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Menorah · 1923-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 2-3
Article
Fashion Notes ; Modebericht
Date
1923-01-01
Page
Seite 29 (sequence 1)
Language
German
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29 M E N O R A H <^asßion SYotes! SYlodeßericßt DIE 11ERBSTMODE Nur ein kleiner Teil aller Mode formen, die im Kommen und Gehen ein immer rascheres Tempo einschlagen, dringt heule in die breiteren Schichten des Publikums. Dies hat rein finanzielle Gründe; das rasch Vergängliche bleibt uns verschlossen, denn es ist Luxus, Luxus, den nur Wenige in der Lage sind, sich erlauben zu können. Wir -wollen aber und müssen unterrichtet sein über das Neue und Neueste, um wählen und entscheiden zu können, was wir annehmen dürfen, was wir ablehnen müssen. Meute mehr denn je ist sicherer persönlicher Geschmack nötig, um unter dem vielen Gebotenen das Richtige zu finden, um gut, modern und persönlich in seiner Kleidung zu sein; persönlich denn auch dort, wo man sich in der Hauptsache der Mode unterwirft, soll die persönliche Note nie fehlen. Kaum hat man die Sommerkleider und Sommcrabendtoilettcn ein wenig zur Schau gestellt, so beginnen schon neue Modenuancen sich bemerkbar zu machen, und da ist vor allem, wie alljährlich, der Hut, der diesen Reigen eröffnet und sich der neuen Linie anpaßt; man hört von südwesterähnlichen Formen, tief im Nacken sitzend; auch der große Flut sitzt tief, berührt beinahe die Schultern. Samt in Schwarz und Braun wird verwendet, nicht mehr aber der voriges Jahr viel getragene Zylindersamt, auch wenig YclourchifTon. Kostüme zeigen lange Jacken, und die Röcke weiden oft glockig geschnitten, doch trägt man immmer den geraden, mäßig weiten Rock des englischen Kostüms. Line giolie Rolle werden Glocken und Volants bei den Abendkleidern spielen, besonders in Tüll und Gaze. Neu ist auch die Verwendung von Moireseide in Schwarz und Weiß, die scheinbar an Stelle des beliebten Crepe marocain tritt. Lin Kleid aus diesem Stoffe braucht nichts als eine gute Linie, die Wirkung dieses Materials genügt. Die Abendkleider werden wieder kürzer, um wenigstens den Knöchel zu zeigen, und so wird auch wohl bald das Straßenkleid kürzer und wieder praktischer werden. Das sind so die ersten kleinen V arianten der Mode. Ob eine wesentliche Änderung der großen I .inic bevorsteht, werden die bald erscheinenden 1 lerbstmodellc zeigen. * DER SCHUH. Der Schuh, der heute eine so bedeutende Rolle in der Kleidung spielt, war noch vor nicht allzu langer Zeil von den Schöpfern der Mode recht stiefmütterlich behandelt. Als man den amerikanischen Stiefel, den Massenartikel, trug, war für die Wahl der Fußbekleidung hauptsächlich die Frage entscheidend: ist der Schuh praktisch, ist er billig? Der schöne, geschmackvolle Schuh war das Vorrecht der eleganten Welt. Dies hat sich sehr geändert, der Schuh ist heule ebenso wichtig wie das Kleid, denn von seiner richtigen Wahl hängt so viel der Gesamtwirkung ab, deshalb auch werden Schuhe so wie schon früher der Hut, zur Toilette komponiert. Was eine Schuhindustrie in Qualitätsarbeit dem Publikum zu bieten imstande ist, übersteigt in der Reichhaltigkeit der Formen jede Vorstellung. Vom hohen Schnürstiefel angefangen, der zum Trottcurkostüm und zu Sportzwecken immer getragen wird, bis zu dem aus zartestem Material gearbeiteten Tanzschuh, gibt es unendlich viele Varianten. Die Grundform: lang, schmal, spitz, wenn auch schon etwas gemäßigter ist sich eigentlich gleich geblieben, doch Material und Matcrialverwendung wechseln so rasch wie die anderen Mode formen, und merkwürdigerweise wird dieser Modewcchscl von weiten Kreisen mitgemacht. Beliebt ist der Spangenschuh in Sämisch, Lack und auch boxcalf, eine Spange, zwei und auch mehrere mit Knöpfen und Schnallen geschlossen oder ohne Verschluß, nur mit Gummizwickel. Der neue elegante Straßenschuh ist eine Kombination aus Sämisch in dunkeln Farben, mit Lack eingefaßt, kompliziert, im Schnitt stark perforiert. Zum Abendkleid ist der Lackschuh immer elegant, eventuell auch Goldkäfer, und zum großen Abendkleid Schuhe aus Mctallstoff; überall kehrt die Spange wieder, und die Mode der „pumps" ist wieder einmal vorbei. Aus Amerika berichtet man von farbigen Glacelcdcrschuhcn, rot, gelb, grün, dann von Krokodil und Eidechsenhaut. Von all diesen Extravaganzen lassen wir uns wohl erzählen, doch wählen wir die schönen, eleganten Modelle, die uns in so reicher Auswahl geboten werden. F. U—K. tfsJL J'IEILILIIINHEIK WIEN VH. BURGGASSE 5 M^ * \7» PEU^ Alle Arten Pel: zwaren in tp ^4 NN vornehmster Ausführung WIEN, II., TABORSTRASSE 1, 1. STOCK TEL. 46-7-61, FILIALE TABORSTR. 17 FEINE WOHNUNGSEINRICHTUNGEN im nvM iiiiiM ■■i n pl .......",„,,,,l....!!!,,,,.,l,Zn..m!,,,C,,, MÖBELFABRIK J. SPIRA WIEN, VII., SIEBEN STERN GASS S 1-3 (ECKE KARL SCHWEIG HOFER GASSE)

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