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Neue jüdische Monatshefte · 1919-10-25 · Heft 2-4 (25.10.1919) · p. Seite 80

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1919-1920
Issue
Heft 2-4 (25.10.1919)
Article
Mein Verlag
Date
1919-10-25
Page
Seite 80 (sequence 3)
Language
German
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80 Meine Buchhandlung Von Louis Lamm, Berlin /5V ls ich im Frühling 1903 meine Spezialbuchhandlung für jüdische jr^m. Literatur in Berlin gründete, war ich mir bewusst, dass mir harte Arbeit bevorstand. Und als ich einem Konkurrenten von meinem Plan erzählte, gab er mir die erhebende Antwort: „ich. kanns Ihnen nicht verbieten, aber ich frab' ja schon so viele kommen und wieder gehen sehen/' Diese erfreuliche Perspektive hat sich nun allerdings nicht erfüllt, aber eine Anzahl von ähnlichen Gründungen aus den Neunziger Jahren konnten in Berlin tatsächlich nicht aufkommen. Das lag aber bestimmt nicht an Berlin, sondern an den Unternehmern, die fälschlicherweise annahmen, dass jeder, der ein paar mal jüdische Bücher in Händen hatte, auch schon ein Budhhänicfler sein könne. Gleich vom Anfang schwebte mir als Ziel vor Augeni: ein gut geleitetes Antiquariat einerseits und dann ein Verlag, der eine massive Basis abgeben sollte. Es gelang mir auch schon gleich bei Eröffnung des Geschäftes einige ganz besonders umfangreiche Bibliotheken zu erwerben. Es war die des Pastors F a b e r, ehemals Leiter des Justitutum Judaicum in Leipzig, eines Freundes von Franz Delitzsch. In dieser Büchersamrnlung befanden sich eine grosse Anzahl Werke aus Delitzschs und Paulus Cassels Besitzes. Vom letzteren fast der gesamte literarische Nachlass. Die daraufhin veröffentlichten Kataloge brachten gute Erfolge und fanden allgemeine Wertschätzung und ich darf mich än dieser Beziehung auf einen besonders Sachkundigen — Prof. Dr. Steinschneider — bei dem ich manches Plauderstündchen in seiner kleinbürgerlich eingerichteten Wohnung in der Wallnertheaterstrasse zubrachte, berufen, Auch der sei. Prof. A.'B e r 1 i n er, der im gleichen Hause wohnte, wie ich, studierte die Aushängebogen meiner Kataloge stets mit grossem Interesse und er verkaufte mir häufig Doubletten und einzelne wertvollere Stücke seiner prächtigen Büchersammlungen. Von grösseren Bibliotheken, die ich erwarb, seien erwähnt, jene von Rabb. Dr. R a h m e r-Magdeburg, Rabb. Dr. K r o n e r - Berlin, Dr. A u e r b a c h - Dresden, Lehrer W e i 1 e r - Noerdlingen, Rabb. Dr. R i c h t e r- Filehne, Rabb. Dr. A c k e r m a n n - Brandenburg, Rabbin o w i t z - Königsberg, Rabb. Dr. Grünfeld sen.-Berlin, einen Teil der Bibliothek Dr. S i 1 b e r m a n n - Lyck (Begründer des Hamaggid), Prof. W e i n s t e i n- Berlin, die herrliche eines Hamburger Privatmannes, Dr «S e 1 i g k o w i t z - Kothen, Dr. R o w i c z - Bruchsal, Dr. Vögelst e i n - Stettin (diese teilweise), Dr. J annowitz - Berlin, und die in Bezug auf hebräische Sprachwissenschaft geradezu unverglichlich vollständige Bibliothek von Rabbiner Dr. E. L a n d a u - Weilburg a. Lahn, die sich zurzeit noch auf dem Wege von Weilburg nach Berlin befindet. Zu diesen grossen Sammlungen kamen eine Menge kleinere, von Lehrern, Kultusbcamten und Privaten, sodann die umfangreichen Bestände aufgelöster Buchhandlungen oder solcher, die Judaica aufgaben, wie Engel- Berlin, S. Ca 1 vary u, Co. - Berlin, Preuss u. J ü ng er-Breslau und G a n - dolfi in Bologna; ferner die Schätze, die ich mir bei Londoner Versteigerungen — hauptsächlich Hodsgon & Co. (wo ich immer der

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