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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-25 · Heft 12 (25.3.1918) · p. Seite 287

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 12 (25.3.1918)
Article
Deutschland
Date
1918-03-25
Page
Seite 287 (sequence 2)
Language
German
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267 sehen Judenfrage Interesse nehme und sie bereits zum Gegenstand von Besprechungen im Rahmen der in Bukarest stattfindenden Friedensverhandlungen gemacht habe. Am Empfang nahmen teil die Herren Dr. James Simon (Hilfsverein der Deutschen Juden), Geh. Justizrat 0. Cassel (Verband der Deutsehen Juden), Dr. Paul Nathan (Hilfsverein der Deutschen Juden) und Professor Dr. Franz Oppenheimer (Komitee für den Osten). Herr Rechtsanwalt Dr. Hantke (Zionistische Vereinigung für Deutschland) war durch Abwesenheit von Berlin am Erscheinen verhindert. Ösferreidt Ein Kongreß der Juden Österreichs Der österreichische Judenkongreß wird tagen, er wird eine sehr ernste, ihrer großen Verantwortung bewußte Beratung berufener. Vertreter der Judcnheit Österreichs sein, und er wird lieh Gehör verschaffen. Dies darf nach dem Stande der bisherigen Vorarbeiten gesagt werden. Ein großes Komitee ist gebildet worden, das sich aus Angehörigen aller Berufsschichten zusammensetzt und zunächst eine Vorkonferenz abhalten wird, um die Tagesordnung «es Kongresses zu beraten. Sehr zu begrüßen ist es, daß diesen Kongreß nicht etwa* eine bestehende jüdische Organisation einberufen wird, oder daß er als eine Art Konferenz aller in Betracht kommenden jüdischen Organisationen zusammentritt, so daß nur Delegierte bestehender Parteien, Vereinigungen und Körperschaften Sitz und Stimme hätten. Es wurde vielmehr das demokratische Prinzip festgelegt, direkt an das Jüdische Volk heranzutreten, es zum Zwecke, des Kongresses neu zu organisieren und diese neue KongrcioorganisMtionihreVertre tor wählen zu iassen. Der Vorkonferenz d^s großen Komitees, welche über das Programm des Kongresses zu entscheiden haben wird, liegt zur Beratung und Beschlußfassung ein Entwurf für die Tagesordnung vor. Schon der erste Punkt dieses Entwurfes: „Gewährleistung der Rechte des jüdischen Volkes durch die neuzuschaffende österreichische V e rf a s s u n g", ist insbesondere für diejenigen Gebiete Österreichs, in welchen Judenmassen siedeln - also für G a 1 i z i e n — von so weittragender realpolitischer Bedeutung, daß nicht früh genug eine Diskussion Über den Komplex von Problemen, den dieser Gegenstand begreift, eingeleitet worden kann, damit der Kongreß vernünftige, gesunde und — durchführbare Forderungen an die Regierung zeitigt. Der Entwurf fordert ferner die „Schaffung einer Repräsentanz der gesamten österreichischen Judenschaft auf demokratischer B a s i su. Wir zweifeln nicht, daß diese Aufgabe dem Kongreß gelingen wird. Es handelt sich hier um die Kardinalforderung nach endlicher Gründung der Reichsorganisation der jüdischen Gemeinde TVy welche wiederholt versucht wurde, aber am jüdischen Partikularismus scheiterte. Die krisenhafte Lage des jüdischen Volkes hat die kleinlichen Gegensätze — insbesondere die zwischen Ost und West — beseitigt, das vorhandene Material früherer Tagungen wird der Kongreß zu nützen wissen, und eine moderne Repräsentanz ohne Schwierigkeit ins Leben rufen. Ebenso zeitgemäß und zu begrüßen ist der Punkt des Programraentwurfs: „Erhaltung und Förderung des P a 1 ä s t i n a w e rk e s". Das Interesse für das jüdische Zentrum in Palästina teilen jetzt mit den Zionisten sehr weite jüdische Kreise, und schon mit Rücksicht auf dr.3 brennende galizisch-jüdische Emigrationsproblem und die nötige Gründung einer großzügigen Kolonisationsgesellschaft ist dieser Punkt der Tagesordnung von weittragender Bedeutung. Auch die für Galizien so wichtige Frage des Wiederaufbaues der im Kriege vernichteten jüdischen Existenzen, ferner das Problem der Jugendfürsorge sind in diesem Programmentwurfe vorgesehen. Schließ-

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