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Neue jüdische Monatshefte · 1920-02-10 · Heft 9-10 (10.2.1920) · p. Seite 214

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 9-10 (10.2.1920)
Article
Ein Siedlungshaus für Palästina
Date
1920-02-10
Page
Seite 214 (sequence 7)
Language
German
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214 Das abgebildete Häuschen kann in seiner Schlichtheit und Einfachheit sowohl als Steinbau wie als? geputzter Lehmbau errichtet werden. Man wird dasjenige Material wählen, das man mit den geringsten Kosten beschaffen kann. Dabei ist es durchaus möglich, dass in Gegenden, wo guter Werkstein vorhanden ist, der Steinbau nicht oder nur unbedeutend teurer wird, als der lehmbau, besonders dann, wenn der Steinbruch und das Schneiden der Werksteine maschinell betrieben wird. 'An dieser Stelle weiter auf die technischen Dinge einzugehen, scheint nicht am Platze. — Die Aneinanderreihung mehrerer Häuser desselben Typs mit teils gar nicht, teils halb, teils ganz ausgebautem Obergeschoss, gibt] ein ansprechendes StrassenbiW (Abb.), das trotz der Gleichheit (der einzelnen Elemente abwechslungsreich genug ist, um nicht eintönig zu erscheinen, und das trotz Fehlens jeder orientalischen Kunstform sich dem Charakter der palästinensischen Landschaft anpasst. Zur Belebung des Bildes wird jeder ^Siedler das seine tun, wenn er sein Häuschen mit Schlinggewächsen oder Weinreben beranken lüsst. Kunstgeschichtliches zum Purim-Fest Von E. Toeplitz. 1. Megilah. eit altersher wird unter den Juden die Kunst des Schreibens besonders .gepflegt. Der Name Schreiber oder „Sofer" ist bei ihnen weit verbreitet; das durch ihn bezeichnete Gewerbe stand In-hohem Ansehen und wurde selbst von vornehmen und gelehrten Leuten betrieben. Kein Wunder, dass die Schriftproben, die wir aus alter Zeit besitzen, von ganz besonderer Schönheit und Deutlichkeit sind, Wir linden soltihe in den Thorarollen, deren Heiligkeit aber ein weiteres Ausschmücken verbot. Bei der Megilah, die uns von den Freuden und Leiden der' Juden zur Zeit des Königs Ahasveros berichtet, waren solch fromme Bedenken nicht notwendig, und so sehen wir in diesen Pergamentrollen, aus denen am Purimfeste vorgelesen wird, aufs reichste ausgemalte Architekturgebilde, ornamentalen Schmuck, Säulen, Blätter, Blumen und Kreise mit der Darstellung des Inhalts der Megilah, gelegentlich auch der jüdischen Geschichte. Als Federzeichnung ausgeführt, oder mit Wasserfarben angelegt in blau, grün, ziegelrot, gold oder sepia schmücken sie die obere und untere Randleiste oder umrahmen die einzelnen Kolumnen. Am Anfang, wo die Segenssprüchc vor der Vorlesung hin und wieder mit abgeschrieben sind, befinden sich in italienisch-jüdischen und spanischjüdischen Handschriften oft die Wappen des Hauses, von reichen Ornamenten umgeben. Obgleich schon im Traktat Megilah (Abschnitt 2) des Talmud verordnet ist, dass man das Buch Ester nicht auswendig hersagen soll, können wir heute seine Niederschrift erst für die Zeit des 16. Jährhunderts feststellen. Wir dürfen aber annehmen, dass dies eine Folge der .systematischen Vernichtung der jüdischen Bücher und der vielen Verfolgungen ist, die «auch jhre Besitzer im Mittelalter zu erdulden hatten. Infolgedessen fanden

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