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Menorah · 1924-03-01 · Heft 3 (März 1924) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 3 (März 1924)
Article
Das Turnier in Meran
Date
1924-03-01
Page
Seite 17 (sequence 1)
Language
German
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17 MENORAH Geleitet von RICHARD RliTl DAS TURNIER IN MERAN Es war wieder, wie in den letzten Jahren, so oft ein gemischtes Turnier, zu welchem neben einer Mehrzahl von Amateuren einige internationale Meister eingeladen waren, sei es nun zur Dekoration, oder auch um ein richtiges Bild von der Spielstarke der anderen Teilnehmer zu ermöglichen. Wie immer, haben auch diesmal die Meister fast alle Preise in Beschlag genommen. Erster wurde Grün f c I d, mit dem glänzenden Resultat von lOV'j Punkten aus 13 Partien. Der zweite Preisträger Spiel mann blieb um volle zwei Punkte zurück. R u b i n s t c i n, der Erste in so vielen großen Turnieren, mußte sich diesmal mit dem dritten Preis begnügen (8 Punkte). Den vierten Preis teilten Przepischa und Sclesnieff mit je 7"j Punkten. Der ein/ige Meister, der abfiel und mit mir sechs Punkten auf den 10. Platz verwiesen wurde, war Altmeister Dr. Tarrasch, der heute den Anstrengungen eines Turniers nicht mehr gewachsen zu sein scheint. Von den Nichtincislern erreichte Takacs das beste Resultat mit sieben Punkten, dicht gefolgt von den Jungmeislcrn Collc, Opoccnsky und Steiner mit je 6' -j Punkten. Von dem Belgier Colle hätten wir nach seinem schönen Resultat im Weihnachtsturnier zu Hastings eigentlich Besseres erwartet. Er wurde hauptsächlich zurückgedrängt durch seine Niederlage gegen seinen Landsmann Koltanowsky, der trotz dieses Erfolges nur fünf Punkte erreichen konnte. Den Abschluß bildeten Palay und Roselly del Turco mit je 4' •_• und Miliani mit 2' -j Punkten. Die folgende spannende Partie wurde in der dritten Runde dieses Turniers gespielt. Weiß: Sclcsnicff :v Schwa e 4 P 3 Dr. Tar :■ ("> Diese Einschließung des eigenen Damenläufers ist weder notwendig, noch gut. 3..... r7 e f> 4 « .» i r3 i 7 - r » Die sogenannte „Stoncwall"-Aufstellung, welche ganz verfehlt wäre, wenn Weiß nicht mit dem 3. Zuge seinen Damcnläufer eingesperrt hätte. ä. S I, l e.'J S £i S r r> r>. i. r i ,i 3 s b s ii 7 7. L c 1 --.12 \. I' S - .1 ('. 5 e 4 X A 3 ,• Ii X ,1 3 '.). s c 3 h 3 .... Die Einleitung eines verfehlten Angriffes. ..... 1,(11) Ii S 10. i. .i 2 i) 4 s r i; p 4 11. T :i 1 c 1 K p S 17 Darnach erhält Weiß wieder spielt. Mit 11.. a 6 konnte Schwarz den Angriff des Weißen zurückwerfen. Falls dann 12. Da 4, so zwingt Schwarz durch 12.. K f 7, drohend S b 6, den Sb5 doch zum Rückzug. 12. I» (I 1 - <■ 2 .... Gewinnt für den Springer das Feld c 7, so daß er nach a 7 — a 6 nunmehr nicht zum Rückzüge gezwungen ist. 12. 13. S I, .-, 14. I. d 3 1ö. .1 4 1 4 Die Einleitung zu einem inkorrekten bigurenopfer. Richtig war 1 3 . S e 5 , um nach S 3 mit 16. d < e nebst Ld6 den gefährdeten Springer c 7 decken zu können. Ui. s <• 7 x d 3 .... Nach 16. Sd4 käme Schwarz durch Sc 3 in Vorteil . Ui. .... p 4 x r 3 17. S il ,i r 7 .... Wahrscheinlich dachte Weiß, als er die Figur opferte, sie nunmehr zurückzuerobern, übersah jedoch die starke Antwort, die dem Schwarzen zu Gebote steht. Durch diesen Generalangriff behauptet Schwarz, die gewonnene kigur und sollte eigentlich gewinnen. IS. 0 0 LfS Ii 11). T I" 1 dl I) ,! X S 20. S p 7 x l U p S Ii Besser war 0 :i 4. am besten aber wohl Ii 7 Ii i> 21. D p 2 hl I. p I'. I .3 Darnach erzielt Sclesnieff in hübscher Weise das Remis. D a 4 hätte wohl zum Gewinn gereicht. 