Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 2 (1924)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1924)
- Article
- Kurze Selbstbiographie
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 16 (sequence 2)
- Language
- German
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16 MENORAH Hellendem Einzelzimmer; nach nochmaliger Operation langsame Genesung. Ordnende literarische Arbeiten; erste schildernde Kriegssonette; einige hundert Skizzen zu „Städten"; Ausführung von fünf neuen Blattern „W e s c 11 von anderen Sternen". Im März 1918 Ausstellung von 21 Zeichnungen in der Frühj ahrsausstel- 1 u n g der Wiener Sezession. Ab April 1918 wieder im Kriegsspital Grinzing; noch bettlägerig I-ederzeichnungen in farbigen Tuschen: Zyklus „Die Schöpfung". Im Juni 1918 erstes Aufstehen; ein Jahr auf Krücken. August-September 1918 zur Erholung in Dornawatra. Ordnen und teilweises Schreiben des Gcdichtbancles: „In Gottes Krieg". Außerdem viele biblische Sonette. Erleben des Novemberumstuizes in Wien, seither immer schärfere konservative Einstellung. Arbeil an dem Zyklus in farbiger Kreide: „Der Wurm" von der Revolution unterbrochen; unvollendet geblieben. Grippe in Wien; schwere Erkrankung der Schwester Rosa. Ausführung von linearen Federzeichnungen: „D er Seelenspiegel". Mai-Juni 1919 Zweite Kollektivausstellung durch die „Wiener Zeitkunst"; ausgestellt 310 Blatt. Im Rahmen der Ausstellung Vorlesungen aus eigenen Werken; Vortrag über „Gläubige Kunst'', ypäter als Broschüre erschienen (R. Löwit Verlag, Wien 1919). 2. August 1919 Verlassen des Spitals und Ende der Militärzeit; durch Sorgen der Nachkriegszeit gehemmte Arbeit; viel Brotarbeit; Zeichnungen zu dem Geclichtband „In Gottes Krieg". Im Dezember 1919 Verlobung mit der freiwilligen Krankenschwester Rosa Grieb. Bis Mai 1920 Zyklus in farbiger Tusche: „Von Welt zu Well." 13. Juni 1920 Heirat; im Herbst und Winter Lithographien „Das Buch Jona" und Iederzeichnungen zu Propagandakartc n für die Wiener Jugendgruppe der „Agudas Jisroel". März 1921 Geburt einer Tochter. April 1921 erscheint der Gc-dichlband „In Gottes Krieg'' (R. L.öwit Verlag, Wien)- Im Oktober Erscheinen der im Sommer auf den Stein gezeichneten Mappe „W cltunlcrg a n g" (Verlag Karl König, Wien); im November erscheint „D a s Buch Jona" (Verlag Neuer Graphik, Wien). Zusammenstellung des Gedichtbandes „Leben in Liebe". 1921 und 1922 Ausführung des Zyklus „Der Kaiser und der Architekt"; 1922 bis 1924 des Zyklus „Moses" (Skizzen dazu bis 1916 zurückreichend); 1923 farbige Zeichnungen zu den von Helene Scheu-Riesz übersetzten Mär- DIE UMMAUERTE STADT i fünfzig farbigen Bildern : chenbüchern von Lewis Carroll: „Alice im Spiegclland", „Alice im Wunderland". Zeitraubende Überwachung der Druckwerke „Der Seelenspiegcl" (erschienen Frühjahr 1924), „Der Kaiser und der Architekt" (gleichzeitig erschienen), „Moses" und „Leben in Lieb c'' (erscheinen demnächst — alle vier im Thyrsos-Verlag, Leipzig und Wien). Oktober 1923 den Baucrnfcld-Prcis für den Geclichtband „In Gottes Krieg" erhalten. Im Mai 1924 Eröffnung der von der „Wiener Zeilkunst" veranstalteten Dritten Kollektivausstellung; ausgestellt 300 Blatt. Gegenwärtig Arbeiten ar: den Zyklen „Esther", „Sternenreise", „Die großen Städte", an biblischen Sonetten und einem Roman, alle wie die schon veröffentlichten Werke aus religiöser Gesinnung entstanden und in jeder Hinsicht konservativ gerichtet. IM TRAUMLAND TIEF Im Traumland tief; die Bäume, die roten, Wie ewige Fackeln zum Himmel lohten. Ein Bach, wie glühendes Silber klar, Durch die schillernde Wiese gezogen war. Den amelhystenen Himmel durchwallten Die Wolken in eisigen Riesengestalten. Dahinter hoben sich sonnenumglüht Zerrissene Berge bis zum Zenit; Die Wände steil fallend und gletscherbeladen, Ummauert von purpurnen Waldbarrikaden. Und leise hin durch das Trauinland strich Ein leiser Luftzug so schauerlich. Die glänzenden Farben erloschen müd Bei dieses Windes eintönigem Lied — Denn Nachriehl brachte der Höhenwind Von den Menschcnländern, die drüben sind. SCHLAF Nacht ist's. Ich schließe müd' die Augen. Und alle meine Sinne saugen Die ewig tiefe Stille ein. Und eine Welle brandet näher. Umarmt mich, hebt mich hoch und höher Bis in den lichten Sternenschein. Ich bin umringt von Sternenkreisen In weißen flimmernden Geleisen — Ich bin in Nacht und ganz allein! Die Sterne singen immer lauter — Und wieder stiller — wieder trauter — Und werden stumm. — Ich schlafe ein . . . SPRÜCHE. Alle Marter, alles Leid Ist voll Gottes Herrlichkeit. Beuge dich und murre nicht: Deine Marter ist dein Licht! Wie eine Insel ist das Glück, Umschäumt von eitel Mißgeschick; Das Leid ist eine tiefe Flut, Darin die Seele ruht. Stehst du zwischen Glück und Leide, Wähl' nicht selber: Warle still, Daß der Herr entscheide, Welches er dir geben will!