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Menorah · 1924-02-01 · Heft 2 (Februar 1924) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
2 (1924)
Issue
Heft 2 (Februar 1924)
Article
Eine Musterschule in Palästina
Date
1924-02-01
Page
Seite 18 (sequence 3)
Language
German
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18 M E N O R A H V* RÄTSELECKE MAGISCHES BUCHSTABENQUADRAT b b cl c Strom c e e c Produkt e 1 i 1 Getränk 1 n n r biblischer Garten Wa Lärm macht? SCHERZFRAGE ist das für ein Pctcr, der MOlOtlUIOJJ 10Q ViSITKARTENRÄTSFI WALTER BREI DA Was ist der Beruf dieses Mannes) Die Namen der Einsender von richtigen Auflösungen werden in der nächsten Nummer veröffentlicht. SEIDENHAUS KUNSTADT Wien, I. Bez., Fleischmarkt 26 GRÖSSTES SPEZIALHAUS ALLER QUALITÄTEN Seidenstoffe für Kleider und Futter, herrliche Brokate, Crepe de Chine, Crepe Marocain etc., zu staunend billigen Preisen Telephon: 79.201 u. 70.202 gehören natürlich zu den wichtigsten Mitteln der Erziehung. Die Mädchen versorgen die Küche während den Stunden, in welchen die Knaben in cLu Werkstätten arbeiten. Das Lesezimmer ist den Kindern zur Beaufsichtigung übergeben, und die behaglichen Räumlichkeiten werden durch sie selbst eingerichtet und in Ordnung gehalten. Obwohl schon der beschränkten Mittel des Schulwcrkes halber der gemeinsame Unterricht der Knaben und Mädchen in dem Realgymnasium angewendet wird, wird auf die Eigenart der Mädchen in weitestem Maße Rücksicht genommen. Die Heranbildung für häusliche Arbeit und zur ökonomischen HaushaUführung ist für die schweren Lebensbedingungen in Palästina von großer Wichtigkeit. Die Kinder erlernen natürlich außer der hebräischen Muttersprache die vollkommene Beherrschung des Englischen und Arabischen. Ergänzt wird die sechs Jahre dauernd? Ausbildung der Mädchen durch ein .Schlußjahr, dessen Studicnplan im allgemeinen die Gegenstände der sozialen Frauenschulen umfaßt. Diese Musterschule in Haifa zeigt eine solclv? Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit der Erziehung, daß es durchaus zu wünschen wäre, daß in ihrem Internat auch die Kinder europäischer Juden untergebracht werden, um den Segen der Erziehungsmethode dieses vorbildlichen Instituts cv genießen. Gleichzeitig wäre es eine dankbare Aul gäbe der Juden in der Diaspora, die Ausgestaltung der Schule durch Bcistcliung von Apparaten für che Laboratorien, durch Werkzeuge für die Werkstälte, durch Bücher für die Bibliothek zu bewirken. Die jüdischen Eltern in der Diaspora, die für eine ideal vollkommene Erziehung ihrer Kinder die Internatskosten von zirka eineinhalb Millionen österreichischer Kronen monatlich nicht scheuen, können auch dadurch das Schulwcrk unterstützen. So wäre es möglich, die laufenden Ausgaben ohne jede Hilfe von auswärts zu decken. Die pädagogischen Leistungen der Anstalt berechtigen gewiß zur Forderung, daß eine möglichst großq Zahl jüdischer Eltern sie unteistützen. DIE JÜDISCHE FRAU UND DAS AUF¬ BAUWERK VON PALÄSTINA (Fortsetzung und Schluß) Praktische Arbeil bedeutet aber fast nur das leidige Sammelgcschäft, von dessen Erfolg heute vor allem das Zustandekommen der grundlegenden Arbeiten in Palästina abhängt. Biller, ja widerwärtig ist es oft, um Beiträge feilschen zu müssen mit Volksgenossen, die den Mahner wie einen lästigen Bettler behandeln, ihn wohl auch grob oder höhnend die Türe weisen, anstatt daß sie freiwillig von allem Gewinn den Zehnten für Ercz Israel beiseite legen oder sich auch manches versagen, um die Sparbüchse der zionistischen Organisation besser füllen zu können. Aber die überzeugten Zicnistinncn haben ihre Gegenargumente zur Hand und die Kercn Hajessod, National fonds und Schckelaktion wissen von der l üchtigkeit, Schlagfertigkeit und Unermüdlichkeit ihrer weiblichen Emissäre manches Bravourstückchen zu erzählen. Und fühlt sich die Sammlerin als die Vertreterin des um Gerechtigkeit ringenden jüdischen Volkes, versteht sie die Würde zu erfassen, die in ihrem Amte liegt, dann vermag sie den Unannehmlichkeiten des Sammeldienstes sicher die Stirn zu bieten. Trifft sie aber Volksgenossen, deren Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit, Unwissenheit oder Kurzsichtigkeit nicht zu überwinden ist, da mag sie sich an das siolzc, trotzige und geistvolle Wort zu erinnern, das Her/1 sich zum Tröste sagte, als er in bitterer Enttäuschung es erleben mußte, wie unzuverlässig sich weite Schichten des Volkes gegenüber seinem Erlösungswerk erwiesen: „Große Dinge brauchen kein sicheres Fundament. Den Apfel muß man auf den Tisch legen, damit er nicht herunterfalle. Die Erde schwebt in der Luft. Wir werden den Judenstaat auch ohne jene bauen." So sicher wie die Erde, meint er, in folgender Anziehungskraft der Gestirne im Weltall ruht, so sicher wird Palästina werden durch die Kräfte, die zu seiner Entstehung drängen, weil sie mit der Gewalt von Naturgesetzen wirken. Und Hcrz.l fährt fort: ,,Das Geheimnis liegt in der Bewegung. Ich glaube, da hinaus wird .'iiich irgendwie die Lesung für das lenkbare Luftschiff gefunden werden. Die Schwere zu überwinden durch die Bewegung, darauf wird es ankommen." Das gilt für uns alle. Das gilt insbesondere auch für die Frauen. Wesentlich ist, daß die jüdischen Frauen sich rühren, daß sie durch ihre Tätigkeit die Schwere der Teilnahmslosigkeit und des Unverständnisses in ihren eigenen Reihen überwinden, daß sie aber auch durch ihre Rührigkeit das tote Gewicht ihrer eigenen Trägheit, Ängstlichkeit und Kleingläubigkeit überwinden und für ihre große und gute Sache mit der Entschlossenheit eintreten, die noch stets auch das Unwahrscheinlichste gemeistert haben und in deren Vocabulairc das Wort „unmöglich" nicht vorkommt. Und wie viele nnclrrr Wege stehen dem Unternehmungsgeist der P raucn offen, um das Geld hereinzubringen für Palästina: Gesellige Veranstaltungen mit künsllcrischcm oder bloß unterhaltendem Programm in öfl entliehen Lokalen oder, wie das jetzt vielfach mit Erfolg geübt wird, in repräscnlablen Privathäusern, Kinovorslellungen, Basare und Tombolas, die Ausmiinzung eigener deklamatorischer oder musikalischer Begabung, alles ist heute willkommen, was Schichten heranzuziehen vermag, die sonst nicht zu erfassen wären oder die gerne ein Plus geben, wo auch ihrem Geselligkeits- oder auch Kunst-

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