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Menorah · 1924-01-01 · Heft 11 (November 1924) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 11 (November 1924)
Article
Der Zentralrat der Agudas Jisroel ... [Nachricht]
Date
1924-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 M E N O R A H LESESAAL" DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK IN JERUSALEM len Charakter des neuen Jischuw mitbestimmen. Palästina muß mehr sein als ein Land mit jüdischen Kolonien, Palästina muß Erez Jisrael werden und aus der jüdischen Nalion wieder das Am hakodausch. •v Die Nachrufe, die däm Andenken von Rabb. Dr. Kopfstein - Beuthen gewidmet wurden, haben neuerlich bestätigt, daß das Wort eines Gerechten, eines Überparteiischen selbst in unseren Tagen der innerjüdischen Entzweiung noch in allen Lagern des Volkes gehört wird. Rabbiner Kopfstein wirkte weit über seinen engeren Wirkungskreis hinaus überall, wo für eine gemeinsame jüdische Angelegenheit ein vornehmer, vollkommen unparteiischer Treuhänder gesucht wurde. So kam es, daß er im Deutschen Rabbinerverband, im Generalkomitee der Großloge für Deutschland (U. O. B. B.), im Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bald zu den führenden Persönlichkeiten gehörte. Obwohl er kein Freund des parteipolitisch gefärbten Zionismus war, verfolgte er mit echter, innerer Anteilnahme den Aufbau Erez Jisraels und stellte sich an die Spitze der Keren Hajessod-Bewegung in Oberschlesien. Er war ein Gerechter und das will in unseren Tagen viel heißen. R. W. EREZ JISRAEL Das englische Kolonialamt soll die Verordnung über das Statut der jüdischen Gemeinden in Palästina im Prinzip genehmigt haben. Die offizielle Verlautbarung würde sodann im März erfolgen. — Die vom Keren Kajemeth Lejisrael begonnenen Arbeiten zur Wasserversorgung der Siedlungen Tel Adas und Rub-el-Nasra machen Fortschritte. In kurzer Zeit werden die Kleinbauernsiedlungen und die Kwuzoth der Umgebung mit Wasser beliefert werden können. — Nahe der Eisenbahnstation Akko haben bulgarische Juden ein Terrain von 750 Dunam erworben, auf dem sie sich im Laufe des Jahres mit ihren Familien anzusiedeln beabsichtigen. Nach dem bestehenden Plane dürfte es sich um 40 bis 50 Familien handeln — für jede Familie sind! 5 Dunam vorgesehen — die sich mit Gemüsebau, Geflügelzucht oder Anlage von Obstbäumen beschäftigen sollen. — Über die diesjährige palästinensische Ernte ist noch abschließend zu bemerken, daß die Orangenernte besonders reichhaltig geraten war. — Der Export von Wassermelonen hat gegenüber dem Vorjahr bedeutend nachgelassen, da viele jüdische wie arabische Farmer ihre ganze Energie der Tabakkultur zuwenden. — Die Regierung bestätigte die von Dr. S. Soskin gegründete Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Versuch der landwirtschaftlichen Kolonisation auf der Grundlage intensiver Wirtschaftsmethoden (Ackerbeetkultur) durchzuführen. GALUTH Die Weltorganisation gesetzestreuer Juden, „Misrachi", hielt vom 9. bis 11. September in Berlin eine Führerkonferenz ab. Die Tagung bestätigte zunächst die Statuten und den Aufsich tsral der Misrachi- Bank, genehmigte ferner die Gelder für den Bau der Tachkemonischule in Jaffa und traf eine Anzahl organisatorischer Maßnahmen für die Palästina-Arbeit. — In Krakau fand eine Sitzung des Zentralrates der Agudas Jisroel statt, die außerordentlich gut beschickt war. Dem Gerer Rebbe, einem der bedeutendsten Chassidimführer, der an der Tagung teilnahm, bereitete die Versammlung einen herzlichen Empfang. Von den zahlreichen Verhandlungsgegenständen sei außer