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Menorah · 1924-01-01 · Heft 7 (Juli 1924) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 7 (Juli 1924)
Article
[Nachricht]
Date
1924-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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MENORAH WANDERUNG UND SOZIALE HILFE Das vom amerikanischen Kongreß angenommene Gcselz, das die Einwandciungsmöglichkciten neuerlich stark einschränkt, ist am 26. Mai vom Präsidenten Goolid,"* unterzeichnet und damit rechtswirksam geworden. — Einem Berichte des Hilfsvereincs der Deutschen Juden ist zu entnehmen, dafi im jähre 1923 30.000 jüdische Auswanderer aus dem Osten den Schlesischcn Buhnhof in Berlin passierten, weitere 26.000 gingen über Stcrtsch (an der deutsch-polnischen Grenze). — Das Direktorium der jüdischen Immigrantcn-Hilfs- und SchutzgcsciUchaft „Hias" hat eine Delegation nach Europa entsandt. Sie hat die Aufgabe übernommen, die Verhältnisse in den Hafenstädten zu erforschen und die jüdische Emigrationsbewegung nach Kanada, Argentinien, Brasilien, Peru, Palästina und Südafrika zu organisieren. — Das Joint Distribution Commitce hat sich mit der Jewisch Colonisation, Association und anderen jüdischen Vereinigungen zusammengeschlossen und den Foundation Fund zur Fortsetzung der Hilfeleistungen in den östlichen Ländern gegründet. JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER Am 3. Mai starb in Jerusalem der Zaddik von Drohobycz, Rabbi Chaim Schapiro, der seit einiger Zeit seinen Wohnsitz in Palästina genommen hat. Er betrachtete es als die Hauptaufgabe seines Lebens, Frieden zwischen den jüdischen Gruppen zu stiften. — Rabbiner A. E. Kaplan, Dozent am Hildcsheimerschcn Seminar in Berlin, ist plötzlich im Alter von 34 Jahren verschieden. Er war einer der bedeutendsten Talmudgclehrten. — Am 14. Mai beging Groürabbiner Israel T riedmann aus Czortkow seinen 70. Geburtstag. Er ist einer der einflußreichsten Chassidimführen — In New "York tagte eine Konferenz der Vereinigten amerikanischen Synagogen, an der einige hundert Delegierte teilnahmen. Der Präsident Rabbi Salomon rief zur Arbeit für den religiösen Wiederaufbau in Palästina auf. Es wurde unter anderem ein Beschluß gefaßt, eine Konferenz zur Propagierung der Fünftagcarbcitswoche einzuberulen. deren Verwirklichung es dem jüdischen Arbeiter ermöglichen würde, den Sabbath zu heiligen. — Die Wiener „Jüdische Presse" publiziert einen Vorschlag, Versicherungsbissen für jüdische Arbeiter zu gründen, die am Sabbath nicht arbeiten wollen und deshalb unter besonders erschwerten Umständen auf die Arbeitssuche zu gehen gezwungen sind. — Die Vorsteher der jüdischen Gemeinden in der Türkei sind in Konstantinopcl zusammengetreten und haben in mehreren Sitzungen beschlossen, in Anbetracht der gegenwärtigen Lage in der Türkei das Obcrrabbinat nach modernen Grundsätzen zu reorganisieren. — Die Vereinigung der orthodoxen Rabbiner von Amerika und Kanada beschloß auf ihrer Konferenz, eine große Jeschiwah (Talinudhochschule) in Jerusalem zu errichten, die mit dem Seminar „Rabbi Isaac Elchanan" in New York einen Austausch von Professoren, Studenten, Publikationen pflegen soll. KUNST UND LITERATUR Am 3. Juni starb in Kierling bei Wien der Prager Dichter Franz Kafka. (Wir bringen in dieser Nummer eine Würdigung seiner Werke. Red.) — In Leningrad (Petersburg) verschied Moses Maimun. Er hatte sich aus ganz ärmlichen Verhältnissen zu einem der bedeutendsten russischen Maler emporgearbeitet. — Die Moskauer Akademie für Kunstwissenschaft veranstaltet eine Ausstellung der Kulissenzeichnungen des Theatermalers Isaak Rabbinowitsch. — In Berlin wurde im Logenhaus Klc-iststraße eine E. M.-Lilicnausstellung eröllnet, die anläßlich des 50. Geburtstages des Künstlers veranstaltet wurde. — In Wien fand die III. Kollektivausstellung Uriel Birnbaums statt. — Die berühmte Synagoge in Jassy, die über 300 Jahre alt war, ist abgebrannt. — Die Direktion des herzoglichen Palais der Stadt Mantua bat alle Bürger, die alte jüdische Kultusgegenstände von Wert besitzen, sie einem zu gründenden jüdischen Museum zur Verfügung zu stellen. — Das jüdische Museum in Danzig feierte dieser Tage das zwanzigjährige Jubiläum. Das Museum enthält über 130 Stück goldene und silberne Kultusgcrütc von großem kulturellen und künstlerischen Wert. WISSENSCHAFT. Der Vorsitzende des amerikanischen Joint Distribution Commitee, Herr Felix Warburg und seine Frau, haben 100.000 Dollar für die hebräische Universität in Jerusalem unter der Bedingung gespendet, daß der Betrag ausschließlich in einer Abteilung für jüdische Geschichte und Religion verwendet werde. — Die jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem erhielt von der französischen Regierung eine Kiste mit außerordentlich wertvollen wissenschaftlichen Büchern. — Am 7. Mai hat in Jerusalem die feierliche Eröffnung des neugegründolen misrachistischen Lehrcrinnenseminars stattgefunden. — Rabbi Stephen Wise hat David Ycllin nach Amerika eingeladen, um dort Vorlesungen am Jüdischen Seminar zu halten. — Dr. ph.il. Betty Fleimann wurde von der philosophischen Fakultät der Universität Flalle als Privatdozentin für indische Philologie zugelassen. — Die Londoncr-Dermatologengesellschaft hat den Wiener Universitätsprofessor Dr. Moritz Oppenheim eingeladen, in der Jahresversammlung ihrer Gesellschaft das Ergebnis seiner Forschungen vorzutragen. IIIIIJI1II1IIII1I1IIIII1IIIII1I1III1IIIIII1II1IW TAYLOR W. KARA Wien, VIII., Lange Gasse 38 Telephon 42 - 05/VI Vornehmes Atelier für moderne Herrenbeklei - düng undkornp ette Ausstattungen, Große Auswahl englischer Modestoffe. 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