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Menorah · 1923-01-01 · Heft 5 · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 5
Article
Das große Schweigen
Date
1923-01-01
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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18 MENORAH w. Bernhard/ Fo 1 k 1 oristisches Allerlei Interessen entsprechendes Verhalten im täglichen Leben. Der einzelne muß bei jeder noch so kleinen Gelegenheit seiner Umwelt zeigen, daß er ein Jude ist und daß er das zu sein ebenso sehr für eine Ehre hält, wie der Deutsche sein Deutschtum und der Franzose sein Franzosentum. Der Jude muß in seinem täglichen Leben auch nach außenhin sich die Selbstachtung gewöhnen. Innerlich wissen wir ja sehr wohl, daß jeder Jude zu dieser Selbstachtung disponiert ist, und es bedeutet das Verschwinden des letzten Restes des jüdischen Gefühles, wenn diese Selbstachtung schwindet. Aber nach außenhin stolz und aufrichtig sein Judentum zu bekennen und auch in den kleinsten Ereignissen des Alltags zu bekennen, das tut not, um den Kampf gegen den Antisemitismus aufnehmen zu können. Nicht durch Proteste und große Aktionen auf gesellschaftlichem und politischem Gebiete, sondern in dem Leben des einzelnen wird die Abwehr organisiert, und ihre Organisierung ist eine Frage der Erziehung der Juden zu selbstbewußten, charaktervollen und mit ihrem Volke innerlich verwachsenen Menschen. Solange der Einzcljude und die einzelne jüdische Frau ihr Wort auf der Straße, in der Markthalle, in der Schule und überall dort, wo Juden und Nichtjuden miteinander in Berührung kommen, nicht erhebt, solange die Rückgratlosigkcit als jüdische Eigenschaft gilt, muß das grausame Schweigen inmiltcn des antisemitischen Sturmes anhalten und wird eine Abwehr des Antisemitismus nicht möglich sein. Wir wollen der jüdischen Frauenwelt und ins— besondere den Angehörigen des „Weltbundes jüdischer Frauen" Gelegenheit bieten, in dieser hier beginnenden Artikelreihe ständig über alle Probleme der Frauenbewegung unterrichtet zu sein. D. Red. 13. DIE MACHT DER ALTEN SÜNDE. Ein Mann hatte sich in seiner Jugend etwas zu schulden kommen lassen und mußte deshalb in eine weite Gegend wandern, wo er es zu Wohlstand und Ansehen gebracht hat. Nach Verlauf von vielen Jahren erhielt er eines schönen Tages einen Brief aus der Heimat. Kaum hatte er das Schreiben flüchtig durchgelesen, als er ohnmächtig zu Boden fiel. Seine Frau konnte dies nicht begreifen, da dieser Brief nichts anderes enthielt als eine freundliche Einladung zu einer Hochzeit. „Verstehst du denn nicht, sagte der Mann aufgeregt, schon wiederum die alte Geschichte vom gestohlenen Becher. (Das war nämlich sein Vergehen vor vielen Jahren.) Lies: Kimm auf der Chassene. „Kimm is Müch, Much is jutisch, jutisch is lajisch, tajisch is Bock, Bock is Kop, Kop is Rosclu Rosch is Schor, Sclwr Oks, Oks is Kos, Kos is Becher!" 14. FABRIKATION VON PAPIER. Zwei Joschwim') unterhalten sich über weltliche Dinge. „Woraus macht man Papier?" fragt der eine. „Das weißt du nicht?" sprach verwundert der andere. „Aus Schmales!")" „Aber wie asoj?" „Ganz prosty:1), m* nemmt Schmales ün ma git sc heran in a Top mit siedendem Wasser ün m' kocht ün m' kocht ün m* kocht, ün dernouch nenn man a Grazer1) ün m' gejt zürn Kremer ün m* c kojft Papier. ') Klausner, Well fremde, die ihr Leben am I fofe eines Wunderrabbi zubringen. -) Hadern, T'ctzcn.;|) Einfach. 1) Kreuzer. 15. DAS HEIZMATERIAL DES KAISERS. Die beiden haben nun eine andere Präge berührt, nämlich, womit der Kaiser hci/.t. Ein Uriman hejzt gewohnlich mit Katschenes1), ein prosty Balbüs mit Eichenholz, an ojscher mit Weißbuche, der Kejsser hejzt mit politurte Klczer). ') Kukuruzkolbcn. ") politierte Klötzer. 16. AUF EIN BISSERL GEHEN KOMMT ES NICHT AN. (Beim Bahnschaltcr.) „Geben Se mir a Karte kejn1) Krakau." Der Beamte wiederholt: „Eine Karte nach Krakau." „Gut, soll sein nach Krakau, wel ich a Stückl zu Fuß zurückgehen. ') ken, gen, gegen, nach. 17. DIE VOLLE ZUSTIMMUNG. Ein Mclamed1) saß über einem Talmudfolianten und erfreute sich an den Bemerkungen der Tossafoth. Er wiederholte in der üblichen singenden Weise vielcmal den Text. Die musikalische Begleitung half ihm dabei, die feinen Distinklionen und die waghalsigen logischen Sprünge zu erfassen. Erfreut und seelisch gehoben über den Zusammenklang ihm anfangs unvereinbar erschienener Gegensätze, ergriff er die Feder und schrieb am Rande der Gemorc"): Garn ani R. Lcbclc Mclamed massk'un /' diwrej ha-Tojsfos'1). ') Ein Privallchrer im Talmud. '-') Talmud. :i) Auch ich, Reb Lcbclc Mclamed, stimme zu den Ausführungen des Tossafoth. KUNliROL, das reinste Speisefett aus Kokosnüssen, ist leicht verdaulich, ausgiebig und nahrhaft, wird vom Anbeginn des Prossens der Nüsse bis zur Fertigstellung und Verpackung unter strenger Aufsicht Seiner Ehrwtirden des Herrn Rabbiners S. B. Ehrenfeld,,Wattersdorf, erzeugt und daher in jeder strenggläubigen jüdischen Familie mit Vorliebe verwendet. <I> i/>e> 1 „ i iC) * Ii, b-A n (><fc-,! ■c^HW P /j-—x il *'ro,. ' e^'!l'J ' ie \\r nlL ■tLinääcä s m di A\ a* if\hiiiU&x/f' * 47 ■Puef ^-/« (^firs^kof) IIII1'III'I'IWIIII'1'I"IIII''IIII'^ TEXTILES IN EREZ ISRAEL 1 ho country and the neighbouring lands are Heavy Importers of textiles Raw Cotton, Wool & Silk are produced In abondance in the Near East Why not put up a TEXTILES PLANT IN EREZ ISRAEL? Write: to the Administration of ine „Menorah" IX., Berggasse 31. fllllllllllllllllllllllllllllim O^^ckovpky S C H U H W A R. E N H A U f E I lLotentarmsH;r,9 +l£ärntners>tr/ 4 I brandstätte 3

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