Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1924)
- Article
- An unsere Leser! [Nachricht]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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MENORAH II. JAHRGANG JUNI 1924 N. 6 AN UNSERE LESER! In die Schriflcilung der „Mcnnrah" Inten mit I. Juli 1024 die Haren Dr. Nuthan ß i r nb a u m (Hamburg) und Dr. Robert W <• i ß (Wien) ein. In da Julinummer beginnen wir mit der Veröffentlichung des neuen Romans Hermann Blum enthals (Wien). „CilguV\ ein Roman aus dieser und jener Welt. Der Verfasser hat den Stoff dem Legendenkreise entnommen, der sich an die Person des Baal Schein knüpft. Blumenthal schildert hier das Bild der Seelenwanderung, n>ie es in der cliassidischen Auffassung spiegelt. MITTEILUNGEN DER VERWALTUNG Wir veröffentlichen nachstehend die Bedingungen für die österreichische Zeitungsindustrie, die auch auf den Bezug der Menorah Geltung haben: 1. Bezugsgebühren sind im vorhinein zahlbar, bei Zahlungsverzug sind Zinsen in der Höbe des jeweiligen Bankzinsfußes zu vergüten. 2. Das Bezugsverhältnis endet mit dem Tage der schriftlich erfolgten Abbestellung. 3. Bei Änderung der Bezugspreise genügt deren Ankündigung am Kopfe oder an einer auffallenden Stelle des Blattes und sind spezielle, individuelle Verständigungen nicht erforderlich. •v- Wir ersuchen jene Bezieher, deren Bezugsverhältnis am 30. Juni 1924 endet, eventuelle Abbestellungen bis längstens 15. Juni 1924 bekanntzugeben. PARISER BRIEF Von unserem Korrespondenten Die Juden Frankreichs haben sich nach und nach doch zu der Erkenntnis durchgerungen, daü das verfolgte und seit Jahrhunderten über alle Länder zerstreute jüdische Volk heute trotz allen Hemmnissen vom Lande seiner Ahnen, von Ercz. Isiacl, Besitz ergreifen kann. Wir sind heute Zeugen einer wundervollen jüdischen Renaissance in Paliislinn. Auch die französischen Juden interessieren sich in der überwiegenden Mehrheit für die Zukunll und die Sicherheit der Exisk-nz des Judentums, da sie einsehen, dalj der Krieg die Hal.iwoge gegen das jüdische Volk nicht halte eindämmen können. Ein jüngst erschienenes Buch einer \ranzösicheii Schriftstellerin, die ihren Namen schon durch frühere Werke bekannt gemacht hat, einer Nichtjüdin, Madame Myriam Harrys, das sich ,,Lcs Amanls de Zion" nennt, bietet den Juden Frankreichs in vollendetem Stil voll Poesie und Kraft ein Bild aller vergangener und gegenwärtiger Leistungen der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Sicherlich brachte auch da» Buch Monsieur herdinand Corcos „Israel sur la Terre Biblique", das vor einigen Monaten erschienen ist, wertvolle Aufschlüsse über die jüdische Arbeit. Aber das Buch Madame Myriam Harrys läüt uns die köstlichen Tage unter dem Himmel Judäas innig miterleben, inmitten der lachenden und prangenden Landschaft Galiläas. Mögen alle, die den Juden mißgünstig sind, die sie nicht verstehen wollen, wenigstens dieses Buch lesen. Sie werden bald überzeugt sein von dem, was Israel leisten kann. Madame Harry führt uns in die jüdischen Kolonien, die immer gröl.'iere Bedeutung gewinnen. Da ist vor allem Pctach 1 ikwah. Rischon le Zion und viele andere. Dann folgen die Städte Palästinas. Das Schauspiel, das Jerusalem, die Gottesstadt, in den Tagen des Pessachfestes bietet, ist etwas Wunderbares. Hart slol.ien in dieser Stadt die verschiedenen Dogmen aufeinander, um sich in der Sehnsucht nach Gott zu vereinen. Doch das Buch Madame Harrys