Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1919-1920
- Issue
- Heft 2-4 (25.10.1919)
- Article
- Der Welt-Verlag
- Date
- 1919-10-25
- Page
- Seite 89 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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89 mann Struck 50 unveröffentlichte Steinzeichnungen, Arnold Zweier den verbindenden Text beisteuerte. In dem soeben erschienenen Gedichtband „Elohim" von Hedwig Ca spar i öffnet der Verlag einem jungen jüdischen Talent den Weg zur Öffentlichkeit und gibt gleichzeitig durch die besonders schöne Ausstattung des Buches eine Probe seines buchtechnischen Könnens. Mit besonderer Liebe und Sorgfalt widmet sich der Verlag einer Sammlung, von der unter dem Namen \V e 11 bü c h e r, eine jüdische Schriftenfolge bereits 'folgende Bändchen erschienen sind: Ma nasse ben Israel: Rettung der Juden, Moses'M e n d e 1 s s o h n: Jerusalem, Fritz Mordcchai Kaufmann: Vier Essais über ostjüdischc Dichtung und Kultur, Samson Raphael Hirsch: Neunzehn Briefe über Judentum. Diese Sammlung, die in kurzen Zwischenräumen fortgesetzt wird, so!! in "bunter Reihe das beste aus dem klassischen und modernen jüdischen Schriftrum in entsprechender Form und zu billigem Preise geben, Die ausserordentliche Beliebtheit, deren sich die Bändchen, die sehr vornehm ausgestattet sind, bereits heute erfreuen, ermutigt den Verlag, auf diesem Wege schnell und' sicher weiter zu schreiten. öiimmmmmmm Liteyaturblatt mmmm^^mm Julius Levin: Zweie und der liebe Gott. (S. Fischer, Verlag, Berlin 191Q). Julius Levin, der vor einigen Jahren mit seinem Roman: „Das Lächeln des Herrn Ton Golubicc- Golubicki" als Epiker erfolgreich begann, führt uns in seinem neuen Buche wieder in die vielumstrittcne Ostmark, wo Deutsche, Polen und Juden sich schlagen und vertragen. Der Roman spielt während des Weltkrieges ,die Sorge um die kämpfenden Söhne und Brüder eint die gespaltenen Rassen und Klassen. Der greise Reb Salme verzehrt sich in Sehnsucht um seine Kinder Abraham und Joseph, die jeder Fronttag ihm entreissen kann. Wie einst der Erzrater Jakob mit dem Engel, so rin^i er mit Gott um das Leben seiner Söhne. Beide sterben den Schlachtentod; wie Reb Salme meint, durch seine Schuld. Denn sein Stolz hat die Heirat Abrahams mit Malke, der Tochter des anrüchigen Chaam Jekeff hintertrieben, und — milde geworden durch den Tod des Aeltesten — will es ihm nicht gelingen. Jen Hass des Zweitgeborenen gegen Malke, die die Eintagsgeliebte eines Offiziers geworden ist, zu besänftigen. Auch Chaam Jekeff will Gott für sich gewinnen, der ihm in seiner Tochter soviel Schande zugefügt hat. Es entbrennt ein geistiger Zweikampf zwischen dem würdigen Reb Salme und dem verluderten Chaam Jekeff. Wem wird Gott sich zuwenden? Wer darf sagen, dass er ihn besitzt? „Wer darf ihn nennen, wer darf ihn bekennen?" Fromm war Reb Salme, und der guten Werke 'tat er viel; und dennoch strafte ihn Gott mit dem Verlust seiner Nachkommenschaft, wie er einst den gottesfürchtigen Hiob gestraft. Der gesetzestreue Reb Salme will Hand an sich legen wie AchitopheL Auch Chaam Jekeff war guten Willens, und dennoch lässt Gott zu, dass seine Tochter eine Verworfene wird und den Giftbecher leert. Wo ist Gott? In der