Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1924)
- Article
- An unsere Leser! [Nachricht]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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MEN O RAH II. JAHRGANG JULI 1924 NR. 7 AN UNSERE LESER! Zufolge der mehrere Wochen andauernden passiven Restslenz im Wiener Buchgewerbe sind die letzten Nummern der Menorah mit starker Verspätung erschienen. Dieser Umstand, weitem die hnvägung, daß die Sommerhefte unseren Abonnenten zufolge Urlaube, Sommerreisen und dergleichen nur unregelmäßig und mit weiteren Verzügerungen zukommen, hat die Verwaltung der Menorah bewogen, cl i e b e i d e n n ä c h s l e n M anal s h e f l e, i n e i n e m v erst ä r l( t e n D o p p elheft e Nr. 8 9 v e r e i n i g I, am f. September erscheinen zu lassen, so daß die folgenden Monatshefte wieder pünktlich nt i l M onatsanfang unseren Lesern zul(omr.:en werden. Das Doppelheft S!9 wird neben vielen reichballigen Beiträgen und Illustrationen enthalten: N A TU AN BIRNBA UM: Unveröffentlichte Manuskripte und Glessen. ARTHUR SCHNITZLER: Heinrich _ Berruanns Fanülie. (Ein unveröffentlichtes Kapitel aus de:n Romane „Der Weg ins Freie".) JOSEF CARLEBACIJ: Die biblische Ceslaltenyrell Michelangelos. ROBERT WEISS: Die Freiheit des Gesetzes. ANNA KELLNER: Reisebriefe aus Palästina. S. MEISELS: Ferdinand Lassalle. Außerdem „Midraschim" von Nachum Clatzer, die Fortsetzung des Romanes Hermann Blumenihals ..Gilgul", unsere ständigen Rubriken Literatur, Mimil(, Schach, Follfjorislisches Allerlei, Frauenwelt usw. Die Redaktion UMSCHAU Dreitausend qualifizierte Arbeiter warten in Warschau auf die Einreiseerlaubnis der palästinensischen Regierung. In Berlin, \& ien.! liest, Konstantinopei, in allen jüdischen Zentren harren Hunderte von Chaluzim auf die Stunde, die sie nach Erez Israel bringt. Aber eine Hiobsbotschaft lähmt ihre Hoffnungen: Es ist kein Land in e h r cl a! Aller Grund und Boden, der sich in jüdischem Besitz befindet, ist bereits besiedelt: der jüdische Nationalfonds hat seine Reserven aufgebraucht, der Keren liajischuw der Agudus Jisioel besitzt noch allzu geringen Um lang; der Besilz. der Ica und der Privatleute ist bereits kultiviert! Es ist kein Boden mehr da . . . Und doch: es ist noch freier Boden in Erez Israel vorhanden, große, wenn auch nicht besonders fruchtbare Staatsländereien sind unbebaut. Erst vor einiger Zeit wurden breite Landstriche an Araber abgegeben. Wir sind leer ausgegangen, wir müssen Boden von denselben EfL-nclis kaufen, die mit unserem Gcldc ihre antijüdische Propaganda und Demonstrationen bezahlen. Das Mandat des Völkerbundes besagt ausdrücklich, daf.'i die Juden gleich den anderen Lanclesbc wohnein ein Anrecht auf die Staatsländercicn haben. Wenn auch die Kultivierung dieser von Arabern und Türken gleichermaßen verwahrlost belassenen Gebiete sehr erschwert sein wird — clali jüdischem Arbeitswillen nichts unmöglich ist, hat die Geschichte des Sumpflandes von Nahalal gezeigt, der heute blühendsten Siedlung des Landes. Jüdische Menschen warten unruhig auf ihre Arbeit. Wann wird die palästinensische Rcgielung die Verpflichtungen des Mandats einlesen und ihnen \ ätcrbodeii zur Bebauung überlassen? In L u b 1 i n wurde der Grundstein zu einer neuen großen J e s c h i w o h (Talmudhochschule) gelegt. Tausendc von Juden, Chassidim ebenso wie Misnagdirn verlebten diesen