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Menorah · 1924-11-01 · Heft 11 (November 1924) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 11 (November 1924)
Article
James Harry Blackburne
Date
1924-11-01
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
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M E N O R A H 21 Geleitet von Richard Reti. JAMES HARRY BLACKBURNE f Am 1. September verschied in London das größte Schachgenie, das England je hervorgebracht hat. Blackburne hatte ein Alter von 82 Jahren erreicht. Er wurde am 10. Dezember 1842 zu Manchester geboren, zeigte frühzeitig eine außerordentliche Schachbegabung, beteiligte sich zunächst erfolgreich an Londoner Lokalturnieren und betrat i vielverheißend die internationale Schacharena, indem er im Turnier zu Baden-Baden 1870 den dritten Preis mit Neumann teilte. Von da ab bildet seine Schachlaufbahn eine Kette ununterbrochener Erfolge. Vier erste Preise in großen Turnieren, und zwar in Wiesbaden 1880 zusammen mit Englisch und Schwarz, Berlin 1881, Hereford 1885 und London 1886 hatte er erkämpft und nicht weniger als siebenmal landete er an zweiter Stelle. Noch als 72jähriger erreichte er im Großmeisterturnier zu Petersburg 1914 einen relativ imponierenden Achtungserfolg. Einen vorzüglichen Ruf genoß Blackburne als Blindspielen Infolge seiner gewaltigen Tumierkrafl galt er auch als Weltmeisterschaftskandidat, indessen ist er in Wettkämpfen gegen Steinitz sowie Lasker, wenn auch ehrenvoll, unterlegen. Was seinen Spieltypus anbelangt, so war er in erster Linie ein ganz hervorragender Taktiker, der sich aus jeder Stellung seine Chancen herauszuholen verstand und der deshalb selbst in noch so bedrängter Lage überaus gefährlich war. Diese Zähigkeit verband er mit einem brillanten Angriffsstil und einer vollendeten und gefürchteten Endspielkunst. Bezüglich der Eröffnungswahl war er den meisten seiner Zeilgenossen voraus, indem er die spanische Partie und das Damengambit bevorzugte, während noch im allgemeinen das Gambit die Turniere beherrschte. 'Blackburne darf daher in dieser Beziehung neben dem großen Steinitz als einer der Vorkämpfer der Moderne genannt werden. Nachstehend eine seiner vielen Glanzpartien. Sie wurde im internationalen Turnier zu London 1883 gespielt, in dem Zukertort Erster, Steinitz Zweiter und Blackburne Dritter wurde. SPANISCHE PARTIE Le3~ h6 Nach Abtausch des fianchettierten Königsläufers wird die schwarze Rochadcstcllung schwach. Blackburne weiß dies vortrefflich aus- Weiß: Blackburne. 1. e2 —e4 2. Sgl — f 3 3. Lfl—b5 Sb Schwarz: e7— e5 8— c6 7 —g6 Diese Verteidigung gilt auf Grund Rubinsleinscher Analysen wieder als spielbar. 4. d2- -d4 e5 d4 Bcsser ist hie r das Schlagen mit dem um auf 5. SXd4 eXd. 6. Dd4 spielen. 5. S f 3 d4 Lf8 «7 6. Lc 1 e3 Sg8 -(6 7. Sb 1 c 3 0 0 8. 0- 0 Sc6 c 7 9. Lb5 c2 d 7 - d 6 Mit d 7—d 5 konnte hier Schwarz ein gleiches Spiel erlangen. Steinitz hat aber immer die gedrückten Stellungen geliebt, da er dabei mehr Gelegenheit hatte, seine Genialität in der Verteidigung schwerster Stellungen zur Geltung zu bringen. 10. Dd I - d2 Sf6 d 7 Steinitz selbst gibt hier S e 8 als den besseren Zug an. zunützen. 11. Sd7 - e5 . 12. Lh6 /r7 Kg8 >'r7 1 3. Ta 1 — dl f 7 - f6 14. f2 f4 Se5 - 17 15. Le2 — c 4 c 7 ~c6 16. Kgl — h 1S Lc8 d7 17. f4 — f 5 Se7 c8 Steinitz verteidigt sich in der ihm eigenen beschwerlichen Art, die ihm zum Gewinn vieler Partien geholfen hat. Blackburne inszeniert aber nun einen grandiosen Durchbruch. 18. Lc4 X f 7! Tfö K f 7 19. e4-e5ü ....... Ein geniales und korrektes Bauernopfer. Weiß erlangt auf der geöffneten f-Reihe entscheidenden Angriff. 19......... f6Xe5 Der d Bauer durfte wegen Damenverlust durch Se6+ nicht schlagen. 