinazentrale des Agudas-Jisroel hat neuerlich 1 7.000 Dunam Landes erworben. — Die Palestine Oil Industry „Shemen" Ltd. steht derzeit in vollem Betrieb und ist jetzt mit den ersten amerikanischen Verschiffungen beschäftigt. Die vom Baron Edmond de Rothschild begiündete Kolonisationsgesellschaft (Pica) geht nun an die Errichtung einer großen Mazzothfabrik mit modernster Einrichtung heran. — Die Firma J. & T. Salzman hat eine Trockenelement- und Batterielampenfabrik in Haifa gegründet. GALUTH Der Präsident der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann ist am 12. Februar mit dem Dampfer „Olympic" in New York eingetroffen. — Vom 15. bis 16. Februar tagte in Frankfurt a. M. die Erez Jisroel-Konfercnz der Palästinazentrale der Agudas Jisroel. Es waren 40 Delegierte aus verschiedenen europäischen Ländern anwesend. Die Referate behandelten die Vorbereitung und Durchführung der wirtschaftlichen Kolonisation der gesetzestreuen Juden. Die Gründungsvorarbeiten für eine „Allgemeine Kolonisationsgesellschaft für gesetzestreue Juden" stehen unmittelbar vor dem Abschluß. — Der Großpräsident des Unabhängigen Ordens ,,'B'nei B'rith" in Amerika, Mr. Adolph Kraus, beging am 9. Februar die Feier seines 75. Geburtstages. — Der dritte Distrikt der Großloge des Ordens „B'nei B'rith" in Amerika hielt vor kurzem seine zweijährige Zusammenkunft in Atlantic City (New Jersey) ab. Es wurde eine Resolution angenommen, die Bewegung für die Errichtung eines jüdisch-nationalen Heimes in Palästina zu unterstützen, aber den politischzionistischen Plänen weiterhin fern zu stehen. — Die besonders unter dem jüdischen Mittelstande sich bemerkbar machende Wirtschaftskrise in Polen nimmt immer erschreckendere Formen an. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Am 26. Jänner ist in Wien im Alter von 56 Jahren der Präsident der Zentralstelle für jüdische soziale Fürsorge, Isidor Jakob Wachtel, gestorben. — Aus dem Berichte der bessarabischen Abteilung der Gesellschaft für Gesundheitspflege „Ose" geht hervor, daß die Gesellschaft unter den jüdischen Flüchtlingen eine ausgedehnte sanitär-hygienische Tätigkeit entfaltet hat. — Das Allgemeine österreichische Taubstummeninstitut, das von dem Kaufmann Hirsch Kollisch in Nikolsburg gegründet wurde, hat die Feier seines 80jährigen Bestehens begangen. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER In Frankfurt am Main ist der bekannte Posner Dajan Rabbi Jehuda Krause im Alter von 87 Jahren gestorben. — Das amerikanische Oberste Gericht hat dieser Tage eine Entscheidung getroffen, daß die im Staate New York von den jüdischen Gemeinden eingeführte Kaschruth- Ordnung vor den amerikanischen Gerichten als öffentliches Gesetz gilt. — Der Gaon Rebb Isser Salman Melzcr, Rosch Jeschivoh in Sluck ist nach Jerusalem gereist, um seiner Berufung an die Jeschivoh „Ez Chaim" Folge zu leisten. — Der Finanzminister der ägyptischen Regierung, Joseph Cattani Pascha, wurde am 26. Jänner zum Präsidenten der jüdischen Gemeinde Kairos gewählt. Am gleichen Tage wurde der frühere Oberrabbiner der Türkei, Rabbi Chaim Nahum Effendi, zum Oberrabbinat Ägyptens berufen. — WISSENSCHAFT Aus einem Berichte des Direktors des Chicagoer Museums D. Lavis geht hervor, daß die Herren Julius Rosenwald und Marshall Field es übernommen haben, im Jahre 1925 14 wissenschaftliche Expeditionen zu financieren. — An der pädagogischen Fakultät der Moskauer Universität wurde ein Lehrstuhl für jiddische Sprache und Literatur errichtet. — Die Hamburger Universität hat einen besonderen Lektor für „Jiddisch" berufen. — In Paris verstarb Frau Louise Cruppi-Cremieux, die Enkelin des französischen Staatsmannes Isaac Adolphi Cremieux, des Begründers der „Alliance Israelite Universelle". Die Verstorbene war die Frau des früheren Ministers des Äußern Jean Cruppi. Sie hat verschiedene literarische Werke veröffentlicht. — Am 1 I. Februar beging der berühmte Cellist Josef Sulzer in Wien seinen 75. Geburtstag. — Dieser Tage feierte der Maler Isaac Israels, der Sohn des großen Malers Jozef Israels, seinen 60. Geburtstag. HOTEL-RESTAURANT I J. GUTH I WIEN II. HOLLANDSTRASSE Nr. 14 ★ Anerkannt beste Küchel

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