Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1924)
- Article
- Die Mode der Kleinen
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 21 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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21 MENORAH SYlodeßericßt DIE MODE DER KLEINEN. Wenn wir uns der Mühe unterziehen, die Entwicklung der Kindermodcn der letzten Jahre zu überblicken, wenn wir uns nur an unsere eigene Kindheit erinnern oder ein wenig alte Modezeitschriften durchblättern, so kommen wir zu dem Ergebnis, daß sowohl in ästhetischer als auch in Während in früheren Zeilen die stete Angst vo ^Erkältungen, vor Luft und Sonne, alle Maßnahmen beeinflußte und vor allem darauf gesehen wurde, die Kinder recht w a r m zu halten — die Säuglinge packte man in dicke Wickelkissen, dicke Federbetten, überheizte und wenig gelüftete Zimmer waren daher die Regel — so ist heute be- Spiclhöschen aus Waschstoff mit wollgesticktem Leibchen und auf das Höschen genähten Saum praktischer Minsicht ein ganz wesentlicher borlschrill zu verzeichnen ist- Ein Rückblick in vergangene Jahrhunderte und eine Gegenüberstellung der Kleidung eines Kindes auf einem der Bilder von Velasquez und der unserer Tage wäre wohl interessant, würde aber den Rahmen weit überschreiten. Wir wollen uns begnügen, nur einige Jahre zurück zu schauen und die Entwicklung beobachten. Eine grundlegende Änderung in der Art der heutigen Kinderkleidung ist vor allem durch die hygienischen Anforderungen notwendig geworden. Spielkleid mit auswechselbaren Ärmeln, die mit Durchzugbändern befestigt werden reits die Erkenntnis durchgedrungen, daß der beste Schutz vor Erkältung in Abhärtung, daher Luft, Sonne und in zweckentsprechender Kleidung besteht. Von dieser Erkenntnis läßt man sich vom ersten Tag an leiten und der Säugling braucht höchstens während der Wintermonate an kalten 1 agen ein Steckkissen, das ihn wenig in der Be- FLÜGEL PIANOS 0OVlG WUPCELD^ WIEN, VI, 'V MARIAWILPERSTR,3/ d Kittelanzug aus gestreifter Rohseide fü Sommer HERBERT wegung behindert, und im Sommer sowie im gut geheizten Zimmer läßt man ihn ruhig frei strampeln. Das Kind nicht unnütz mit Kleidung belasten, es in seiner Bewegungsfreiheit so wenig als möglich behindern, ist eine I lauptregel. Betrachten wir nun auch einmal die ästhetische Seite der Veränderung. Wie leicht ist es, Kinder hübsch zu kleiden, und wie wenig Gewicht wurde tiotz aller Eitelkeit der Mütter früher darauf gelegt, zu welch lächerlichen kleinen Mißgestalten machte man die Kleinen, wie sehr behinderten che langen Kleider jede Bewegung, jedes Spiel und wie zwecklos war es, Kinder in kostbare Sachen zu stecken, wie unhygienisch, schwer zu reinigendes Material zu verwenden. Gut waschbar ist heute ebenfalls Grundbedingung. Unsere Kinder haben es besser, man läßt ihnen viel Freiheit. Mädchen und Knaben steckt man in Spielhöschen, die im Winter aus hellem Flanell oder Barchent, im Som- STRUMPF I.TRATTN ERHOF 2 grabIS