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Menorah · 1925-01-01 · Heft 2 (Februar 1925) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
3 (1925)
Issue
Heft 2 (Februar 1925)
Article
[Nachricht] / R. Wss.
Date
1925-01-01
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 M E N O R A H „HAKOAH VOR DEM TOR DER ENGLÄNDER" Oer jüdische Sportklub „Hakoah" Wien (blaue Dreß) spielte in Jerusalem £Cjrcn den dortigen cnsliscbcn Sportklub -P.ile.stitic" (gestreifte Dreß) vor 6000 Zust-li.iuerri. Resultat 4:2 für „Hakoah" Es ist daher kein Zufall, wenn gerade in diesem Zeitpunkt die Palastinazentrale der Agudas Jisroel die gesetzestreuen Juden zu größter Aktivität beim wirtschaftlichen Palästinawerke aufruft. Abgesehen vom Kaufe größerer Bodenkomplexe, der in diesen Tagen neuerlich vollzogen wurde (die Gemeinde Lublin allein hat die Kaufsummc für 10.000 Dunam bereitlicgen), wurde eine Heimstättenaktion eingeleitet, die bürgerlichen Elementen auch mit einem relativ geringeren Vermögen zu einer sicheren Existenz im Wirtschaftsleben Palästinas verhilft. Darüber hinaus mehren sich die Anzeichen, daß selbst gesetzeslreue Schichten des Volkes, die weder der zionistischen Organisation noch der Agudas Jisroel angehören, einfache, naive, kleinbürgerliche Menschen, die dem politischen Kampfe ferne stehen, gleichfalls sich in den wirtschaftlichen Aufbau Palästinas einzugliedern beabsichtigen. Das jüdische Volk befindet sich in einer seltsamen Gährung. Es müssen in kürzester Zeit rein wirtschaftliche unpolitische Institutionen geschaffen werden, die eine klaglose Liquidation im Galuth und vorsichtige Kolonisation in Erez Jisrael ermöglichen. R. Wss. EREZ JISRAEL. Im letzten Monate des Jahres 1924 wanderten 1825 Menschen nach Palästina ein. Im November 1924 waren 1900 Einwanderer in das Land gekommen. — Der soeben erschienene Jahresbericht des königlich englischen Münzamtes veröffentlicht auch die Zeichnung des Staatsstempels für Palästina. Die Abbildung bringt eine orientalische Stadt auf einem Hügel und zeigt die Aufschrift „Regierung von Palästina" in englischer, hebräischer und arabischer Sprache. — Die Hochkonjunktur im Baugewerbe in Tel-Awiw dauert an; 70 bis 100 Häuser werden dort monatlich errichtet. Die beispiellose Nachfrage nach Bausteinen zwingt die Silikate-Fabrik, ihre Produktion zu verdoppeln und zu diesem Zwecke mit Tag- und Nachtschicht zu arbeiten. — Der Jablonaer Rebbe ist von seinem mehrmonatlichen Aufenthalte aus Erez Jisrael zurückgekehrt. Er hat dort 2800 Dunam angekauft, um eine Kolonie für 150 Familien seiner Anhänger zu gründen. — Aus Kalisch sind einige der Aguda nahestehende Industrielle nach Erez Jisrael abgereist, um dort eine Textilfabrik zu errichten. — Die jüdische Arbeiterföderation Palästinas (Histadruth) feierte am 22. Dezember das Jubiläum ihres vierjährigen Bestehens — Die Anmeldungen zu den hebräischen Schulen in Palästina, die von der zionistischen Exekutive zum größten Teil aus Mitteln des Keren Hajessod erhalten werden,, haben eine Steigerung erfahren. Die Gesamtzahl der Schüler beträgt 12.799 gegen 11.524 im vorigen Jahre. Die von der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel subventionierte Talmud Thora- Schule in Petach Tikwah hat zu Beginn dieses Jahres ihre Schülerzahl verdoppelt. GALUTH. In San Francisco ist Herr Julius Kahn, der 24 Jahre lang Kongreßdeputierter für den 4. kalifornischen Distrikt war, gestorben. Er wurde 63 Jahre alt. — Vom 25. bis 28. Dezember vorigen Jahres tagte in Preßburg eine Konferenz der Delegierten der Mjsrachi- Verbände in den Donau- und Balkanländern. Es waren 63 Delegierte aus Österreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien erschienen. — Anfang Jänner begann in Warschau die dritte Jahreskonferenz der jüdisch-sozialistischen Partei „Bund" in Polen. Es waren 104 Delegierte anwesend. — Die von der jüdischen Sejmfraktion einberufene Konferenz der jüdischen Stadtverordneten in Litauen, die an Stelle des aufgelösten jüdischen Nationalrates über jüdische Angelegenheiten bestimmen soll, wurde am 1 2. Jänner eröffnet. — In Minsk wurde die erste Konferenz der jüdischen Bauernschaft eröffnet. Anwesend waren 150 Delegierte, die 20.000 jüdische Bauern vertraten. In den Vereinigten Staaten bearbeiten 75.000 jüdische Landwirte mehr als eine Million Land. Das Eigentum dieser jüdischen Landwirte hat einen Wert von mehr als hundert Millionen Dollar. — Nach der soeben veröffentlichten Volkszählungsstalistik leben in Brasilien gegenwärtig etwas mehr als 27.000 Juden. