Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 14 (25.4.1919)
- Article
- Moses' Berufung
- Date
- 1919-04-25
- Page
- Seite 298 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Verdiehst der' heii'gen"Not und seiner Gnade. Und' nun ists mein für aJIe meine Tage. Er, den ich neu enträtselte, ist mein. Mit ihm, — mit dir, mein Gott hab ich mein Rätsel .Fortan, nicht -ohne dich, und all mein Leben. .... Jetzt aber dieses noch: der Weg, sogar — Das Ziel! Denn wer verkündets mir, dass ichs Erreicht, weil ich beseligt bin? Wer sagt mirs? Bin ich -allein wie diese frische Blume, Die ihren Tau in Stille trinkt-und sonst Nichts will und nichts vermag? Denn sie auch/ Die Blume ist nicht tot, weil er, mein Gott, Sie schuf und schafft und mit Vergnügen füllt. In zartgeniessender Genügsamkeit Fühlt sie, als Gott, sich selbst und meinen Anblick. Doch ist ihr mit der Schöpfung auch das Ende Gesetzt. Nicht so dem Menschen, nicht so mir. Im mir verwandelt sich mein Göttergeist Mit jedem Augenblick, mit jeder Regung. Hinauf, hinauf — so klingts aus Gottes Munde, Nie rasten, du bist nicht für dich geworden, Wie ich für mich nicht bin. Das Herz des Rätsels, Das tief in deinem Herzen pocht und aufruft, Es ist die Weihe deines reinsten Daseins, T>ie Kraft, -aus der das Wort erstrahlt: sie alle, Die nicht wie du von Gott, ersehen worden, Den Menschenpfad, den einzigen, zu wandeln, Sie musst du wie ein Adler aufwärts tragen, Auf deinen Flügeln, Gotteskind, zu mir. Dann erst Ist all dein Tun vollendet. Aber: Zum andern Ohre, und aufs neu geheiligt, Tönt Friedenslaut in meine Brust: lass fliessen Die Wellen 'aller Schmerzen, aller Leiden. Das, wird sich niemals wandeln, niemals, niemals. So lebe du und sei den Deinen alles, iht Helfer tind ihr Gott. Denkst du, mein Sohn, Ich will Vom Ideinen Menschenvolk erkannt sein? Dich schuf ich mir zum Götterspiel, sonst schau Zum Himmel auf, der dir bei Tag und Nacht Geringste Kunde ineiner Hoheit kündet, Willst du den Reichtum meiner Mächte ahnen. Ich habs nicht not, mich aufwärts aufzurühren Durch Menschengeist, und ach! durch Menschentat Sei denn zufrieden und begnüge dich, Und lass Vias Leben samt den Menschen dauern, Geniessen und init dumpfer Seligkeit Zum Staub sich wenden, dem sie gleich sind. Beides In gleicher Weisheit, zehrt mein Herz. Und ich