Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 20-22 (25.7.1918)
- Article
- Die Jüdin als Assimilantin
- Date
- 1918-07-25
- Page
- Seite 516 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2908689-2908714-2908732-2911126--1915-2911205- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mchem sio die Führende ist. Erziehung ist in diesen Kreisen eine Sache des Arrangements *wnd sie ist eine perfekte Arrangeurin, In ihr also ist die 'Quölle der verlogenen Aufmachung einer gev. issen Sorte „besserer" und „bester" Jüdischer Jugend, eine Aufmachung, die bald lärmend protzig, bald krampfhaft diskretisierend-fein tut. Daß diese Jugend so voll greulicher Disharmonie, so rein monscMich-charakfcenell unausstehlich ist (vom jüdischen Standpunkt schon ganlicht zu reden); daß nichts an ihr wesenhaft, eigen; daß säe nichts isfc als ein Echo vom gojischen Drüben, nichts als Schein von fremdem Licht und Irrlicht — das ist von dieser Jugend die Gabe der Mutter, die den „Änderen" gleich sein möchte, aber ihnen nur nachzuäffen vermag» . Jüdische', Volkskunde im LIchfe der neuesten Forschung Von Dr. J. Schef teiowit z , Cöln (Fortsetzung au» Heft 10) sl^o^\i\er Gl&dbe, daß man durch'Beschsörungsmittel Geister bannen;-fcj)?l könne, wurzelte zu fest im jüdischen Volksglauben. Vor allem soll dieses König Salomo verstanden haben (Gittin 68—69). Josephus (Ant. VIII 2,5) berichtet von ihm, daß er Beschwörungsformeln verfaßt und hinterlassen habe, mittels deren man die Dämonen endgültig austreiben könne. Als Beispiel für die Wirksamkeit dieser Formeln erwähnt er, wie einst ein Jude in Gegenwart des Kaisers Vespasianus und seiner Offiziere mittels einer salomonischen Beschwörungsformel einen Besessenen, dem er einen Zauberring unter die Nase hielt, den Dämon aus dieser herauszog, und zum Beweise dafür, daß er wirklich ausgefahren sei, dem unsichtbaren Geiste befohlen habe, einen in der Nähe stehenden Was&ertopf umzustoßen, was er auch. tat. Salomonische Zauberformeln haben sich bis tief ins Mittelalter erhalten. Aus christlichen Volksbüchern hat Goethe die Sage von der Kraft salomonischer Zaubersprüche geschöpft und sie in seinem Faust bei der Beschwörung ,des Pudels verwertet: „Für solche halbe Höllenbrut ist Salomonis Schlüssel gut". Nicht jeder vermag eine Beschwörungwirksam vorzunehmen, sondern. nur gewisse Personen, denen eine besondere magische Kraft innewohnt. D'as Judentum hat diesem allzutief wurzelnden Aberglauben Konzessionen gemacht. Es gestattete durch Psalmverse Krankheiten zu besprechen, aber nicht durch Sätze aus dem Püntatouch. Noch heutzutage läßt sich der Ostjude Zahnschmerzen, Ghrenschmerzen, Kopfschmerzen sowie alle Krankheiten, die durch den „"bösen Blick" herrühren, durch „Absprechen" von Seiten eines „guten Jiden" kurieren. Wie alle übrigen Völker haben die ungebildeten jüdischen Volksschichten an Omina geglaubt, obgleich dio alten Gesetzeslehrer dieses ris. sündhaft bezeichneten. So wird der noch im heutigen deutschen Volke herrschende Glaube, daS es ein übles Vorzeichen sei, wenn, einem 'beim Essen ein Bissen aus dem Munde fällt, von den Gesetzeslehrern vor 2000 Jahren bekämpft. Den auch im deutschen Volksglauben existierenden Aberglauben, daß man, wenn aus dem brennenden Ofen sprüiion&o Funlica fallen, Gäste zu erwarten habe, geißelt der Talmud..