Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 7-8 (10.1.1920)
- Article
- Ausland
- Date
- 1920-01-10
- Page
- Seite 182 (sequence 2)
- Language
- German
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- Tunis 1× ep/1048155
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182 Errichtung einer jüdischen technischen Hochschule gehen. Dass andrerseits die ungarischen Assimilanten an Würdelosigkdt den Rekord schlagen, zeigt (eine Meldung der „Jüd. Korresp.", nach welcher der Vorstand der Pester israelitischen Religionsgemeinde seine Freude über das Ende der rumänischen Besetzung und H«j Schaffung der nationalen Armee durch Horthy in öffentlicher Sitzung mit Nachdruck manifestierte. Es wurde ferner der Entschluss' gefasst, der demnächst einzuberufenden Generalversammlung den Antrag zu unterbreiten, zugunsten der nationalen Armee für einen zu schaffenden Horthy- Fonds 100 000 Kronen zu votieren und im Kreise der Judenschaft für diesen Zweck eine Sammlung einzuleiten." H o r t h y s „nationale" Armee ist identisch mit jener Soldateska, die nach dem Sturz der Kommunisten nicht nur unter diesen, sondern genau so unter den Juden mit gradezu viehischer Grausamkeit ge- : haust hat. Frankreich^ Durch die Abtretung E 1 s a s s - Lothringens an Frankreich hat das französische Judentum einen Zuwachs von etwa 30 000 Seelen erhalten. Da Frankreich vor dem Kriege etwa 120 000 zählte, so betrügt die Steigerung 25°/o. Eine merkliche Beeinflussung des jüdischen Lebens in Frankreich hat durch die Juden des bisherigen Reichslandes noch nicht stattgefunden dagegen macht sich In den wiedererworbenen Provinzen selbst eine im Steigen begriffene Abwanderung aus "den Klcingcmeinden nach der Grosstadt bemerkbar. Besondere Anziehungskraft übt Strassburg aus, wohin im .Laufe des letzten Jahres nicht weniger als 200 jüdische Familien einwanderten. Der Zuzug von O s t j u d e n nach Frankreich " war während des Krieges so gut wie unterbunden. Es ist jedoch besonders bei den jungen und arbeitsfähigen Elementen, die vor dem polnischen Militärdienst nach Deutschland flüchten, starke Neigung vorhanden, nach Belgien und Frankreich zu gehen. An einer stärkeren Zuwanderung hindern noch die Passchwierigkeiten, doch sind vereinzelt Fälle y.u verzeichnen, in denen Ostjuden unter Umgehung der Grenzkontrolle nach Frankreich — auch nach Paris — gelangt sind und dort lohnende Arbeit gefunden haben. — Die in verschiedenen jüdischen Blättern in Deutschland und Oesterreich gegebene Anregung, Ostjuden in grösseren Massen Arbeit beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu verschaffen, sei hier nur erwähnt; wir Jcommen in anderem Zusammenhang darauf zurück. Bemerkenswert ist die starke Einwanderung von sep bardisch e n Juden aus dem Orient, vor allem aus den französischen Kolonialgebieten Algier, Tunis und Marokko. Die Zuwanderer sind in der Hauptsache selbständige Kaufleute, die unter dem Einfluss der Kriegskonjunktur wohlhabend wurden und meist mit ihren Familien ganz nach Frankreich übersiedelten. Es findet bereits durch Heirat eine Blutsvermischung mit den französischen Juden statt, — was im Hinblick auf die rassenmässigen Qualitäten der Sephardim dem französischen Judentum nur von Nutzen sein kann. Die französische Regierung hat ein „\V c i s s h u c h" herausgege-