22. I) 1. 1 X f 3 1) «■ \\ I" f. 23. TJl 4 7! S p .3 ■ ,i 7 24. 1) I' .3 x 4 7 Kf 7 s f. 23. 0 d 7 - 4 I ) T Ii <• -r> 21'.. l) c 4 - p c. i) 2 :> r u 27. I) e Ii ix 4. Remis durch ewiges Schach. Die endgültige Teihiehmerliste des N e w Yorker Turniers, welches am IG. März beginnt, ist: C'apablanca, Lasker, Aljcchin. Bogoljubov, Maröczy, Dr. Tartakover, Rcti, ein Engländer, wahrscheinlich Yates, und die in Amerika lebenden Meister Marshall. Janowski, Eduard Laskcr und Kupschik. VOM BLINDL.INGSSP1E1. Das Schachspielen aus dem Gedächtnis, das sogenannte Blindlingsspiel, besonders aber das Simultan-Blindlingsspiel, bei welchem man mehrere Partien gleichzeitig ohne Ansicht der Schachbretter spielt, gilt allgemein als eine der merkwürdigsten Höchstleistungen des Gedächtnisses. Wie die folgenden kleinen, wahren Begebenheiten zeigen, kann man darüber aber verschiedener Ansicht sein. Bei einer Blindlingsvor- Stellung, die der Schachredakteur in einer kleinen Provinzstadt gab, befand sich unter dem Publikum ein Mann \om Lande, de, erzählte, er sei, obwohl er wenig vom Schach versiehe, gekommen, da er sich, wenn er über Blindlingsspiel gelesen habe, sich die Möglichkeil davon nie habe erklären können. Nach einiger Zeit wandte er sich jedoch an einen Nachbarn und meinte, daß die Sache doch eigentlich gar nicht schwierig sei. Auf den erstaunten Blick des anderen, setzte er hinzu: „Man sagt ihm doch alle Züge seiner Gegner." Daß es nicht jedem ganz so leicht vorkommt, zeigt die andere Geschichte. Bei einem ßlindlingssoiel A 1 j e c h i n s in Brüssel übermittelte ein Redakteur einer dortigen Zeitung die Züge. Ein anderer Redakteur befand sich unter den Zuschauern. Nach Schluß der Vorstellung fragte dieser jenen: „Nun, da wir Journalisten unter uns sind, sage mir doch, worin besteht der Schwindel?" licrichtiauns!. Durch ein Versehen wurde der in unserer vorigen Schachrubrik zweimal erwähnte holländische Schachmeister E u w e beidcmale unter dem falschen Namen Emdl gedruckt, was hiermit richtiggestellt sei. UNSERE KÜNSTLER JOSÜF TOM Josef Tom, im Jahre 1884 zu Warschau geboren, gehört zu den gemüßigten Impressionisten. Er studierte in Warschau an der Schule der schönen Künste, dann mehrere Jahre an dei Gewerbeschule in Berlin. Sein Thema sind meistens Landschalten, seine Technik ist sowohl das Aquarell als die Autolithogiaphic. Im Jahre 1917 wurden Toms Autolithographien auf der Ausstellung der schönen Künste in Warschau preisgekrönt. Seine Bildei bezeugen ein feines Empfinden füi die Stimmung des Lichtes, und seine Motive verraten den Pinsel des wahren Künstlers, welcher verfallene Winkel alter Judenstädte und verkrümmte Giebel längst unbenutzter Speicher oder Gemeindehäuser dem empfindsamen Auge ausdrucksvoll wiedergibt. GEM {Fiii-tset/unu;u:f Seile 1") GALERIE HOLBEIN [NMA H 1-: U: I.KOI'OLl) KOHN V. FRITZ U'N/KR WIEN. I., FRANZ JOSEFS-KAI 41 TKI.I-'.I'HON rö-c-dV E I Nü N D \' E R K A U F ALT F. R U N D M O D E R N H R KUNST Ihr. sjieh .ui <J Ins u. |-'eierl;i-!> bis -1 flu.

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