Mannheim
Compact Memory

Menorah · 1924-10-01 · Heft 10 (Oktober 1924) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 10 (Oktober 1924)
Article
Das Meisterturnier in Raab
Date
1924-10-01
Page
Seite 21 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2912821-2912828-2912837-2914657--01187-2914733
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

MENORAH 21 (Geleitet RICHARD RETJ, DAS MEISTERTURNIER IN RAAB. In der Zeit vom 3. bis 23. August fand in Raab ein internationales Meisterturnier statt, an dem sich aber vorwiegend Ungarn beteiligten. Es endete mit zwei großen Überraschungen: Maroczy, dem man im vorhinein die besten Aussichten auf den ersten Platz zubilligte, versagte, ein homo novus, der Universitätsassistent Dr. Geza Nagy aus Debrezin wurde Erster. Der Schlußstand war folgender: 1. Dr. Nagy mit 10 Punkten aus 14 Partien, 2. David Przepiörka (Warschau) 9K>, 3. Dr. Ludwig Asztalos (Sarajewo) 9, 4. und 5. Dr. Arpad Vajda (Budapest) und Vladimir Vukovic (Agram) je 8K», 6. und 7. Ludwig Steiner (Budapest) und Matthias Walter (Preßburg) je 8, 8. und 9, Maroczy und Hans Müller (Wien) je 7'A, dann die Ungarn Havasi mit 6X-, Andreas Steiner mit 6, Dr. Balogh mit 5, Dr. Seitz (Augsburg) 4X> und schließlich noch zwei Ungarn: Exner und S. Gruber mit 3 bezw. 3 Punkten. Als moralischer Sieger des Turniers kann David Przepiörka angesehen werden. Er hatte im Turnier ausgezeichnet gespielt und auch die längste Zeit die Führung innegehabt, er war der einzige, dem es gelang gegen Dr. Nagy zu gewinnen, aber er hatte das Mißgeschick, daß Maroczy, mit dem er in der vorletzten Runde zusammentraf, gerade einen ausgezeichneten Tag hatte — vielleicht den einzigen im Turnier! — und seine Partie gewann. Im nachfolgenden eine Partie des zweiten Preisträgers: DAMENBAUERSPIEL. III. Runde. d6, Sperrung der für Schwarz wichtigen c-Linic. Weiß: David Przepiörka. Schwarz: Vladimir Vukovic. 1. d2 — d4 Sg8 — (6 2. Sgl — f 3 e7 — e 6 3. c2 — c4 b7 — b6 4. Sb 1 — c3 Lc8 — b7 5. Dd 1 — c2 c7 — CD Das Bestreben des Nachziehenden soll in dieser Eröffnungsvariante, von der man übrigens in letzter Zeit ziemlich abgekommen ist, dahin gehen, entweder den Zug e4 zu verhindern, oder aber sich in eine Bauernstellung zu begeben, in der man sich allfällige Vorstöße im Zentrum noch vorbehält. Gemäß dem war hier entweder Lb4 oder aber Le7 nebst d6 und Sb—d7 das angebrachte Verfahren. Nach dem Textzug wird der schwarze d-Bauer rückständig und schwach. 6. e2 — e4 c5 : d4 7. SI3 X d 4 Lf8 b4 8. 12 — 13 Sb8 c 6 9. Lei — e 3 0 - 0 10. 0 — 0 0 Dd8 -c 7 II. Sd4;< c6 11. 12. 13. 14. ........ d7 e4 — c5 Sf6 f3 f4 Lb4 Dc2 c 3 Sd 7 c6 d 7 c 3 c 3? Ein sehr schwerer Fehler, nach dem die schwarze Partie rettungslos verloren gehl. c6—c5 hätte geschehen müssen, obwohl Weiß dann nach etwa 15. Td6 Tfdö, 16. Dd2 Sf8, 17. Ld3! nebst Th—dl oder 15. Ld3 nebst Bauernsturm auch dem Königsflügel (15. ...LXg2, 16. LXH7+ nebst Dc2 J ) ein sehr gutes Spiel hat. 15. Dc3 a3! Damit läßt Weiß zwar eine Verbesserung der gegnerischen Bauernstellung zu, sichert sich aber dafür andere Vorteile, wie Vergrößerung der Terrainfreiheit, weitere Schwächung des Punktes Diesen Zug dürfte Schwarz übersehen haben. Der Doppelbauer auf der c-Reihe ist nun nicht zu verhindern und Schwarz bekommt wegen der gleichzeitigen endgültigen Einsperrung seines Läufers ein total verlorenes Spiel 15......... Tf8-d8 16. LI 1 e2 Kg8 (8 17. Le3 c 5 De 7 c 5 Auf bXc geht sofort ein Bauer verloren. 18. 19. 