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE. In Lodz herrscht infolge der wirtschaftlichen Depression eine furchtbare Arbeitslosigkeit. Es gibt jetzt 100.000 Arbeitslose in der Stadt, das ist mehr als ein Fünftel ihrer Gesamtbevölkerung. Besonders groß ist das Elend unter den jüdischen Arbeitslosen, die keine Regierungsunterstützung erhalten. — Die jüdische Emigrationsgesellschaft in Polen, die auch die Agenden des Emigrationsdirektoriums in Polen führt, hatte in Warschau eine Vertreterkonferenz einberufen, auf der die Lage der jüdischen Emigration und die Reorganisierung des jüdischen Emigrationswesens in Polen behandelt wurde. — Der Magistrat in Warschau hat 50.000 Zloty als erste Rate für die Errichtung eines städtischen Findelhauses für ausgesetzte jüdische Kinder bewilligt. — Die Wilnaer Gruppe der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose", die eine Reihe Ambulatorien für Kinder, ferner Stationen für Gebärende und ein Säuglingsheim unterhält, hat nunmehr auch ein Sanatorium für tuberkulöse Kranke gegründet. In den Vereinigten Staaten hat sich eine Gesellschaft zur Unterstützung des jüdischen Kolonisationswerkes in Rußland gebildet. Der Gesellschaft haben sich bereits 1 1 0 Arbeiterförderationen, 45 Landsmannschaften, sowie eine Anzahl anderer Organisationen angeschlossen. Vorsitzender ist Herr Josef Schlossberg, der Sekretär der Kleidermacher-Gewerkschaft. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER. Am 24. und 25. Dezember v. J. fand in Hamburg unter Anteilnahme führender rabbinischer Autoritäten die Plenarversammlung des deutschen Kreises des „Keren Hatorah" statt. — Vom 2. bis 4. Februar 1 925 wird in Warschau eine Versammlung der Rabbiner ganz Polens abgehallen werden. Hauptberatungspunkt ist die Frage der Agunoth (Frauen, deren Männer im Kriege oder sonst verschollen sind). In Polen leben gegenwärtig etwa 10.000 solcher Frauen, die sich nach dem jüdischen Gesetze nicht wieder verheiraten dürfen. — Die Bestattung des verstorbenen Rabbiners von Moskau, Jakob Mase. fand am 21. Dezember unter ungeheurer Beteiligung der Moskauer Judenheit statt. Mehr als 15.000 Menschen waren vor dem Trauerhause versammelt und immer neue Teilnehmergruppcn schlössen sich dem Trauerzuge an. Die Stadtverwaltung in Tel-Awiw hat beschlossen, zum Andenken an den Verstorbenen eine Straße nach seinem Namen zu nennen. — Herr A. B. N. Davids, ein Enkel des berühmten Amsterdamer Oberrabbiners Josef Hirsch Dünner, wurde zum Oberrabbiner von Friedland (Nordholland) gewählt. — Der Oberrabbiner von Haag, van Loon, ist am 15. Jänner abends im Alter von 78 Jahren gestorben. — Nach einem Telegramm aus Sofia ist dort im hohen Alter der Oberrabbiner von Bulgarien David Pipano gestorben. WISSENSCHAFT UND KUNST. Am 22. Dezember wurde in Jerusalem das Institut für jüdische Wissenschaften bei der hebräischen Universität feierlich eröffnet. — Prof. Lazare Rosenthal, der frühere Direktor des Metschnikow-lnstitutes in Moskau und jetziger Assistent des Prof. Alexander Besredka wird in kurzem die Leitung des medizinischen Institutes in Jerusalem übernehmen. Das Institut wird im Frühjahr eröffnet werden. — Der Professor für jüdische Philosophie an dem vereinigten jüdischen Kollegium in Cincinnati, Prof. Dr. David Neumark, ist am 16. Dezember gestorben. — In Brüssel starb im Alter von 68 Jahren der aus Rußland stammende Orientalist Jakob Israelsohn. Der Verstorbene war in Libau geboren, studierte in Petersburg und bildete sich noch in jungen Jahren zu einer Autorität in der Wissenschaft und den Sprachen des Orients aus. Sein Sondergebiet waren die alten judäo-arabischen Literaturen. — Am 27. Dezember verstarb in Paris im Alter vom 57 Jahren der Zeichner und Maler Leon Bakst. Bakst wurde am 1 0. Mai 1 868 in Petersburg geboren und erlangte durch die epochemachenden Dekorationen, die er für die russischen Hofbühnen schuf, Weltberühmtheit. — Am 18. Jänner wurde in Berlin im Jüdischen Kulturklub „Schalom Alechem" eine Bilderausstellung des Malers A. Mintschin feierlich eröffnet. — In der Berliner Nationalgalerie findet gegenwärtig eine Sonderausstellung der Werke des bekannten Malers Lesser L^ry statt. — Mr. Bosweel aus London schenkte der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem das Originalmanuskript des Klavierauszuges von Max Bruchs berühmtem Adagio für Violincello „Kol Nidre" (op. 47). Der Klavierauszug ist im ganzen von Bruchs eigener Hand geschrieben. ETABLISSEMENT EDUARD SACHER WIEN. I.. OPERNRING 11 - RENDEZVOUS DER VORNEHMEN WELT

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