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Neue jüdische Monatshefte · 1919-05-10 · Heft 15 (10.5.1919) · p. Seite 307

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1918-1919
Issue
Heft 15 (10.5.1919)
Article
Oberschlesien
Date
1919-05-10
Page
Seite 307 (sequence 3)
Language
German
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305 auf die'Bedeutung des jüdischen Elements für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung des Landes hinzuweisen. Die oberschlesische Industrie fiiat Juden zu ihren hervorragendsten Schöpfern und Trägern. Schon zu Beginn der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts lag der Erzbergbau Oberschlcsiens vorwiegend in jüdischen Händen. Seine Pioniere, Moritz Friedländer, Sinai Lewy und David Löwenfeld, errichteten damals zur Verhüttung ihrer eigenen Erze das Hochofenwerk Frieden::- hütte, das später in die Oberschlesische Eisenbahnbedarfs Aktien-Gesellschaft umgewandelt wurde und heute das grösste Hochofen- und 'Stahlwerk Oberschlesiens darstellt. (An der Spitze dessen Aufsichtsrates steht heute der jüdische Bankier Generalkonsul Eugen"Landau In Berlin). Die weltbekannte Bismarckhütte hat die jüdischen Kaufleute EM as Sa chs und Saiomon Hammer zu ihren Gründern. (Vorsitzender ihres Aufs'ichtsrates: Bankier Sigismund Born). Die grossen Röhrenwerke HuldschinskyAVerke Akt.-Ges. wurden von Moritz Hahn und Simon Huldseh insky gegründet. Die Oberschlesische Eisen-Industrie-A.-G, mit ihrem grossen Hochofen werk Julienhütte und den Stahlwerken Beildon- Hütte und Herminenhütte ist von der Eisenhandelsfirma M. J. Caro & Sohn begründet. (Vorsitzender des Aufsichtsrates: Geh. Kommemenrat Oscar Caro). Die Gründung der „Silesia" (Paruschowitz), eines der gfössten Emaillierwerke Deutschlands, geht auf die Finna Gebrüder Lachmann zurück. Die Aktiengesellschaft „Ferrum*" wurde von dem Eisenbahnunternehmer Rudolf Pringsheim in Beuthen begründet. Die oberschlesische Zinkhütten-Akt.-Ges. stammt in der Hauptsache aus dem Besitze des jüdischen Kaufmanns Heimann Roth in Breslau. Die Oberschlesischen Kokswerke und Chemischen Fabriken wurden durch die Firma Emanuel Friedländer in Gleiwitz gegründet, denen später die grosse Koksanstalt „Glückauf" angegliedert wurde. Das gleiche gilt auch vom Kohlenbergbau. Die bedeutende Kohlengrube Heinitz ist von Otto Friedländer aufgeschlossen worden und die meisten Kohlengruben des Rybniker Reviers befinden sich in den Händen von Fritz Friedländer, Gebr. Guttmann, Baron von Rothschild und 5 t e r n b e r g: Auch die oberschlesischen Lederfabriken, Mühlenwerke, Textiffabriken und Zigarrenfabriken befinden sich in grösserem Umfange in jüdischem Besitz. Jüdische Unternehmer waren auch bei der Begründung der bedeutenden oberschlesischen Portland-Zement- und Kalkindustrie stark' beteiligt. Von nicht geringerer Bedeutung ist der Anteil der Juden am Ausbau des Verkehrswesens. Die für den Verkehr zwischen den Erzgruben und den Hüttenwerken wichtige, den ganzen oberschlesischen Industriebezirk umspannende Kleinbahn, die vor ungefähr einem Jahrzehnt in den Staatsbetrieb übergegangen ist, hat den jüdischen Eisenbahnunternehmer Rudolf Pringsheim zu ihrem Gründer. Eine andere Kleinbahn ist vom Unternehmer Eugen Siegheim erbaut. Von beherrschender Bedeutung sst der jüdische Handel des Landes. Es seien die von Juden begründete und auch weiterhin von ihnen geleiteten weltbekannten Kohlenfirmen Cäsar W o 11 h e i m und Emanuel Friedländer & Co., Erzf irma Nowak 6 Grünfeld, die grossen oberschlesischen Hotzhandelsfirmen S. G o Id - stein, S. Grünfeld, W. Sternberg, S. Fuchs, Max Nökfer,

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