Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 19 (10.7.1918)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1918-07-10
- Page
- Seite 458 (sequence 2)
- Language
- German
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sich Sa. diesen Sammlutfg'cn eino1 depfsoläo .Aufgabe; er bogaügt-.sich ' nicatt mit dorn an eich schon dankenswerten Unternehmen, altes Märchengnt aus verschüttetem Borne frisch wieder quellen 211 Sassen, sondern Gr strebt danach, dio Fäden zu suchen, öle sich durch die einzelnen Geschichten sieben, und verlorengegangene Zusammenhänge wieder herauszufinden. Gleichseitig will er dem Genießenden Blumen und dem Forschenden. Früchte darreichen. Diese Doppelheit der Ziele hzt manche Zwiespältigkeit Im Gefolge. So dankenswert wnd lehrreich die Zusammenstellung der verschiedenen Fassungen eine3 und desselben Märchens zni'j ihren bezeichnenden Ab- Y/eiehungen auch ist; vielleicht v/ürde es sich doch £ür die künftigen Bände empfehlen, nur eine Fassung in den Test, die übrigen dagegen in den Anhang aufzunehmen. Denn dem Märchen nimmt es übel, wenn es allzu rasch und offenkundig als Forsehungsob|ekt unter die Lupe genommen wird. Und da ist das Märchen in seinem guten Recht. Denn diese neue Welt, in die es uns führt, lockt und strahlt in einem eigenen hellen Lichte, daß man clio Laterne des Forschers unwillig beiseite stößt. Da tanzen die Hexen Im verlassenen Gemäuer, Asmodai der Fürst der Teufel plagt die Königstochter mit schwerer Krankheit; über Hexen und Teufel und böse Messchen r.l?or herrscht der Weise: äm ist der Held des jüdischen Märchens.' Bald heißt er Rabbi Mair, bald Joclianan ben Sahkai, bald nm „der Welse" oder nder Fromme"; mit besonderer Vorliebe aber wählt sich das Märchen' einen der Propheten zum Helden — 4 den Propheten Elia. Warum nicht Mose»? warum nicht Jesajah? Das ist ein rätselhafter, vielleicht bedeutungsvoller Vorgang. Von; Elia weiß uns die. Bibel Seine einzige Rede zu überliefern — nur Taten.4 das ölkrüglein der Witwe füllt er, den Sohn der Samariterin erweckt er zum Leben, Ward der Wundermann darum wohl zum Helden des wunderfrohen Märchens? Es würde .sich verlohnen, die Gestalt des Elia einmal Im Zusammenhange nachzuzeichnen; /wie er Ja auch in den feierlichsten und geheimnisvoll um« schieierten Augenblicken des religiösen Volkslebens erscheint: am Sederabend, da der gefüllte Becher seiner harrt, all wöchentlich nach der Habdalah zur Zeit, da die Sabbctseele Abschied nimmt /. . Elijahü Ha-Tischfai . . . Freilich, nicht -völlig konnte sein Bild in diesen Märchen zum Ausdruck kommen; verzichten mußte der Sammler auf die Elia-Sagen des Talmud, der Babbalah, Vielleicht hat Bin Gorion sich diese reizvolle Aufgabe für spätere Tage zurückgelegt. Zunächst erbittet der unbescheidene Leser von ihm ein anderes: eine Auswahl aus diesen überreichen Märchenbüchern, geeignet, „ d a s jüdische Märchenbuch" zu werden, das unsern Kindern trotz aller Siscurim — noch immer fehlt. Für einen andern Kreis seiner Darbietungen hat Bin Gorion diese Aufgabe bereits in Angriff genommen; in planvoller Auswahl aus den Sagen der Juden liegen zwei Bändchen „Di«e ersten Menschen und Tiere" und „ Abraham, Is aak und Jakob" vor. Möge' den Marchon ein gleiches Schicksal werden! Bath-Hillel. \rttü^:oTlii2hiüt dta sahrüüeitunff und für den Verlag: Martin Goctz, Berlin-Charlottenbnrg iKv,::r1Lc.v: der L>Ci'i:"fo den Tageszeitungen mit genauer. QueUcnangabe gestattet. Coe*s;icl:fe fco! Jaltes SitfceaSeld, -UolTbucadrucker., Eerlin \V.