Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 20-22 (25.7.1918)
- Article
- Polen [Nachricht]
- Date
- 1918-07-25
- Page
- Seite 525 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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525 daß der erwähnte Vorfall keinen Anlaß zu irgendwelchen Protesten gegen die polnische Regierung seitens der jüdischen Vertreter im Staatsrat gegeben hat und daß diese in ihren Antrittsreden sich auf den Boden der polnischen Staatlichkeit und völligen Loyalität der Regierung gegenüber gestellt haben. Das Staatsdepartement ist zurzeit damit beschäftigt, eine besondere, die jüdischen Angelegenheiten behandelnde Schrift auszuarbeiten, welche in deutscher und französischer Sprache erscheint und klar die Toleranz der polnischen Regierung in dieser Frage sowie ihren jeglichem Chauvinismus abholden Standpunkt darlegen soll. Der Direktor des Departements: gez. Radziwül Der Abteilungschef: gez. Bader". Jüdische Chronik 10.—25. Juli 1918 TJkraina. Der provisorische jüdische National rat in der Ukraina beschloß die sofortige Einberufung der Vertretung aller jüdischen neugewählten Gemeindevertretungen in der Ukraina. Die Wahlen zum Vorparlament sollten in der ganzen Ukraina am 14., 15. und 16. Juni 1918 stattfinden. Österreich. Am 19. Juni 1918 fanden in J a r o s 1 a u schwere Juden- . ausschreitungen statt. Polen. Das Wolfsche Telegiaphenbüro teilte am 25. Juni 1918 mit, daß der von der polnischen Regierung eingebrachte Entwurf eines Landtagswahlrechts auf dem Grundsatz der völligen Gleichberechtigung aller S taatsbürger ohne Unterschied der Nationalität und der Bekenntnisse fußt. Bei der Beratung dieser Vorlage werden die Vertreter der Minderheiten Gelegenheit finden, die Wünsche ihrer Volksgenossen voll zur Geltung zu bringen. England. Herr Balfour erklärte ' am 28. Juni 1918 zu den ostjüdischen Fragen: „Wie bereits öffentlich mitgeteilt, hat die Regierung Seiner Majestät die innigste Sympathie für die Emanzipation der Juden im Osten und Südosten Europas und ist bemüht, alles, was in ihrer Macht steht, zu tun, um eine dauernde Regelung der jüdischen Frage in den betreffenden Gebieten zu sichern", Rußland Vom 30. Juni bis zum 5. Juli 1918 tagte in Moskau eine Konferenz <I e r jüdischen Gemeinde Rußlands. Es waren 39 große Gemeinden vertreten, die 133 Delegierte entsandten, darunter 53 Zionisten, 20Orthodoxe, 16Bundisten, ^Vereinigte jüdische Sozialisten,' 9 Poale- Zion, 7 Volkspartei, 7 Volksgruppe und 13 Unparteiische. Die Konferenz beschloß die Gründung eines jüdischen Gemeindebundes in Rußland. Deutschland. Nach einer Verfügung der deutschen Regierung, die sich auf angebliche hygienische Gründe stützt, ist die Einreise der jüdischen Arbeiter a, u s dem Osten nach Deutschland verboten. Auch denjenigen in Deutschland beschäftigten Arbeitern, die gegen Hinterlegung einer Kaution nach ihrer Heimat gereist sind, wird seit Ende Juni 1918 die Rückkehr nach Deutschland nicht gestattet. Amerika. Die Palästina -Konferenz der jüdischen Arbeiterschaft in Amerika, dio am 28. April 11)18 in New York stattfand, beschloß die Einberufung eines allgemeinen jüdischen Arbeiter kongresses für den 6. Juni 1918. Türkei. Auf Einladung der türki-. sehen Regierung haben sich Anfang Juli 1918 Vertreter des Zionistischen Aktionskomitees, der Vereinigung jüdischer 0 r g a n l - sationen Deutschlands und •der Freien Vereinigung für dio Interessen des orthodoxen . Judentums nach Konstantinopel begeben, um mit der türkischen Regierung in Verband-