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Menorah · 1924-05-01 · Heft 5 (Mai 1924) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 5 (Mai 1924)
Article
Meine Eltern [Illustration]
Date
1924-05-01
Page
Seite 15 (sequence 1)
Language
German
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15 MENORAH MEINE ELTERN KURZE SELBSTBIOGRAPHIE Arn 13. November 1894 in Wien als Doktor Nathan Birnbaums (Mathias Achers) jüngster Sohn geboren. Besuchte in Wien die Volksschule, dann sechs Realschulklasscn in Wien und Czernowitz. Mit 1 1 Jahren die ersten selbständigen Zcichenversuche (vom „Simplizissimus" beeinflußte Karikaturen), mit 13 Jahren die ersten literarischen Arbeiten (von E. A. P o e angeregte phantastische Novellen). Mit 14 Jahren reifere Zeichnungen und erste lyrische Arbeiten, welche die Prosa bald völlig verdrängen. Um das 16. Jahr herum die ersten einwandfreien Gedichte (kurze Landschaftsbilder) und Zeichnungen (zur Apokalypse). Von 1911 bis 1914 in Berlin; während eines Monats Besuch der Zcichenschule der Berliner Sezession (Professor Karclorll), einziger Kunstuntcrricht. Gemeinsam mit dem Bruder M e n a c h e m Versuche als Plakatzeichner, im übrigen viele Schwarzweißzeichnungen, teils Einzclblättcr, teils schon in Zyklen geordnet: Köpfe und von Kubin und Goya beeinflußte Zeichnungen zu E. A. Poe. Vielseitige Lektüre in den Berliner großen Bibliotheken; astronomische Studien; erste Beschäftigung mit Dostojewski, Dante und Lionardo; vielfältige, aber ungeordnete literaiische Arbeiten. Sommer 1914 Übergang zur Arbeit mit farbigen Tuschen (in dieser Technik Zeichnungen zu E. A. Poe), ungefähr gleichzeitig Finden der neuen Soneliform. Während des Berliner Aufenthaltes auch Aufkeimen und nach Scelcnkämpfen rasche Entwicklung jüdisch eingestellten Gottesglaubcns, beeinflußt und vertieft durch eifriges Bibellesen. Erleben de, Kriegsausbruches in Berlin; solorlige und nie geänderte Einstellung zum Kriege als Gottes l ügung, Strafe und Gnade. Dezember 19 I 4 bis Mai 1 9 1 5 in Wien als Beamter tätig; während dieser Zeit religiöse Sonette, groteske Skizzen, Entwurf und Ausführung ,,B i b 1 ischc r Köpf e". Im Juni 1913 nach Brünn zum Iclcljägcrbataillon Nr. 17 eingerückt: Kascrnendienst als Infanterist; nach Ablehnung eines ersten auf Zeichnungen gestützten Gesuches im September 1915 auf Grund „hervorragender dichterischer Leistungen" Einjähriger; Oflizicrsschule in Brünn, militärische Karikaturen und Gedichte für Kamaradschaftsabcnde; krank in Wiener und Brünner Spitälern. In dieser Zeit religiöse und Krieg^sonette, ein Schauspiel ,,D a w i c\'\ Zeichnungen zum „Buch Daniel" (Federzeichnungen in farbiger Tusche) und „W e s e n v o n a n d e r u S t e r n e n" (ebenso). AprilA Iai 1916 E i •.. I e K o 1 I e k t i v a u s s t e I 1 u n g bei Mugo Heller in Wien; ausgestellt 65 Blatt. Zu gleicher Zeit 1-ertigstellung zweier mit farbiger Tusche gemalter Zyklen: „D er Abcnteurc r" und „D i e G e b ä u d c". 17. Juni 1916 Abmarsch ins Feld; Teilnahme an den Kämpfen während der Brussilow- Offensive. Großer Rückzug an den Styr am 21. Juli: Auszeichnung mit der kleinen silbernen Tapferkeitsmcdaillc; in Reserve bis Dezember; dann bis April im Schützengraben. Nachricht vom Heldentod des V reundes Reinhold Olszewski; Nachricht \om Tode des alten Kaisers und neue Vereidigung. Im April 1917 Verlegung des Bataillons an die Isonz.ofiont. Im l eide Übergang zu farbigen Kreidezeichnungen. Einzelzeichnungen kriegerischen und phantastischen Inhalts; Zyklus „Ein Weg zu Goit"'; Skizzen zum otentanz"; Bleistiftskizzen zum „Scelenspiegel". \ iele religiöse Sonette, April 1917 in Kärnten Landschaftssonelte. Lektüre im Feld: Bibel, Dante, Dostojewski, Carlyle. Pascal. Mai 1917 auf Urlaub: in achtzehn Urlaubstagen Ausführung von 40 Zeichnungen: „T o t c n I a n z". Neuerlich im Felde, in Stellung am Vodil \ rh bei lolmein. Kreidezeichnungen: Zyklus „Gottes Krieg'1: phantastische Kriegsnovellen (vereinigt unter dem Til.-I: „Die Ü espen sie. front"). Im Herbst 1917 Ausstellung von 14 Zeichnungen in der „A u ssI e I 1 u n g österreichische r Kunst in Stockholm". Ausbruch der elften lsonzoschlacht. Am 14. September 1917, 7 Uhr früh, erst veischütlet, dann verwundet; nach schwierigem Transport um ) Uhr nachmittags linker büß amputiert, rechter Fuß trotz /erschmettciung gerettet. Beförderung zum Fähnrich. Drei Wochen im Laib.icliei „Maiianum" (Skizzen zum „Wurm" und wei Sonette), dann im Malteserzug Transport nach Wien. Im Grinzmger Kriegsspital drei Wochen zwischen I od und Leben; Blutvergiftung; Operationen. Erstes Kennenlernen der Schwester Rosa. I ünf Monate im Kriegsspilal Baumgaiten in Arbeit ermög-

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