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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 218

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Mosaisch oder jüdisch?
Date
1920-02-10
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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218 die Juden schämten, dass* sie „Juden waren. Erinnern wir uns doch daran, dass ein Gabriel Riesser seiner Zeitschrift, die sich speziell mit jüdischen Fragen beschäftigte, ostentativ den Namen „Der J u d e" gab. Wollen 'wir immer noch Versteck spielen und uns schmählich hinter dem Wörtchen „mosaisch" verkriechen? Es wird Zeit, dass wir uns voll Stolz, ganz gleich, ob wir Zionisten oder nicht sind, wieder Juden nennen und dass wir dafür sorgen, dass man uns auch äls jüdisch bezeichnet. Dr. Kurt Zielenziger. Die Internationale des* Wissenschaft Die „Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte", die älteste und angesehenste Vereinigung auf diesem Wissenschaftsgebiet in Deutschland, hat es sich zur Ehre angerechnet, dem berühmten jüdischen Gelehrten Franz Boas in New-York, dem Erforscher der Behringvölker, ihre goldene Medaille zu verleihen. Die „Royal Society of Siences" in London beschloss, in diesem Jahr ihre goldene Medaille überhaupt nicht zu verleihen, weil sich gegen die Auszeichnung Albert Einsteins, als eines „feindlichen" Gelehrten, Widerspruch erhob. -tz- : *! ............■ ■!■........■ I II Aus anderen Quellen Vom werdenden Palästina. ^Tatsächlich ist Palästina in viel stärkerem Ausmass, als ich es wusste, ehe ich1 'hinkam, schon jetzt ein jüdisches Land. Die Juden sind dort sehr verbreitet. Freilich sind sie auch im Westen verbreitet, in Deutschland, in Amerika und sogar in England, allein in Palästina sind sie verbreiteter als je. Man begegnet ihnen, wohin man geht, und sie sind bereits die treibende Kraft des;Landes. Man kann das durch Ziffern beweisen. Wenn man das Budget der Besetzungsörgani&ation, der britischen Organisation, vergleicht mit dem der zionistischen Organisation und dabei besonders wichtige wirtschaftliche Posten ins Auge fasst, wie Gesundheitspflege und Vegetation, so wird man erkennen, dass die Juden bereits in einem hohen Grade das Land regieren^, mehr Dienste leisten und mehr Arbeit tun als die nominellen Leiter, Dieses Streben und Mühen ist von grosser Wirkung auf alle" Bewohner des Landes. Hunderte von Arabern lassen sich in den jüdischen Kliniken und Hospitälern behandeln, und die günstigen Resultate beschränken sich nicht nur auf /die körperliche Sphäre. Solche Arbeit ist von ungeheuerem Wert, weil sie den Abgrund zwischen den beiden Rassen überbrückt und das jüdische Programm in seinem wahren, zivilisierenden Lichte zeiget .... — Palästina» wird ein grösseres Land werden, als es in alten Tagen gewesen ist. Niemand, der auf aen Hügeln gestanden hat oder auf der Westseite des Jordan und hinübergeschaut hat auf das Gebiet auf der anderen Seite und dann zu den jüdischen Pionieren der jüdischen Niederlassungen, wW annehmen, dass die Tatkraft dieser Ansiedler sich auf die westliche Seite beschränken . wird. Jüdisch-Palästina wird sich bis zur Wüste erstrecken. Es wird haben, was Amerikaner eine bewegliche Grenze nennen. Amerikanische Geschichtsschreiber haben die Geschichte des amerikanischen Fest-

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