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Menorah · 1924-03-01 · Heft 3 (März 1924) · p. 1

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Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 3 (März 1924)
Article
Momente des politischen Lebens ...
Date
1924-03-01
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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M E M O R A H IlXVSTRÄTED MONTHLY FOR THE JeWITH HOME Illuitr-MonatochriftFür Die Jüdische Familie \ V KR L A G LI. R ED A K T ION: YY I KN (VI Ii NNA) IX. J!EZ., HiiUGGASSK 31 / TELKJ'UON 12-1-G4 DRUCK: »10^E}1Ü]1LS\YIKN, IX., RERGG. 31 II. .lAHRCAXI .MÄH/ 1024 XR. 3 Al'.UXXE.M EXTS- Ii. 1 X S E R A T EX A (J E T R Ä (. XEMMT DIE ADMINISTRATION WIEN [Y1KXX.V. IX., RERGGA^SE31, EXTGEGEX / TEE. 12-1-04 AUS UNSERER ZEIT IV. Momente des politischen Lebens, die es einem günstigen Geschick ganz: ohne jüdisches Z.utun gefallen hat herbeizuführen, haben in einem Augenblick drohendster Gefahr die unabwendbar scheinende Katastrophe des mitteleuropäischen Judentums, zumindest eines wichtigen und numerisch starken Teiles desselben, abzustoppen vermocht und, wie es scheint, eine Atempause in der rapiden Fort- und Tieferentwicklung der Judenfrage tatsächlich ermöglicht. Das unerwartete, nicht mehr erhoffte Debakel des Münchner Bürgcrbräu-Putschcs, der als die furchtbarste Entladung eines durch ein halbes Jahrzehnt mit ungeheurem Kraftaufwand aufgetriebenen und überspannten Fanatismus, als eine über die Grenzen Bayerns und Deutschlands mit der Schnelligkeit des elektrischen Funkens hinauswirkende Entladung finsterer Gewalten in bangen Monaten widerstandslos und gleichsam mit demütig gebeugtem Flaupte von den Juden erwartet wurde, clas unerwartete Durchhalten des deutschen Volkes durch den furchtbaren Winter 1924, das allmählich deutlicher werdende Einschwenken des kredithungrigen Ungarn hat -m allerletzten Augenblick eine unabsehbare Entwicklung zum Bösen abgewendet, die noch vor wenigen Monaten gerade dem weitblickenden Beobachter unabwendbar schien. Die Art, in der das Judentum clas Geschenk dieser Atempause, deren Dauer niemand zu bestimmen wagt, wertet und nützt, stellt seiner politischen Reife ein schlechtes Zeugnis aus: Mit dem Bewußtsein, die nächste Nacht noch ruhig schlafen zu können, ist auch das Interesse an den Grundlagen der Existenz. wrieder mit eingeschlafen. Die nächste Gelegenheit wird wieder verstörte, planlose, flüchtende Juden sehen, die nichts gelernt haben, während ihre Gegner nichts vergaben, die, im Ernstfall zwischen den Utopien physischen Widerstandes und demütiger Unterwerfung schwankend, in papierenen Resolutionen, in lächerlichen Audienzen bei den Drahtziehern ihrer Bekämpfung (Kahr!) ein trauriges Bild gestörten Gemeinschaftsgefühles und getrübter Urteilsfähigkeil bieten werden. Wir alle, die wir ganz unvoreingenommen den f rieden zwischen dem Judentum und seiner Umgebung, die Stabilisierung der Verhältnisse, den wirklichen positiven Aufbau, die Wendung zum Besseren in der Judenflage her/dich herbeisehne:'., wollen nur, daü überhaupt etwas geschieht: wir wären dankbar für den geringsten aussichtsreichen Ansatz, für clas, was wir anderswo als ein Vorstadium schon längst überholt wissen wollen: für euien rettenden Gedanken, eine Theorie, eine Diskussion, eine Konferenz, eine Enquete. Wir dürfen an der Verständigung nicht verzweifeln, weil uns noch nirgends einwandfrei und unwiderleglich der Beweis ihrer Unmöglichkeit erbracht wurde: denn in den Sturmtagen herrscht Verwirrung und äuüerste Niedergeschlagenheit, in den Atempausen aber unverantwortliche Ignolicrung, Oberflächlichkeit und ein verhängnisvolles, zähes Beharren in der Mentalität einer längstvergangenen Epoche. Das Judentum hat vielleicht alles versucht, um sich zu retten, aber fast nichts, um die Situation hier und heute zu klären: und das belastet es mit einer größeren Verantwortlichkeit vor der Geschichte, als es sich heute noch eingesteht. —ch- THE BOTANICAL MUSEUM / AUS DEM BOTANISCHEN MUSEUM des Dr. Rubinowitsch in Jerusalem. (Siehe Seite 2) Partial view of the lecture-room in the Museum Teilansicht des Vortragssaales im Museum The Laboraturv Im Laboratorium Othmar Schiff Größte internationale Kunstwerkstätte für Perücken, Scheiteln und Transformationen liefert seit mehr als anderthalb Jahrzehnten den vornehmen orthodoxen Damen aller Länder Perücken. Spezialitat: Brautsch-Mteln, diese werden der Mädchenfristtr mit verblüffender Täuschung nachgemacht Wien, l.f Kärntnerring Mr. 6 (gegenüber dem Hotel Bristol)

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