Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1918-1919
- Issue
- Heft 3-5 (10.11.1918)
- Article
- Deutschland [Nachricht]
- Date
- 1918-11-10
- Page
- Seite 111 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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109 EDQjlBEDBtniEDEDj Umschau j OB [ED 033 013 011SID GB110 Deutschland Herr Prof. Dr. M. Sobernheim, Vorstandsmitglied des „Komitees für den Osten", ist zum Referenten für jüdische Angelegenheiten ins Auswärtige Amt berufen worden. Litauen Als jüdische Mitglieder in die Taryba'sind Rechtsanwalt R o s e n b a u m\ Wigo dsky und Rachmilewitsch eingetreten. Sie wurden durch den Präsidenten Metona unter allgemeinem Beifall herzlichst begrüßt. Rosenbaum tritt in das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten als Unterstaatssekretär. Rachmilewitsch in derselben Stellung in das Ministerium für Handel und Gewerbe ein, Wigodsky wurde Minister für jüdische Angelegenheiten. Donnerstag abend feierte die Taryba den neu ernannten Bischof durch ein Bankett, das durch Teilnahme verschiedener Nationalitäten zu einer feierlichen Demonstration aller Nationalitäten Litauens wurde. Jüdische Chronik. 25. Oktober bis 10. November. Deutsch-Österreich. Der Präsident der israelitischen Kultusgemoinde in Wien, Dr. Alfred Stern, ist von seinem Posten zurückgetreten. Dr. Stern begründete seinen Rücktritt, mit dem immer stärkeren Einfluß der jüdisch-nationalen Bewegung. liähinen. Ann der Mitte des nationalen (bürgerlichen und sozialistischen) Judentums in Böhmen hat sich ein jüdischer Nationalrat konstituiert. An der Spitze des Nationalrates steht ein Präsidium, das sich aus den Herren Dr. Ludwig Singer, Karl Fischer und Dr. Max Brod zusammensetzt. Am 23. Oktober 1918 sprach das Präsidium des jüdischen Nationalrates beim Nationalaus - schuss des eben entstandenen Uschecho-slowakischen Staates vor. Die Deputation wurde vom Vorstande dieses Nationalausschusses empfangen und überreichte ihm eine umfangreiche Denkschrift über die Situation imd die Förderung des jüdischen Volkes im neuen Staatswesen . Tschechoslowakischer Staat. Professor M ass a ry k, der Präsident des tschechoslowakischen Nationalrats, informierte die Zionistische Organisation Amerikas, daß die Juden im neuen tschechoslowakischen Staate gleiche Beeilte als Bürger bekommen würden. Massaryk gab seiner vollen Sympathie für den Zionismus Ausdruck in der Überzeugimg, daß er nicht chauvinistischen Charakter besitzt, sondern die Regeneration der Juden herbeiführen will. Ihujarn. Auch die ungarische Volksregierung hat sich für die Anerkennung der jüdischen Nation in Ungarn ausgesprochen. Österreich. Ein jüdischer Nationalrat für Deutsch-Osterreich, bestehend aus 50 Mitgliedern mit fünf Präsidenten, dem Ingenieur Dr. Stricker Dr. Sokal, Adolf Böhm, Bruno v. Pollack und Dr. MargulieiS hat sich in Wien gebildet. DerNationolrat will natioruilpolitische Forderur:;;en ausarbeiten, die dem deutsch-österreichischen Nationalrate zu unterbreiten sind. Insbesondere soll die Anerkennung der Juden als Nation gefordert werden. Deutschlund. In Posen hat sich ein jüdischer Volksrat gebildet. Norwegen, Das Kopenhagener Büru der Zionistischen Organisation versendet eine Kundgebung, in der folgende Friedensford er uugen des jüdischen Volkes erhoben werden : 1. Die Festsetzung Palästinas in den durch geschichtliche Uberlieferung und durch politische und ökonomische Notwendigkeiten bestimmten Grenzen als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes, sowie die Schaffung.der für den ungehinderten Aufbau dieser Heimstätte notwendigen Vorbedingungen.