Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 20-22 (25.7.1918)
- Article
- Jüdische Chronik
- Date
- 1918-07-25
- Page
- Seite 526 (sequence 2)
- Language
- German
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**VVJ " kragen über die Wünsche der Juden hinsichtlich dor Palästina- Siedlung' einzutreten. Die Einladung der türkischen Regierung spricht von der Bildungeines jti* dischen Zentrums. Eine Prüfung der von jüdischer Seite vorgebrachten Vorschläge wird zunächst nicht erfolgen, vielmehr wird die türkische Regierung voraussichtlich zu diesem Zwecke eine besondere Kommission ernennen. ffleraina. Am 5. und 6. Juli fand im , Städtischen L i s i n k a ein furchtbarer Judenpogrom statt. 27 Juden wurden getötet und 20 schwer verwundet. TJlvraina. Der ukrainische Ministerrat vom 8. Juli nahm laut Kiewer Zeitungen ein Gesetz an, das die nationalen, polnischen, russischen und j üdiseken Ministerien abschafft. Nach Aufhebung der nationalen Ministerien wurden die Angelegenheiten des kulturellen Tätigkeitsgebiets dem ^Ministerium für Volks- - bildung, alle anderen Angelegenheiten dem Ministerium des Innern überwiesen. Der jüdische Na- t i o n a 1 r a t hat daraufhin . gegen die Abschaffung der jüdischen National- ■ autonom ie in der Ukraina eine scharfe Protestr e/& o 1 u t i b n veröffentlicht. Rumänien. Der Ministerrat hat am 12, Juli beschlossen, die Judenfrage auf breitester Grundlage zu lösen und etwa Benach- teüigtea das Recht der Berufung an den obersten Gerichtshof zuzugestehen. Bei Einbringung der vorge- ■ schriebenen Nachweise wird den das Staatsbürgerrecht. anstrebenden Juden weitgehendes Entgegenkom- ' m-en bekundet werden. — So die amtliche Meldung. Dazu bemerkt die „Voss. Ztg." richtig: „Für die Lösung der rumänischen Judenfege kommt nur eine einzige klare und eindeutige Formel in Betracht: völlige politische Gleichstellung cilmtiicher Juden mit den übrigen Staatsbürgern. Aus der gewundenen ^Fassung der obenstehenden /■e]di:ng kann man einen guten vviilcn der rumänischen Regie- -; Tung, diese Lözmtg zu bringen, nicht herauslesen. Mit einem nur „weitgehenden Entgegenkommen" \ ist den das „Staatsbürgerrecht anstrebenden" Juden nicht gedient. Es wäre sehr.zu wünschen, wenn -von seiten der Mittelmächte in dieser Frage ein ganz entschiede- , ner Druck auf die Bukarester Regierung ausgeübt würde." Rumänien. Dr. Artur Hant'ko und.Dr. Paul Nathan haben sich am 15. Juli nach Rumänien begeben, um mit den dortigen . Juden sowie mit maßgebenden rumänischen Politikern in Angekgenheit der bevorstehenden gesetzlichen Regelung der rumänischen Judenfrage Fühlung zu nehmen. Litauen. Um der Notlage der im Gebiet des Oberbefehlshabers Ost wohnenden Juden, zu steuern, die dadurch verschärft , wurde, dal1 die amerikanische Regierung die weitere Sendung von Hilfsgeldern nach. Litauen verboten hat, hat der Oberbefehlshaber Ost am 16. Juli 1918 dem jüdischen Zentralunterstützungskomitee in Wilna zu Händen des Oberrabbiners Rubinstein 200 000 Mark . überwiesen. Der hochherzige Akt der deutschen Verwaltung ist von der jüdischen Bevölkerung Litauens mit freudiger Dankbarkeit begrüßt worden. Deutschland. Geheimrat Prof. Dr. L. Landau hat am 16. Juli 1918 sein siebzigstes Jubiläum gefeiert. Firi?iland. Die finnländische Regierung hat Befehl erteilt, nach dem sämtliche'Juden bis zum 30. September 1918 als „Fremde" das Land zu verlassen haben. Die finnländische Gesandtschaft in Berlin dementierte am 17. Juli diese Nachricht; v>" eitere Nachrichten aus Finnland worden den wahren Sachverhalt klarstellen müssen. Rußland. In Kokand, Kurgan Skobolew, Körte und Sa - r y c h a n s k fanden jüdische Pogrome statt. Der jüdische Nationalst in Rußland hat den 23. Juli 1918 als einen Trauertag dos jüdischen Volkes zum Andenken an die zahl-; reichen Opfer der Pogrome erklärt. rqUyortllchtür die ScteilUcltuajr und für den Verlag:: Martin Goctz, Berlin-Charlottenb nuiüüracfc d^;"^ genauer Quellenangabe gestattet. fcotiUic^ bei Julius biUcnfeld, Hofbuchdrueker., Berlin \V.