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Neue jüdische Monatshefte · 1918-07-10 · Heft 19 (10.7.1918) · p. Seite 457

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 19 (10.7.1918)
Article
Jüdische Chronik
Date
1918-07-10
Page
Seite 457 (sequence 5)
Language
German
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457 gungderJu den, wurde am25.Juni' nach kurzer Debatte angenommen, Ministerialdirektor Dr. Kriege versicherte, daß der Berliner Vertrag durch die neuen Bestimmungen zur Ausführung gelangen werde. Die Ab- . geordneten Scheidemann (Soz.), Gothein (Fortschr. Vp<), Cohn (U. Soz.), Noske (Soz.) und Erzberger (Zentr.) bezweifelten dies; das neue Gesetz werde nur einem Bruchteil der rumänischen Juden die Gleichberechtigung bringen. Polen. In der Sitzung des Staatsrats vom 26. Juni gaben jüdische Vertreter ihre Erklärungen ab: Prilutzki: „Die durch mich vertretene Volkspartei steht auf dem Boden der polnischen Staatlichkeit, strebt ein unabhängigej Polen an, das mit allen Bedingungen ausgestattet ist, die zu einer normalen, freien, wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und politischen Entwicklung erforderlich sind. Auf dem Boden dieses Polens fordern wir für das jüdische Volk als für eine nationale -Minderheit eine wirkliche menschliche und bürgerliche Gleichberechtigung sowie eine personal-nationale Autonomie." Eiger (Jüd. Assimilant): „Wir wünschen, zwischen der christlichen und jüdischen Bevölkerung in Polen mögen Grundsätze eines einträchtigen harmonischen Zusammenlebens und einer gemeinsamen Mitarbeit zum Wohl des Vaterlandes herrschen." Pfeffer (Orthodox): „Es wird unser Grundsatz sein, mit'der ganzen polnischen Volksgemeinschaft Hand in Hand zu gehen, würdige und nützliehe Bürger des Landes zu sein. Wir vertrauen unerschütterlich darauf, daß derpolnische Staat . . , auch den Juden Gleichberechtigung und religiöse Toleranz sichern wird/' 1«—10.' Juli 1918 Deutschland. Arn 6. Juli empfing Exz. v. Falkenhausen die Herren Dr. Ad. Fried ein an n und Prof. Dr. M. Sobernheim vom „Komitee für •den Osten" und gab ihnen eine Erklärung über die Judenfrage in Litauen ab. (Siehe die N. J. .M Nr. 19 vom 10. Juli 1918.) Deutschland. Die Herren Abgg. Noske und Cohen-Reuß richteten am 7. Juli an den Herrn Reichskanzler eine kleine Anfrage über die Pogrome in Polen. Amerika. Die größte jüdisehe Tageszeitung New Yorks, der „Vorwärts", wurde wegen des Verdachtes „unpatriotischen interesses'für Deutschland" mit dem Ausschluß vom Postbetrieb durch die amerikanische Regierung bedroht. Der „Vorwärts" verpflichtete sich, um dieser Maßregel zu entgehen, in Zukunft keinerlei Aussprache über den Krieg zu gestatten. Ukrtüna. Tagung des ersten demokratischen Lehrer - Kongresses in Kiew. Zusammensetzung: SGßündisten, 26 vereinigte Sozialisten, 10 Poale-Zionisten, 2 Voiksparteilcr und 14 Parteilose. Wichtigste Resolutionen: 1. Die Unterrichtssprache für alle Lehrfächer der jüdischen Volksschulen ist jüdisch. 2. Dio Landessprache wird so weit gelernt, wie es zum Gebrauch irr* täglichen, Verkehr notwendig ist. 3. Hebräisch wird in den höheren . Klassen gelehrt. 4. Konfessionelle (religiöse) Erziehung darf in der Schule keinen Platz einnehmen. GD0B(3QB0DG3ÜDG3 Lifcrahirbiaä OHSEHüEöüBEO Der Born Judas. Legenden, Märchen und Erzählungen gesammelt von M. J. bin Gorion. IL Band: Vom rechten Weg. (Leipzig, Insel- . Verlag.) Preis geb. Mk. 6,—-. Dem ersten Bande seiner jüdischen Märchen, den Erzählungen „Von Liebe und Treue", der trotz der Kriegszeit — oder wegen der Kriegszeit? — viel gelesen wurde und bereits vergriffen ist, hat der unermüdliche Sammler eine zweite Eteihe folgen lassen, „Vom rechten Wege" genannt. Die Art seines Zusammenstellens zerstreuter Volksdichtungen hat sich, wie er selbst hervorhebt, in diesem Bande ein wenig (jedoch nicht durchgängig) verändert Bildete in der ersten Sammlung das Thema den Grundton, so besteht hier die Einheitlichkeit in der Form und dem Charakter der Legenden und Geschichten. Bin Gorion stellt

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