Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 19 (10.7.1918)
- Article
- Eine Erklärung über die Judenfrage in Litauen
- Date
- 1918-07-10
- Page
- Seite 437 (sequence 3)
- Language
- German
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hat die Verwaltung alle Schritte getan, um dem jüdischen Teil der Bevölkerung berechtigte Wünsche zu erfüllen. Ebenso hat in Litauen die Verwaltung von Beginn de? deutschen Okkupation an die Gleichberechtigung der Juden mit den übrigen Nationalitäten praktisch , vertreten, wie die Hebung der jüdischen Kultur und des jüdischen Schulwesens überall und irr/!; allen Mitteln gefördert. Die Deutsche Regierung muß grundsätzlich dem neuen, von ihr soeben anerkannten Staate die endgültige Regelung seiner inneren Verhältnisse überlassen. Sie hat aber, dem Wunsche des litauischen Landesrats entsprechend, ihre Mithilfe beim Aufbau des neuen Staates versprochen. Soweit hierbei der deutsche Einfluß reicht, wird' sie eintreten für die Erfüllung der berechtigten Forderungen des Judentums. Es -kann keinem Zweifel unterliegen, daß Litauen sich unter deutscher Mitarbeit eine neuzeitliche Staatsverfassung geben wird: eine solche muß selbstverständlich auf der Grundlage gleichen Rechtos für alle ruhen und bietet keinen Raum für Ausnahmebestimmungen , zu Lasten eines Teiles der Bewohner. Die Deutsche Regierung ^rird »daher eintreten für eine rechtliche und tatsächliche Gleichberechtigt?. der Juden als Staatsbürger mit allen Rechten, aber auch allen Pflicht:.'.; solcher. Die Freiheit der Religionsübung gehört zu diesen unantastbaren Grundrechten. Auch das Recht auf Pflege selbständiger jüdiscrer Kultur einschließlich weitgehenden Selbstverwaltungsrechts auf dorn Gebiet des Schulwesens, zur Pflege jüdischer Eigenart und jüdischer Überlieferungen gehört zu den Punkten für die Deutschlands Regierung einzutreten bereit ist. Inwieweit bei dem inneren Aufbau des litauischen Staats d;o Juden als besondere Nationalität zu behandeln sein werden, muß dern Willen und der Einsicht seiner Bewohner überlassen bleiben. Fz ist nicht zu zweifeln, daß bei gegenseitigem Entgegenkommen ir: :.l Verständnis alle in Litauen vereinigten Völkerschalten eincchlic-^lhh der Juden dort eine glückliche Zukunft finden werden." Die Stimme des Bruderbhifes Von Leo Rosenberg, Berlin. Sfj^^fie Stimme des Bruderblutes schreit aus östlicher Erde hinauf, In Weißrußland, der Ukraine, Beßarabien, Kaukasus und Galizion hat sich die Pogrom-Sturzwelle über die niedergebrochenon Dämme der Menschlichkeit ergossen, Menschenleben und Menschen^-ubo in den Abgrund'reißend. In. der Ukraine sühnt Judenblut des Bürgerkrieges und der Parteienzwist Unheil; aus der weißrussischen Erde erblühen den polnischen Legionen blutige Lorbeeren, .Ersatz fLirvergeblich ersehnten Schlachtenruhm. Der Rückzugsweg der russischer Kaukasusheere ist von den Spuren blutiger Judenjagd gezeichnet, t:ir .