einer eingehenden Be ratung über die praktische Erez Jisracl- Arbeit ein Referat Dr. Deutschländers, des Leiters der Keren-Hathora-Zentrale, erwähnt. Ferner wurde die Fortsetzung der Rußlandhilfe beschlossen. Schließlich protestierte der Zentralrat gegen die geplante Entrechtung der gesetzestreuen Gemeinden Erez Jisraels durch das Inkrafttreten des neuen Gemeindegesetzes. — Am 9. September wurde in Danzig die zweite Konferenz des Verbandes zionistischer Sozialisten (Linke Zeiie Zion) eröffnet. WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Der Andrang zu den polnischen Lehrwerkstätten der Gesellschaft ,,ORT" ist zu Beginn des neuen Schuljahres ein besonders großer. Über 500 Aufnahmegesuche liegen vor. — Die lettländische Regierung hat dem Ansuchen der jüdischen Emigrantenhilfsgesellschaft „Hias" stattgegeben und für 1500 russische Emigranten, die nicht mehr nach Amerika Weiterreisen können, die Aufenthaltsbewilligung verlängert. — Ende September ging der erste Transport jüdischer Emigranten aus Bessarabien vom Hafen von Konstanza nach Kanada ab. Unter der Aufsicht der „Ica" reisen 400 Emigranten. — Infolge des allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenbruches wandern zahlreiche Juden aus Smyrna aus. Die Bewegung nimmt immer mehr die Form einer Massenemigralion an. Der Wanderungsstrom geht nach verschiedenen Ländern, nach Griechenland, Palästina, Ägypten, Frankreich, Brasilien, Uruguay und Argentinien. — In Berlin wurde eine Tagung des Zentralrates des Verbandes für jüdischen Gesundheitsschutz „Ose" abgehalten. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Rabbiner J. Weinberg erhielt einen Lehrauftrag für Talmud und talmudische Literatur am Rabbinerseminar Berlin. Rabbiner Weinberg war noch vor kurzem Dozent für jüdische Literatur an der Universität Gießen und gilt in wissenschaftlichen Kreisen als einer der hervorragendsten jüdischen Gelehrten. — Der Jabloner Raw ist mit einer großen Menge von Anhängern nach Palästina abgereist.—Gleich nach den Feiertagen fährt eine große Zahl Schüler von der Jeschiwah von Slobotka nach Erez Jisrael. Als Sitz der neuen Jeschiwah wurde Hebron gewählt. — Die gesetzestreue Gemeinde Berlins „Adas Jisroel" hat im Hansaviertel eine große Synagoge eröffnet. — In New York wurde eine Keren ha Thora-Konferenz abgehalten, die einen überaus erfolgreichen Verlauf nahm. WISSENSCHAFT UND KUNST Unter anderen wurde der Rabbiner von Nove Zamky, Dr. Samuel Klein, als Professor für Palästinakunde an die hebräische Universität Jerusalem berufen. Ferner wurden Lehrstühle angetragen den bekannten jüdischen Gelehrten Prof. Dr. Michael Gutmann, Breslau, und Prof. Dr. Aptowitzer, Wien. — In Berlin starb der vielseitige Chemiker, Physiker und Philosoph Dr. Salomon Kalischer, ein Verwandter des berühmten Raw Hirsch Kalischer. — In Prag starb der Internist Prof. Dr. Egmond Münzer. — Herr Andre Weiß, der Vizepräsident des ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag, ist zum Präsidenten der Genfer Akademie für vergleichende Rechtswissenschaft gewählt worden. — Der in Rußland lebende Historiker Israel Zinberg hat eine mehrbändige Geschichte der Juden geschrieben. — Der jüdische Bildhauer Max Farbman erhielt vom Magistrat der Stadt Wien den Auftrag, Büsten zeitgenössischer Persönlichkeiten zu modellieren. — James Simon hat ein Bläsersextett geschrieben, das zu Beginn der nächsten Konzertsaison zur Uraufführung gelangt. Seine Motette „Der Tod ist groß" wird von der Stuttgarter Madrigalvercinigung gelungen werden.

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