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Neue jüdische Monatshefte · 1919-09-10 · Heft 23-24 (10.9.1919) · p. Seite 524

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 23-24 (10.9.1919)
Article
Die Bibel als methaphysisches Dokument
Date
1919-09-10
Page
Seite 524 (sequence 3)
Language
German
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r A v1«^ . y. Da^s ist endlicii v •'. ■■ "• Und unendlich . Das tiefe Hoffen, Der hohe Mut,. . . ■■[ Zu Leben, in Jugend, Alter . Und Seligkeit. In Tod und Todesnot, . Die wir im Lichte .der Herrlichkeit ' Vergessen, hinüberflutend Ins Wissen, in die Freude selber. Das ist Kl-tauw, Das unaussprechlich Ueber — sprechliche Ja. „Tauw" der Welt, schöne Inbrunst —! Was müssen die heutigen Juden, was. muss die h^utig^ Menschheit, einst Jehovas Gemeinschaft, noch lernen, um deinen letzten freien Sinn zu erfassen! — Das Ki-tauw, die göttlich befriedigte Betrachtung des Geschaffenen, kommt "wohl in keiner Kosmologie so stark zum Ausdruck, wie im ersten Kapitel der Bibel. Im letzten Vers des Kapitels heisst es sogar in glanzvoller Deutlichkeit: „Und Gott sah das Ganze, das er gemacht, und siehe: es war sehr gut'' — nachdem er sechsmal vorher die Schöpfungsdinge gutgeheissen. Das allerdings heisst: optimistische Weltanschauung, — Anschauung durch göttliche, nicht durch menschliche Augen. Und nur den göttlichen Augen, die zuweilen auch aus Menschenaugen herausschauen, ist zu trauen. JawohF, die Weltanschauung des Ur-Hebräers ist optimistisch wie die keines andern -Gottesbekenners. Aber Optimismus muss nicht notwendig — ruchros sein, wie viele glauben. Es muss soviel an Weissheit und Erkenntnis Zur Grundanschauung hinzukommen, dass der eigentliche Optimismus völlig — vergessen wird. Er muss eben nur als Grundgefühl walten. Damit er sich in Gnade ifhd tiefstes Vertrauen zu allern, was ist, in uns und ausser uns, verwandeln könne. Er muss auch die weitumfassende Hoheit und Gewalt „Brahmas" und des ^,Tao" zu erreichen streben. Das wird er im Laufe der Zeit, r— die Zeit hat. Darin wird Gott König sein über die ganze Erde. Da'nn i\yird „Gott" einzig sein und" sein Name (wie verliert sich .nach und nach Wort und Laut vor dem Wesen selber!) einzig!. —- V - : \ 15Ii [11313 IIEHT Literaturblatt" mimm mm m Ricarda Much: DerSinnder Heiligen Schrift. Leipzig: Inselverlag 1913. „Sie bestellten mich zum Hüter der AVcinberge ... meinen Weinberg aber habe ich nicht gehütet:" Also müsste von rechtswegen der Jude von heute — fast jeder Jude von heute — sprechen, wenn er Ricarda Huchs Buch „Der Sinn der Heiligen Schrift" in die Hand bekommt. Das Buch istvon einer Christin geschrieben,.

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