seltenen lag der Freude in der Stadt des Maharschall, in der seit jeher das Erbe der jüdischen Kulturüberlieferung gehütet %vurcle. Alte Thoralchrstätten müssen in unserer zerklüfteten Zeit aus Mangel an Mitteln, aber auch an Schülern, ihre seit Jahrhunderten offenen Lehrsäle schlieüen: in anderen Orten läf.U jüdischer Forschungsdrang neuerlich Heimstätten der Lehre entstehen. Junge jüdische Knaben werden wieder ihre altklugen Köpfe über unsere Bücher beugen. Wenn sie wissend herangewachsen sind, lassen sie aus den verborgenen Schächten ihrer jüdischen Neschomoh zu den Fragen der Gegenwart die Antwort der Väter aufsteigen. „Aur aulom b'auzar chajim, auraus me'auvel omar wajehi." Das Licht der Well ist im Schatze des dem Dunkel rief Lebens, Lieh ward! — ss EREZ ISRAEL. Vom I. bis 10. Juni sind 543 jüdische Immigranten eingctroflcn.— Die Konferenz der jüdischen Sludtgcmeinden wurde am 10. Juni eröffnet. Vierzig Delegierte waren anwesend. — Nach dem vom Magistrat der Stadl Tel Awiw verölt entlichten Bericht umfaf.it die Stadt bereits ein Gebiet von 4000 Dunam; die Bevölkerungsziffer beträgt gegenwärtig 17.600 Seelen. — Auf den Böden des Jüdischen National fonds wird jetzt im Westen von Jerusalem eine neue Vorstadt „Rechawia*' gebaut. — Dieser Tage wurde in Tel Awiw der Grundstein für die Textilfabrik „Lodzia" gelegt, welche von Lodzer Industriellen errichtet wird. — Sir Herbert Samuel hat bekanntgegeben, daf.i der Importzoll für Maschinen aller Art aufgehoben wird, ferner wird der Export palästinensischer Produkte zollfrei. — Im Jahre 1923 hat Palästina 2.500.000 Liter Wciu produziert und davon 1,800.000 Liter exportiert. — Die von der Brandcisgruppe gegründete Palestine Cooperativ-Company erstattete ihren Jahresbericht, aus dem zu ersehen ist, daü 489.298 Dollar durch die Zentralbank und die Baukorporation in Palästina investiert worden sind. — In Petach Tikwah war eine landwirtschaftliche Konferenz des Flapoel Hamisrachi. Es wurde beschlossen, die Organisierung aller religiösen, landwirtschaftlichen Arbeiter in Angriff zu nehmen. — In Chedera fand eine Konferenz, der jüdischen Arbeiterpartei Flapoel Hazair statt, an der 200 Mitglieder teilnahmen. — Die Preise in Palästina haben sich gegenüber dem Vormonat um 3"o gehoben und sind gegen das Vorjahr nur mehr um 45 '!'<> billiger. GALUTF1. Am 5. Juni tagte in Danzig eine Konferenz des Verbandes der osteuropaischen jüdischen Wirtschaft-Genossenschaften. Es waren Delegierte aus Polen, Litauen, Lettland versammelt. — Der amerikanische B'nai B'rith faüte auf seiner letzten Zusammenkunft in Chicago den Beschluß, eigene Vorstädte bei Jerusalem zu errichten. — Neuerdings macht sich unter den Juden der Türkei eine starke Emigrationsbewegung nach Palästina bemerkbar. Vornehmste Herrengarderobe nach Maß aus original-englischen Stoffen. Schnitt und Ausführung anerkannt tadellos bei ARTHUR LEDERER CFranz Schlafs Söhne NfgO Wien, I..Operngasse 16, I. Stock Gegründet im Jahre 1825. — Telephon 24-12 igene Einrichtung für streng rituelle Ausführung ... tu^I^i Größte internationale Kunstwerkstatte für lll!nH I I/UkhIhaiikSnm C Perücken, Scheiteln und Transfer- Wien, I., 1\ÖTRIRerrIHg Nr. 0 mationen (gegenüber dem Hotel Bristol) iefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialität: Bratitsch-Mteln, diese werden der Mädchenfrisur mit verblüffender Täuschung nachgemacht Othmar Schiff