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Menorah · 1923-01-01 · Heft 2-3 · p. Seite 5

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Journal
Menorah
Volume
1 (1923)
Issue
Heft 2-3
Article
Der Dreizehnte Kongreß und die Jewish Agency
Date
1923-01-01
Page
Seite 5 (sequence 2)
Language
German
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MENORAH Und ich frage mich nun, ob es angesichts dieser Tatsachen nicht ein Leichtsinn ist, die Frage dei Jcwish Agcney zu einer Hauptfrage des Kong'.csscs zu machen. Ist nicht die Jcwish Agcney bis nun am Papier geblieben? Ist irgendwelchi. Aussicht vorhanden, da f.; die neu zu bildende Körperschaft in Zukunft mehr Einfluß auf die englische Verwaltung in Paliislina haben wird als die zionistische Leitung bisher? Hat sich je die englische Regierung um die Aktivierung der Jcwish Agcney gekümmert, sie gewünscht oder gefordert? Was versprechen wir uns überhaupt von einer Jcwish Agcney, die mehr Möglichkeit hatte als die zionistische Exekutive? Ist die zionistische Exekutive in die Lage gekommen, festzustellen, daß ihre Autorität zu wenig galt, und hat sie Anhaltspunkte, daß eine Jcwish Agcney mehr durchsetzen könnte? Das alles sind rhetorische kragen. Weder die zionistische Exekutive noch eine Jewish Agcney wird je die englische Politik bestimmen können, andere Wege als die des englischen Interesses zu gehen. So lange dieses englische Interesse mit unserem Interesse übereinstimmen wird, wird auch die zionistische Leitung genügen. Werden die. englischen Interessen mit unseren in Zwiespalt geraten, dann wird auch keine Jewish Agcney helfen. Uns kann einzig und allein den Engländern und Arabern gegenüber die Stärkung unserer Machtpositionen im Lande helfen, und diese Prag-.' sollte die I Inuptfrage des Kongresses sein. Unsere Machtmittel werden aber keineswegs gestärkt weiden, wenn wir sie in einer Jcwish Agcney suchen werden, die politisch eine bedingungslose Anlehnung an die großbrilannischc Politik bedeutet, tatsächlich aber zur Machtlosigkeit verurteilt ist. Abhilfe ist aber kaum mehr zu erwarten. Das Schlagwort von der Jcwish Agcney von Dr. Weizniann in die Massen geschleudert, wird den Kongreß beherrschen. Die Delegierten werden ihre kostbare Zeit mit Wcchselreden \crgeuden und diese Reden werden Rauch und Schall sein. Weiche Jewish Agcney überhaupt nicht ernst nimmt, und ernst ist sie unter keinen Umstünden zu nehmen, muß tief bedauern, daß uns.re Leitung den Kongreß auf diese Weise zur Unfruchtbarkeit veiurteilt hat. Dieser Bluff am Kongreß wird seine verhängnisvollen Folgen nach dem Kongreß zeitigen. Ich nehme an, daß ein kompakte Majorität energieloser und müder Kongreßdclegiertcr zu Jasagern werden und ein Beschluß zustande kommen wird, der die Exekutive ermächtigt, nichtzionistischc Notabcln in irgendeiner Form zum Eintritt in die Jcwish .Agcney einzuladen. Der weitere Verlauf wird der sein, daß die Notabein entweder der Jcwish Agcney beitreten oder daß sie die Einladung ablehnen werden. Treten sie cm, so werden sie sich recht bald überzeugen, daß sie gefoppt wurden, daß die Jewish Agcney an und für sich ein bedeutungsloses Gebilde sei, daß man ihnen etwas bewußt angeboten hat, das innerlich wertlos ist. Die Institution der Jcwish Agcney, die bis nun ein Papierdascin geführt hat, wird auch in der Öffentlichkeit bankrott erscheinen. Das wird vielleicht der einzige gute Erfolg dieser Donquichotterie sein, daß ein politischer Bluff, dem bis nun eine gehorsame Schafherde von Anhängern gefolgt ist, als solcher auch von den Dümmsten erkannt werden wird. Viel leicht w ird dann eine künftige Leitung, durch die Erfahrung gewitzigt, sich davor hüten, Kongresse, die berufen sind, über Lebensfragen des Volkes und des Landes /u beraten und nur unter großen Opfern an