20. Da 3 Td I Th I d 8 -id I b 6 c) Ta8 d8 Td8 dl Erzwungen, da sonst entweder der weiß.- Turm eindringt, oder nach Td4 21. T d4 nebst c4—c5! der Bauer d4 verloren gehl. 21. Kc I d I K(8 e7 22. Kd I d2 (7 f6 23. Lc2 d3 «7u6 24. Ld3 -e4 Kc7 (7 Tauscht Schwarz auf c5 und versticht dann mit dem König auf den Damenflügel zu wandern, so kommt der weiße König auf dem anderen Hügel viel früher. 23. Kd2 e3 Kf 7 g 7 26. a2 - a3 Lb 7 a6 27. b2 b3 La 6 b 7 28. b 3 b4 c 5 b4 29. a 3 sb4 a 7 ab 30. b4 - -b5 K g 7 f 7 31. L e 4 c6 Schwarz gibt -k WIENEA -« Wien, IL, Obere Donaustraße 31 Telephon 49-1-75 Größtes unter Aufsicht des ^' der (ui"i,"r*^*) ^X'U" "~v stehendes RESTAURANT ORI Ci I N A L PA L Ä S TI N A -\V Ii IN K Vorziinliche Küche. Ahentls auch niilclii-e Speisen. Verkauf von feinsten Selchwaren, Käse etc. II (ich Zeiten, Jausen, sowie auch andere I-e s 11 i e h k ei t e n, auch außer Hans, werden aufs feinste ausgeführt. Inhaber: BEN JAM IN SCI 1 REIBER NOTIZEN Im Rahmen des Dritten oberösterreichischen Schachkongresses fand in Linz ein starkes Amatcurturnier statt, in dem der Wiener Lokvcnc den ersten Preis errang. Zweiter wurde Gilg aus Mährisch-Ostrau, dritter Kunert aus Wels, svogegen der oberösterreichischc Landesmeister Poschanko bloß zur Teilung des 4. und 5. Preises mit dem Sachsen Woog gelangte. Am Sonntag, den 1 7. August fand ein Länderwettkampf Wien gegen Oberösterreich statt. Die Wiener traten mit einer gemischten Mannschaft an und siegten 9 : 6. Im Turnier um die Meisterschaft von Holland wurde Euwe erster. Er verlor bloß die letzte Partie, deren Ausgang für seine Plazierung bereits belanglos war. In München fand der Neunte Kongieß des bayrischen Schachbundes statt, an den sich ein nationales Meisterturnier anschloß. Dr. Thönes aus Speyer wurde erster. Vor kurzem tagte in Southport der 1 7. Kongreß des britischen Schachbundes. Aus dem ruinier um die Meisterschaft von England ging Atkins mit 8'j Punkten aus I 1 Partien als Sieger hervor. Es ist das achtemal, daf.i er diese Würde erringt. Zweiter wurde mit 8 Punkten Yates, dritter Sir Thomas mit 7.1-- Punkten. Zum Hauptturnier hatte man wie voriges Jahr Aljechin, heuer Rubinstein eingeladen. Der Großmeister gewann alle Partien und wurde mit 1 I Punkten erster. Das Damenturnier, das auch gleichzeitig stattfand, gewann Miß Price, gefolgt von Miß Stevenson. S C H AC H LITERATUR „Bücherei der Wiener Schachzeitung, Band I. Die Z u k u n f t s e r ö f f n u n g. Das Zukerlort-Reti-System in neuester Beleuchtung. Theorie und Praxis, erläutert von Dr. S. G. T a r t ak o w e r." Dieses 80 Seiten umfassende Büchlein ist soeben im Verlag der Wiener Schachzeitung erschienen. An Hand von 20 Partien aus den letzten Turnieren behandelt der Verfasser darin die Zukertort-Eröffnung in ihrer modernen Fassung, wobei er das Schwergewicht der Abhandlung auf das Problem der Verteidigung verlegt. Das Werkchen zeichnet sich durch große Gründlichkeit und Objektivität, durch lebendige und plastische Darstellung aus. Kein formloser Variantenbrei, keine unübersehbare Analysenwüste, die Grundidee wird immer als das Wesentliche betont und trefflich herausmodelliert. Sowohl dem Schachfreund, der einen angenehmen Zeitvertreib sucht, als auch dem wissensdurstigen, lernbegierigen Schachjünger wird diese neue Arbeit des geschätzten Autors viel Vergnügen und Befriedigung bringen. Orig.-engl. Anzugstoffe infolge kleiner Regien noch sehr preiswert bei: Käflii & Frißd wien'vLBezirk'Linke Wienzeile 40, im Hofe.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.