Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1924)
- Article
- Entwürfe für Kunstkarten der Agadas Jisroel-Jugendgruppe [Illustration]
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 17 (sequence 1)
- Language
- German
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17 MENORAH n^?.VM ö^rwu? l 1,'TSttygry,,3ttygTö'^si 3^arir rw i»ö? S>j—n w^i-^-*?* «w?^ - 1 1 ' >suw«A.- •' " ' ■■ 15 fl^üw mssöiJrsn K^n^^j^Kis^-rrs ö^rrto vft* nn^msaaö 1 - t r _ it: r t : Entwürfe für Kunstkarten der Adulas Jisrocl-Jugendirruppe in Wien z^tkunst URIEL BIRNBAUM Ausstellung IM SAALE DES „NEUEN FRAUEN-CLUBS', WEN, I. BEZIRK, TUCHLAUBEN 1! Dienstag, den 27. Mai bis Montag, den 30. Juni, von 9 bis 5 Uhr, an Sonntagen von 10 bis 1 Uhr Im Rahmen der Ausstellung finden Vorlesungen des Künstlers aus eigenen Werken statt (Fortsetzung von Seite 4) Die Bücher Uriel Birnbaums werden in ilneni Ernst und ihrer sittlichen Strenge von dem Leser oder Beschauer zuerst als unzeitgemäß, ja unbequem empfunden. Auch mag beim ersten Eindruck, die entschiedene Haltung des Dichters gegenüber der Demokratie und den politischen l endenzen unserer Zeit befremden. Wer aber tiefer mit Birnbaums Werk vertraut wird, dem erscheint auch dieses sogenannte reaktionäre Wesen, wie etwa das Bekenntnis zum Kaisertum und zu Alt- Österreich, seiner grundsätzlich religiös-autoritativen Gesinnung entsprechend als nutwendiger Zug im geistigen Antlitz Birnbaums. Auch steht zu viel von Gott und Krieg und Tod in seinen Werken, wovon man in dem nun „glücklich überstandeiien" Weltkrieg mehr als genug zu hören halte. Allein nicht im Vergessen, sondern im schaurigen Nacherleben des Erlebten in Wort und Bild finden Dichter und verstehende Zeitgenossen Trost und Erhebung. Denn Leid, Tod und unerhörte Qualen sind unwichtig dem gegenüber, dali sie nur Stufen sind zu Gott und zu den lebendigen Quellen, die zu ihm hinführen: Glaube und Eicbe. In diesem Sinne zu verstehen ist auch der Weg des Dichters aus Gottes Krieg zum Leben in Liebe. Zum Schlüsse seien hier die schönen Worte Felix Brauns wiederholt, die dieser anläßlich der ersten Kollektivausstellung von Birnbaums Werken im Jahre 1916 schrieb: „Überall tritt bei Birnbaum Magie und Dämonie hervor, die diesem jungen Künstler eine Aura schallt, schön und verheißungsvoll genug, dali wir mit Bewunderung auf ihn blicken müssen.'1 Dr. Leo Oser. MITTAG O still mein I lerz! Jetzt schweige in dem Schweigen! O schau hinab ins Tal und geh zur Ruh! O schau empor zu weißer Wolken Reigen! O wende dich den Sonnenstrahlen zu! O gib dem Wind dich, daß mit seinem Eigen ■— O daß er dich damit erfüllen tu! ü sieh die Wälder, die sich schweigend neigen . . . O schweige doch und neige dich auch du! DAS MEER Ich kenne das Meer — und ich weiß nicht wie! Ich kenne das Meer — und ich sah es doch nie! Als ob es um meine Wiege schrie, So deutlich kenn' ich sein Gellen: Als wiegten mich seine Wellen Dahin seit ich lebe — und sah es doch nie! Ich kenne das Meer — o das graue Meer! Ich kenne das Meer — und ich weiß nicht wohn! Durch alle meine Nächte wog! es mir schwer, Seine Wellen, die gehen und gischten, Mit all meinen 1 räumen sich mischten In immer erneuerter Wiederkehr. Ich kenne das Meer — ich kenn' es seit lang! Ich kenne das Meer ■— in die Ohren mir sang Seit je sein großer, sein ewiger Klang! Nie bin ich am Strande gegangen. Doch der Ton hält mich ehern gefangen. Mein Herz gefangen und macht mir bang!