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Menorah · 1924-05-01 · Heft 5 (Mai 1924) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 5 (Mai 1924)
Article
Die Bücher von Uriel Birnbaum
Date
1924-05-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 MENORAH Vornehmste Herrengarderobe nach Maß aus original-englischen Stoffen. Schnitt und Ausführung anerkannt tadellos bei ARTHUR LEDERER CFranz Schlafs Söhne Nfg.} Wien, I..Operngasse 16, I. Stock Gegründet im Jahre I825. — Telephon 24-12 ne Einrichtung für streng rituelle Ausführ Birnbaums Werk wieder lebendig aus seiner verschütteten Ewigkeit. In diesem jungen Dichter und Maler kommt die verhaltene Glut der im Golus durch Jahrhunderte zurückgedrängten Phantasie der Vorfahren urgewaltig zum Durchbruch, doch die durch irdische Schranken gehemmte Schaffenskraft des Künstlers vermag nur einen Bruchteil dessen zu verwirklichen, was der schaffende Geist erschaut. Uriel Birnbaum ist gläubig und erinnert in der Art seiner Religiosität an die heilige Erfülltheit der Gotlcsmänncr des voi talmudischen Judentums: Herr! Jetzt verlange ich Gerechtigkeit! Die Wolken brechen aus, die schwergeballtcn! Die Erde wartete so lange Zeil: Jetzt, Herr, mein Gott, sollst du Gerichtstag halten! Herr: Komme so wie einst in Sturmgcwalten Und Infi, was damals deinem Zorn entrann: Schlecht taten sie dein Gut, o Gott! verwalten: Durch Sünde schleiften sie 's — Ich klage an!!! („In Gottes Krieg", S. 9.) Aber ähnlich wie Jakob und Moses vollführt er nicht blind Gottes Wille als dessen willenloses Werkzeug, sondern kämpft mit ihm, bevor er sich ihm in Demut beugt. Dann aber verwendet er seine reichen Gaben als Künstler nur zu dem einen Ziele, Gottes Glorie in tausendfacher Verherrlichung darzustellen. Denn wie Clin seiner Kampfbroschürc „G 1 ä u b i g e Kunst'' (R. Löwit Verlag, Wien 1919) sagt: „So unwichtig die Kunst an sich auch ist: An (Gott) sich aufrichtend, vermag sie wichtig zu werden, in Gottes Licht vermag sie Wert zu erlangen; Gott dienend, vermag sie grof.i zu sein", so verwirft er auch jede andere Art von Kunst als unsittlich. Und sein leidenschaftlich politisch gerichtetes Temperament, das in dieser Broschüre prächtig Ausdruck gewinnt, schreckt nicht davor zurück, den Kampf gegen eine Welt von Ungläubigen und Heiden in rücksichtslosester Weise aufzunehmen. In derselben tic f religiösen Erfüllthcil erlebt der junge Künstler den Krieg. In seinem Buch „1 n Gottes Krieg' (R. Löwit Verlag, Wien 1921), das vor kurzem den Bauern fcldpreis erhielt, ist das leidenschaftliche Erlebnis eines jungen Menschen dargestellt, der den Krieg in allen Phasen seiner schrecklichen Wildheit am eigenen Leibe erfuhr. In 240 Sonetten erstehen noch einmal die grausigen Bilder des Krieges, den der Dichter vom Anfang bis zum Ende als Gericht Gottes empfindet, dargestellt mit der anschaulichen Kraft des Meisters der Zeichnung, getragen von dem hohen Pathos des von seiner Berufung durchdrungenen Menschen und im Ausdruck edelster Gestaltung der deutschen Sprache: Die strenge Form des Sonettes erscheint bei Birnbaum in neugeschaffener Vollendung, neu erbaut nach architektonischen Gesetzen. Und diese Tatsache ist um so höher zu werten, weil die Dichtung der letzten Jahre das Erlebnis des großen Krieges meist in zerflatternden und tagebuchartigen Formen angemessen zu gestalten vermeinte, während es bei Uriel Birnbaum in der reinen und hier geradezu volkstümlich verständlichen Form des Sonettes Ausdruck erhält. Schlacht, verstümmelnde Verwundung und langer Leidensweg der Kreatur, Operation und Genesung sind hier inhaltlich und formal typisch gestaltet und zu einer grandiosen Einheil verschmolzen. Diese Einheit aber zu schaffen war nur dadurch möglich, daß alle die vielfältigen Schilderungen äußeren Geschehens und inneren Erlebens einmünden in das Lob Gottes, so daß schließlich das lyrische zum religiösen Werk sich wandelt, wie bei den großen religiösen Dichtern vergangener Zeiten, Juda Halevi, Dante oder Calderon. Die erhabene Kunst des Wortes, die Birnbaum besitzt, wird unterstützt und durchdrungen von einer nicht minder gewaltigen Beherrschung der Farbe und Linie. Hier stehen wir vor der seltenen Tatsache, daß ein Dichter und Maler in einer großen Persönlichkeit sich von Anfang an gesammelt zu Gottes Werk entschlossen hat. In diesem Sinne ist die bildnerische Kunst Uriel Birnbaums schwer zu katalogisieren und einer bestimmten Kunstrichtung zuzuweisen. Parallelen mit dem Expressionismus sind vorhanden, aber nicht mehr, als sie durch die Nähe der Zeit gegeben sind. Hier noch mehr als in der poetischen Kunst Birnbaums tritt das rein Technische und Formale vor dem dargestellten Inhalt zurück und die Absicht des Künstlers, Gott zu verherrlichen, tritt ohnegleichen vor das Auge des Beschauers. Es dürften wohl wenige Beispiele in der Geschichte der Kunst zu finden sein, daß sich ein bildender Künstler mit solcher Intensität der Gestaltung seines religiösen Empfindens zugewendet hat, wie es Uriel Birnbaum tut. Am ehesten wird man 12. österr. Staatslotterie für Wohltätigkeitszwecke Ziehung am 5. Juni 1924, um 6 Uhr Jabends 36.000 Gewinne in barem Gelde Haupttreffer 500,000.000 K Lose zu 10.000 K erhältlich bei: Tabaktrafiken, LottokoIIekturen, Klassenlotterie- Geschäftsstellen, Banken u. Wechselstuben, Steuerämtern, Post-u.Telegraphenämtern, Eisenbahnu. Schiffahrtsämtern, Bezirksu. Gemeindeämtern, allen öffentlichen Kassen, Lottoamt in Linz oder schriftlichzu bestellen bei der Kasseder Generaldirektion :-: der Staatslotterien in Wien :-: Senden Sie mir ...................... Stück Lose. folgt mitportofreierPostanweisung*) Betragistdurch Postnachnahme einzuheben*) Name: .................................................... Adresse: *) N'iclitzutreffentics durchstreichen! Ausschneiden und in Brief nach Wien, II!., Mar Kasse 1, portofrei einsenden! GALERIE HOLBEIN I N H A B ER: LEOPOLD KOHN U. FRITZ LUNZER WIEN. I., FRANZ JOSEFS-KAI 41 TELEPHON 05-9-09 EIN-UND VERKAUF ALTER UND MODERNER KUNST

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