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Neue jüdische Monatshefte · 1920-01-10 · Heft 7-8 (10.1.1920) · p. Seite 185

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 7-8 (10.1.1920)
Article
[Ohne Titel]
Date
1920-01-10
Page
Seite 185 (sequence 1)
Language
German
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185 Emigration Ein jüdisches Wanderungsamt in Konstantinopel fordert Dr. Israel Auerbach 3 der längere Zeit Vertreter des Hilfsvereins in der türkischen Hauptstadt war. (Volk und Land, 1/50.) "Konstantinopel ist das Sammelbecken, wo alle Auswandererströme aus dem südöstlichen Emigrationsgebiet (Ukraine, Bessarabien, Süd-Grossrussland, Süd-Polen, Bukowina, Bulgarien, Rumänien, Kaukasus) sich vereinigen. "Die Häfen Odessa, Noworossisk, Sewastopol, Batum und Konstanza sind nur Ausgangspunkte von Teilströmen, deren Vereinigung miteinander und mit denjenigen, welche die orientalischen Bahnlinien nach Süden bringen, in Konstantinopel erfolgen wird. Organisatorisch muss daher Konstantinopel als Ausgangspunkt der Wanderung, — sowohl nach Amerika wie nach Palästina — betrachtet werden. Für die südöstliche Wanderung wird Konstantinopel diejenigen Funktionen vereinigen, die für die westlichere Wien und Triest getrennt ausüben : Sammelbecken für die auswandernden Massen und Ausgangshafen zu sein. Auerbach glaubt zwei Gruppen für die organisatorische Arbeit in Konstant in opel berufen: die amerikanischen Juden für die Wanderung nach den U. S. A., die zionistische Organisation für die Palästinawanderung. Er möchte diese Teilung streng gewahrt wrssen: was nach Palästina will, gehört in das Ressort des zu gründenden zionistischen Wanderungsamtes in Konstantinopel, alles übrige bleibe den andern Hilfsorganisationen überlassen. In Konstantinopel soll nach Auerbach die fördernde Regulierung der Palästinawanderung erfolgen. Er versteht darunter nicht etwa eine zajilen massige Beschränkung der Einwanderung, sondern eine qualitative zeitliche Schichtung, die nicht nur möglichst viel, sondern auch möglichst geeignete Elemente dem 'Lande in der Aufeinanderfolge zuführt, wie sie das Entwicklungsstadium des neuen Gemeinwesens erfordert. Ganz wird kein Land den Welt, das rnnenkolonisation in ausgedehnterem Masse treibt, auf ein „Ellis Island" verzichten können. Unsoziale Elemente, die besonders in den ersten Stadien der Entwicklung unerwünscht sind, wird jeder von Palästina fern halten wollen. Bereits früher hat Sokolow darauf hingewiesen, dass es unerlässlich sei, ein britisch-zionistisches Abkommen über Prinzipien und Praxis des Erteilens von Pässen nach Palästina zu treffen, da nur auf diesem. Wege die zionistische Organisation auch die Macht erlange, ihre regui lierende Tätigkeit konsequent durchzuführen und eine >virksame Wanderungskontrolle zu organisieren. Auerbach weist nun darauf hin, dass die Erteilung des Passvisums in Konsta,ntinopel erfolgen müsse, dessen zentrale Lage zwischen den Regierungsstellen in Palästina und den Laridesorganisationcn allein es ermöglicht, dass nach beiden Richtungen hin die nötige organisatorische Fühlung gewahrt bleiben kann. In jedem Fall muss vermieden werden, dass die sichtende und notgedrungen manchmal auch zurückweisende Kontrolle in einem der palästinensischen Häfen erfolgt, weil dort die Abweisung eine unerträgliche Härte darstellen würde. Konstant nopel aber biete die Möglich-

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