Zeit, Geld und Mühe zustande kommen, zur Schaubühne für schlechte Theatermache zu degradieren. Dr. I. Wahlmann (Wien). The Ancestry of Karl Marx By Bernhard Wachslein (Vicnna). Dr. Wilhelm Pappenheim, barristcr in Vicnnn, has been goocl enough to let nie have a bündle of papers in bis possession from which ^ome facts relative to the history of the Marx family in Trcves may bc gathered. The papers concem the property of the dcccascd Ester Koscl, nee Marx, widow of Gabriel Koscl of Zwcibrücken in the Palatinale who died in Algiers on the I 7lh of February 1857; Ester Kosel died without issue on the I6th of July 1865. As the last wills of Ester Kosel as well as of Gabriel Kosel were, on aecount of formal flaws dcclared null, the lawful, heirs, the brothers and sisters both by the fathers and molhcr's side or their childrcn were callcd upon to takc possession of the inheritance. It is owing to this circumstance that also Karl Marx and bis sisters whom Frau Koscl diel not remember in her last will, were amoiig the lawful heirs. The followuu; persons-arc ascertained as lawful heirs of Ester Koscl, nee Marx-oiily these concem us here: 1. The sistcr with whom the testaüix spent her last years, Babetta Blum in Frankfort on Maine, widow of Alexander Blum of Strassburg who died in Algiers. 2. The childrcn of Ester Kosel's brother, the Uadesman Jacob Marx who died in SchlettsUdt: a) Henriette, alias Eva, wife of Michael Weü in Schlctlstadt, formerly chicf rabbi in Algiers; b) Rahel, wife of the banker Isak Gugenheimei in Marseille. 3. The childrcn of Ester Kosel's brother Samuel Marx, chief rabbi of Treves who died about 1830: a) Moses Marx leacher wife of Jacob Bahr; b) Sara, widow of Israel ♦erns "rn idi.t .rütrr "U'2«r Tri E^KÄSSn Ü^ZPC 'b "IC^ *nnsc2 mb^pb r;i;2 my-T nrs s^inS pr*>2 c^i; rkxn ernrn .ir.er cp". mpj: nnüt!' (Cpi2 .3» br.p n:~bar\ rr-s%?rru ,1865 .tr *bvb T^rnsT: psp-| Knc;p"c: "bzzz ppHri>'2 br.p b^-.z: ^men r.tra t?,;n p^r;n /r.xr^r -rm .1877 17.22 nyb vnsr cv?? n^trssn c*ü2 i^cc -rrK"i cvran cenrn b: w.p: .fr.ivj: .rwjz r^t: übt* vnrnsi ep-2 ^"P c; pr^- «;r-s-n s,- n .ST^ir^ 1 r^i <x i'rvb 1830 mvz -".y-iii "»St«. -S-«-: — Svr» rv>->- --tt* r\:^a ,ni (2 Die Abstammung von Karl Marx Von Bernhard Wachstem, Wien. Herr Rechtsanwalt Dr. Wilhelm Pappenheim hatte die Freundlichkeit, mir einen in seiner Hand befindlichen Aktcnfaszikcl zu überlassen, dem einige Daten zur Feststellung der Genealogie der Familie Marx in. Trier zu entnehmen sind. Die Aktenstücke betreffen den Nachlaß der in Frankfurt am Main am 16. Juli 1865 kinderlos verstorbenen Ester Kosel geb. Marx, Witwe des in Algier am 17. Februar 1857 verstorbenen Flnndclsmanncs Gabriel Koscl aus Zweibrücken in der Pfalz. Da die Testamente der beiden Eheleute wegen Formfehler als ungültig erklärt wurden, mußten die gesetzlich Erbberechtigten, die vollbürtigen Geschwister oder deren Kinder, zum Antritte des Erbes aufgerufen werden. Diesem Umstände ist es zu verdanken, daß auch Karl Marx und seine Schwestern, die im Testamente der Frau Kosel nicht bedacht wurden, in den Kreis der Erbberechtigten treten. Als Erben der Ester Kose! geb. Marx — denn nur diese sollen uns hier beschäftigen — werden festgestellt: 1. Die lebende Schwester, bei der die Erblasserin die letzten Jahre verbrachte, Babetta Blum in Frankfurt am Main, Witwe des in Algier verstorbenen Alexander Blum aus Straßburg. 2. Die Kinder des in Schlctlstadt verstorbenen Bruders, des Handelsmannes Jakob Marx: 1. Henriette, genannt Eva, Frau des Michael Weil in Schieltstadt früher Oberrabbiners in Algier. II. Rahel. Frau des Bankiers Isak Gugen- Feimer in Marseille. 3. Die Kinder des als Oberrabbiner in Trier etwa 1830 verstorbenen Bruders Samuel Marx:

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