Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 9-10 (10.2.1920)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1920-02-10
- Page
- Seite 235 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2908689-2908753-2908759--3147-2912696- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
235 Bändchens Prof. Nocht zu nennen, um zu sagen, dass hier die Arbeit eines der bedeutendsten Tropenärzte vorliegt. Die ausserordentlich klare Darstellung erschöpft bei aller Knappheit den Stoff vollständig. Man sollte sidiii die Erlaubnis ausbitten, das Büchlein, ins Hebräische und Jüdische zu übertragen; es würde bei der Palästinaemigration segensreiche Dienste leisten können. Die Malaria ist besonders eingehend behandelt. - Alfred H. Fried. „Der Völkerbund". Ein Sammelbuch. 1919. Leipzig u. Wien. E, P. Tal & Co. Derselbe: „Der Weltprotest gegen den Versailler Frieden". Leipzig 1920. Verlag Der Neue Geist. Dr. Peter Reinhold. Beide Bücher des bekannten jüdischen Pazifisten besitzen eine wirkliche Aktnellität, und für ihre Vcr- ' breitung zu sorgen, erscheint als publizistische Pflicht. Das Buch über den Völkerbund vereinigt Aufsätze von Staatsmännern aller Länder (darunter Grcy, Leon Bourgeois, Montgelas, Roösevelt, Taft, Wilson) und ist besonders all denen zu empfehlen, die unter der systematischen Verekelung des Völkerbundgedankens durch] einen Grossteil der Presse leiden. — Der „Weltprotcst gegen den Versailler Frieden" ist eine Sammlung von Stimmen aus aller Welt über den antipazifistischen Charakter des Friedensinstrumentes. Gegenüber all den nationalistischen „ Protesten'f dieser kritischen Tage, die nichts zu Wege bringen, als den Glauben an die Unausrottbarkeit der militaristischen Denkungsweise in Deutschland zu bestärken, wird dieses Buch auch im Ausland als eine ernste und' lautere Mahnung an die Entente gewertet werden. - et, Dokumente der Menschlichkeit. Dreiländerverlag. Wien, Zürich, München. Jeder Band Mk. 1,50. Cabet: Reise nach Ikariern Campanella: Der Sonnenstaat. Thomas Morus: Utopia. Rousseau: Der Gescllschaftsvertrag. Fourier: Die Phalanx. Louis Blanc: Organisation der Arbeit. Claudius: Die neue Politik. Mill-Taylor: Frauen» befreiung. Chamfort: Gedanken und Maximen. Lichtenberg: Aphorismen. Weitltng: Die Menschheit, wie sie ist und* wie sie sein sollte. Mill: Die Zivilisation. Forster: Das Glück der Menschheit. Schopenhauer: Gedanken. von Humboldt: Die Grenzen des Staates. Fichte: Neue Welt. Jean Paul: .Friedenspredigt. Swift: Attacken. Diese kleinen, zierlichen und wohlfeilen Hefte können bestens empfohlen werden. Mit Liebe und Verständnis ist hier aus den grösseren Schriften das Charakteristische und Wertvollste zusammengetragen. Die meisten Bändchen besitzen für die .-Gegenwart eine AktuclJitiii, die ihre Lektüre zu einem hohen Geil uss macht. —czk. Natorp, Paul: Hoffnungen und Gefahren unserer Jugendbewegung. Tatflugschriften 36. Eugen Diederichs in Jena 1920. Es ist dies die dritte Auflage einer Schrift, die bereits Ende 1913 erschien und daher, soweit sie vorn Tatsächlichen ausgeht, heute überholt ist. Lesenswert bleibt sie für uns dadurcli, dass hier die geistigen Grundlagen der deutschen Jugendbewegung aufgezeigt werden und die Schrift daher ein Vergleichsnioment bietet, au dem Aehnlichkeit und Abweichung der jüdischen Jugendbewegung von der deutschen gemessen werden kann. F. M. .Dostojewski: Kro.kaja (1). — Leorud Andrejew: Die Lüge (2). Beides im Verlag Heinrich Minden. (1) geh. 2,25./A, geb. 4,75.V. (2) geh. 4,50 ./*■, geb. 7,50 .!(■. Der Verlag, der sich die Pflege der russischen Autoren zur besonderen Aufgabe macht, hat in diesen Bündchen zwei hübsche und im Verhältnis zur Ausstattung recht billige Bücher geschaffen. Lily Braun: Memoiren einer Sozialistin. Albert Langen, München. Es gibt Bücher, die nicht veralten, zu denen man immer wieder zurückkehrt, Lcbensbüchcr. Sie öffnen uns weite Tore mit Ausblicken in eine Welt, die, wenn auch nicht die unsere ist, doch eine vertraute