ist eine Lehre und ein Beweis. Eine Lehre, denn die Autorin zeigt, da Ii der Jude weit entfernt davon, der Landarbeit feindselig gegenüberzustehen, ein ausgezeichneter Landmann geworden ist, atavistische Züge lassen sich erkennen, die ihn mit seinen Vorfahren verbinden. Der Jude akklimatisiert sich vorzüglich, und seine Arbeit in Palästina wideilegt alle tendenziösen Anspielungen unserer Feinde. Das Buch beweist endlich auch die auücrgewöhnliche Lebenskraft des Volkes Israel, das mit glühender Begeisterung an der Verwirklichung seines Ideals arbeitet. Wir können Madame Harry beglückwünschen, da f.» es ihr gelungen ist, das neue jüdische Palästina von einem so ehrlichen Standpunkt aus zu betrachten und uns ein so lebendiges Bild zu geben. Durch solche Werke werden dem Judentum die wahren Dienste geleistet. Betrachten wir nun die Kehrseite der Medaille! Wenn auch die Majorität der französischen Juden anerkennt, daü sie der gioüen jüdischen Gemeinschaft, die über die ganze Welt zerstreut lebt, angehört, so gibt es eben gerade in I"rankreich Juden, die bestrebt sind, eine Spaltung herbeizuführen. Einer dieser Männer (wir verschweigen den Namen, chnn er verdient nicht, genannt zu werden) verlangt in einer seiner letzten Schriften eine Enquete der sogenannten Juden „bien nes", um anläßlich dieser Aussprache sie zu veranlassen, ihrem Volke abzuschwören und französische Royalisten zu werden. Selbstverständlich muli man sagen, daü eine solche Enquete wohl wenig Beifall bei den französischen Juden finden kann. Die Juden Frankreichs haben, und dies ist der wahre Grund, die französische Revolution 1789 nicht vergessen, und sie werden auch nicht vergessen, daü allein die Demokratie ihnen die so teuer erkauften Bürgerrechte garantiei-'ii kann, und deshalb werden sie sich hüten, ihrem Glauben untreu zu werden, nur um das willenlose Instrument der Nachfolger ihrer damaligen Henker zu werden. Zahlreiche jüdische Persönlichkeiten haben zu dieser Enquete Stellung genommen, eine Stellung, die der von uns eben vertretenen entspricht. Darunter Salomon Reinach, Arthur Levy und noch viele andere. Dieses Buch hat Anlaü zu einer Anzahl von Versammlungen gegeben, doch kann man feststellen, und wir sind dessen froh, daü der Beifall nicht dem abtrünnigen Autor galt, sondern dem bewuütcn Judentum. Arthur Meyer, der langjährige Direktor des „Gaulois", der vor einigen Monaten gestorben ist, ist mit allen katholischen Zeremonien auf dem israelitischen Friedhof begraben worden. Dieses bedauerliche Ereignis hätte sich unbemerkt abspielen können, wenn die französische Presse nicht aufgefordert hätte, Einspruch zu erheben gegen das Begräbnis Arthur Meyers in jüdischer Erde. Das also war der Glaube Arthur Meyers. Friede seiner Asche! Aber für diejenigen, die aus Enthusiasmus oder Feigheit ihrem Glauben untreu werden, möge es als Lehre dienen! Denn trotz allen feindlichen Mächten läüt sich Israel treu seinem Glauben nicht aufhalten auf seinem Weg zur Ewigkeit, zu Gott! F. Lop. Vornehmste Herrengarderobe nach Maß aus original-englischen Stoffen. Schnitt und Ausführung anerkannt ladellos bei ARTHUR LEDERER CFranz Schlafs Söhne Nfg.) Wien, I..Operngasse 16, I. Stock Gegründet im Jahre I825. — Telephon 24-12 streng rituelle Othmar Schiff Wien, L, Kärntnerring Nr. 6 (gegenüber dem Hotel Bristol) iefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen alter Lander Perücken. 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