20. Sd4-e64- Ld7Xe6 21. [5 Xe6 Tf7 - e7 Auf T f 6 wäre die Folge 22. S c 4! TXe6, 23. Sg5 Te7, 24. TS 7+1 mit vernichtendem Angriff. Verhältnismäßig am besten war Tf8. 22. Dd2-g5 Dd8 e8 Besser, indes auch nicht mehr ausreichend, hätte sich hier Schwarz mit S b 6 verteidigt. Steinitz will aber eiligst noch den Bauer e 6 einheimsen. 23. Tdl ~d3 Te7 X e6 24. Td3-h3 De8-e7 Darauf wird Schwarz matt; aber auf T c 7 hätte 25. Dh6+Kg8, 26. Sc 4 entschieden. 25. Dg5 h6 + Kg7 g8 26. Tf 1 — f8 f! De7;< f 8 27. Dh6 X h7 malt. Ein typisches Beispiel der kraftvollen Spielweise Blackburnes. SCHACH NACH RICHTEN Im Rahmen eines belgischen Schachkongresses fand in Westende ein internationales Hauptturnier statt. Den ersten und zweiten Preis teilten Sven Canow und Pannekoek, Dritter und Vierter wurden Lancel und Dr. Fick. * In Kopenhagen hat im August ein nordisches Meisterturnier stattgefunden. Erster wurde Niemzowitsch, Zweiter Johner, dann folgten Krause, Niesson, Kinch, Olson, Lövenberg und Berndtson, die untereinander gleichen Stand erreichten. * In Straßburg wurde ein Turnier um die französische Meisterschaft ausgetragen. Wider Erwarten gelangte weder der vorjährige Meister Rcnaud noch der Pariser Favorit Muffang an die Spitze. Die Plazierung war vielmehr folgende: 1. Rob. Crepeaux aus Grasse, 2. H. Bertrand, 3. Gibaud. 4. Cheron, 5. Muffang, 6. Renaud. 1 3 Spieler nahmen im ganzen teil. In Moskau hat ein russisches Nationalturnicr stattgefunden, an dem sich auch die in Deutschland ansässigen Meister Bogoljubow und Selesniew beteiligten. Erster wurde Bogoljubow, der aus 1 7 Partien 1 3 gewann und vier unentschieden machte, Zweiter wurde Romanowski. * Es verlautet, daß im Mai 1925 in Moskau auch ein internationales Meisterturnier stattfinden soll. * In Hastings, der neben London rührigsten Schachstadt Englands, soll um die Weihnachlszeit ein internationales Turnier mit etwa 1 5 Teilnehmern stattfinden. Auch ein internationales Hauptturnier wird geplant. Die Vorkämpferschaft von Rio de Janeiro wurde von Dr. Souza Mcndes in einem Weltkampf gegen Luiz Vanna überlegen mit 5 :0 bei einer Remise gewonnen. RÄTSELECKE Visi tkarten rätsei. Seb. Fulizia sen. Kut cl Amara Welches ist der Beruf des Inhaber?? Palindrom. Im Herbste find' ich immer statt, Die Mädchen jauchzen, Pistolen knallen. Kehrst du mich um, wird's dir wohl nicht gefallen, Wenn's jemand dich geheißen hat. Dreisilbige S c Ii a r a d e. Die Wolken sanft erröten Im Morgendämmerschein, Da weckt ein lieblich Flöten Der eins und zwei 'den Hain. Und nun beginnt's zu tagen, Der Morgen ist erwacht. Auf eins, zwei, drei geschlagen Ward einst clic Türkenschlacht. Die Namen der Einsender richtiger Lösungen werden hier veröffentlicht. AUFLÖSUNG DES DOPPELRÄTSELS in Nr. 10. 1. Mirjam 5. Rahcl 2. Esau (.. Aron X Noah 7. Haman 4. 0,.fcr Die Anfa.nrsl.m-lislal.cn ergehen das Wort „Menorah". Richtig Auflösun^-n hal.e'n eingesandt: Linn Blurnenllial (Frankfurt a. M.), Alfred Böhm (Hindc.nl.ur5r O. S.). Heinrich Chams (Chemnitz), Frieda Ddler (Frankfurt a. M.), F.ster Donath (Toj.olczanv). Esra^ruppc Brückenau, Sa„l Friedmann (Hannover), Max Fürst (Wien I), Carmcln G»rdon (Jerusalem), Siegfried Greilsamer (Breisach), Hcrl.crt. Kurt. Waller Gu^nhciim-r (Nürnl.ervr). A. Güldenstem (München), Leo Kaplanskv (Breisach); Isidor Lehensohn (Wien XVIII), Silla Levi (GieLV-n), Mandel Josef (Droho- 1.VC7.), Willi Neul.enrer (Frankfurt n. M.), David Reicher (Bielitz), Hanna Riesenfcld (G.ilub). Eva Schiffrnanr, (Gotha). Isak SoViner (Bielitz), Hans Steinhaus (Gotha), Liselotte Straull {Mainz). Max Brainin (Wien 11).

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