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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 217

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Philo Judaeus
Date
1920-02-10
Page
Seite 217 (sequence 2)
Language
German
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217 der judeirfeindlidie Cäsar die Gesandtschaft abwies, die Worte, jdic Philo sprechen wollte, liess es in Rom dem Senat zurück, in dem sie nach dem Tode des Monarchen verlesen wurden. Und so spricht Philo, der Alexandriner, der griechische Philosoph: „Jerusalem ist meine Vaterstadt und die Hauptstadt nicht bloss von Judaea, sondern von so vielen anderen Ländern wegen der Kolonien, die wir von Zeit zu Zeit in die benachbarten Länder, nach 'Aegypten, Phönicien, Syrien, sowohl in dessen übrigen Teil, als auch in denjenigen, welcher Coelesyrien genannt wird,.ausgeschickt haben, ebenso in die entfernten Länder, Pamphylien, Cilicicn, die •meisten Teile von Asien bis nach Bithynien und ins Innerste von Pontus, auch mach Europa, Thessalien, Böotien, Mazedonien u. a. Auch sind nicht nur die festen Länder mit Juden angefüllt, sondern auch die vornehmsten und berühmtesten Inseln, Euboea, Cypcrn, Greta. Ich übergehe die jenseits des Euphrat gelegenen Provinzen, mit Ausnahme 'einiger weniger werden alle diese wie Babylonien und die weiter hinauf liegenden Herrschaften, welche die fruchtbarsten Ländereien haben, von Juden bewohnt/' —■ Philos Schrift ist die erste literarische Verteidigung Israels gewesen. Ein in der damaligen Welt Grosser hat dem Jir,denhass geantwortet. Und der römische Senat hat ihm gedankt. Die -erste Tat des Verlages, der seinen Namen führen will, müsstc die Ausgabe dieser Apologie sein. Caligula, der ihn nicht anhören wollte, ist zwei Jahrtausend tot) Ein armer Geisteskranker. Wird der Verlag, der sich Philos Namen aneignete, seinen Worten Raum geben. Lttcus a non lucendo. Friedrich der Grosse schrieb an d'Alembert: „Jesus war ein Jude. Wir verbrennen die Juden. Jesus lehrte Duldung, wir verfolgen; Jesus harte keine Dogmen aufgestellt und wir haben reichlich dafür gesorgt." — So reklamieren die Herren vom Zentralverein Philo ah den Ihrigen. — „,Philou - Verlag? In hoc signo? Mir klingt noch immer der Name Riesser ins Ohr. Die Wahl war gut. An den Früchten ist der Baum' zu erkennen. Wilmersdorf. Felix A. Theilhaber. Mosaisch oder jüdisch? Wenn auch die republikanische Verfassung des Deutschen Reiches die Trennung von Staat und Kirche durchführen will (? Die Redaktion) und infolgedessen das ewige Forschen nach der Konfession des einzelnen Staatsbürgers damit aufhören sollte, gibt es doch noch genügend Gelegenheiten, bei denen amtlich die Gretchenfrage gestellt wird. Wenn ein glücklicher Vater sein Kind auf dem Standesamt anmeldet, wenn man ein neues Heim bezieht, wenn ein Todesfall eintritt, immer wieder müssen Formulare ausgefüllt werden, in denen der Staat sich nach dem Glaubensbekenntnis erkundigt. — Ueber die Berechtigung dessen soll hier nicht gesprochen werden, vielmehr über die kuriose Tatsache, dass wir noch heute in Prcussen unter einer ganz falschen Bezeichnung umherlaufen. Schon als Soldaten waren wir „mosaisch", und diese „schonende" Apostrophierung tritt uns' immer wieder entgegen. Alle Versuche, bei der Eintragung von den betreffenden Beamten zu fordern, dass die Bezeichnung „judisch" laute., nutzten bisher nichts. Die Vorschrift gilt, und ihr ist zu gehorchen. — Welcher Unsinn liegt in der Bezeichnung „mosaisch"! Sie stammt aus jener Zeit, in der sich

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