Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 7-8 (10.1.1920)
- Article
- Ausland
- Date
- 1920-01-10
- Page
- Seite 181 (sequence 2)
- Language
- German
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181 tritt in den öffentlichen Dienst, zu, Aemtern und Würden oder um die Ausübung" irgend eines Gewerbes oder Berufes handelt. Die Staatsbürger können in den Grenzen der| allgemeinen Gesetze jegliche Sprache im privaten und öffentlichen Verkehr, in die Religion betreffenden Angelegenheiten, in der Presse sowie in allen Publikationen oder in öffentlichen Volksversammlungen frei gebrauchen. In Städten und Bezirken, in denen ein beträchtlicher Bruchteil von Staatsbürgern anderer Sprache ulsj der tschechischen oder slowakischen ansässig ist, [wird den Kindern dieser Bürger in der öffentlichen Erziehung im Rahmen der allgemeinen Regelung des Unterrichts angemessene Gelegenheit zugesichert, den Unterricht in ihrer eigenen Sprache zu erhalten, wobei der Unr terricht in der tschechischen oder slowakischen Sprache zum Pflichtgegenstand gemacht werden kann. Sofern in Städten und Bezirken, in denen ein beträchtlicher Teil tschechoslow. Staatsbürger ansässig ist, der zu religiösen, nationalen oder sprachlichen Minoritäten gehört, für! Erziehung, Religionsausübung und Wohltätigkeit Beiträge aus öffentlichen Mitteln gemäss den Voranschlägen des Staates, der Gemeinden und sonstigen öffentlichen Körperschaften verwendet werden sollen, wird diesen Minoritäten ein angemessener Anteil an dem Aufwand und an dem Gebrauch gesichert. Die Bestimmung des Begriffes eines „beträchtlichen Teiles"" wird durch eigenes Gesetz erfolgen. Der letzte Paragraph 134 lautet: „Jede Art gewaltsamer Entnationalisierung ist unzulässig. Die* Missachtung dieses Grundsatzes kann das Gesetz als strafbare Handlung •erklären." Ungarn. Das ungarische Judentum kommt nach dem Schrecken der Räteregierung und dem grösseren des „weissen Terror" allmählich wieder etwas zur Selbstbesinnung. Es macht sich eine deutliche Reaktion auf! die Massenflucht aus dem Judentum bemerkbar, und an die Stelle der masslosen Einschüchterung durch das „christliche Ungarn" beginnt die systematische Gegenwehr zu treten. In der Zeitschrift „Mult es Jövö" machte vor wenigen Wochen ein Arzt den Vorschlag, den Antisemitismus an der Budapester Universität, die Vertreibung der jüdischen Dozenten und die Aufstellung der Prozentnorm mit der Gründung einer jüdischen medizinisch - naturwissenschaftlichen Akademie zu beantworten. Dieser Plan wurde von den lehrenden und lernenden jüdischen Akademikern mit Begeisterung aufgenommen, und für eine zu gründende jüdische Universität sind bereits fast 4 Millionen Kronen gezeichnet. Man will versuchen, von der ungarischen Regierung jenen viele Millionen betragenden Kontributionsbeitrag zurückfordern, dessen Zahlung den Juden im Jahre ISIS von llaynati auferlegt Und der später vom König Franz Josef für jüdische Kulturzwecke freigegeben wurde. Teilbeträge dieser Kontribution wurden den beiden israelitischen Landeskanzlcien bereits zur Verfügung gestellt, ein grosser Betrag soll sich/ aber in der Verwaltung der ungarischen Regierung befinden. Gelingt es, diese Forderung durchzusetzen, so will man an die