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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-10 · Heft 11 (10.3.1918) · p. Seite 266

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 11 (10.3.1918)
Article
[Rezension] / H. P.
Date
1918-03-10
Page
Seite 266 (sequence 2)
Language
German
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Z66 Abschnitte des Alten Testaments, insbesondere die Gesehleehtsregister und Chronologien werden nur dann verständlich, wenn man beachtet, „daß dem ganzen Namenmaterial des Alten Testaments yon der iiitesten biß . in die späteste Zeit ,Qcmatria* zugrunde liegt". „Gematria", das ist der technische Ausdruck der alten jüdischen Literatur für Zahlensymbolik. Y/ir haben da also gleichsam in modern wissenschaftlicher Form eine alte Art der Bibelauslegung. Man erinnert sich an den jüdischen Kommentator zum Pentateuch aus dem Mittelalter, der nur mit „Gematria" arbeitet. Auch in der jüngsten Vergangenheit hat unser Verfasser Vorläufer gehabt, die er aber nicht erwähnt. Ein paar Proben mögen eine Vorstellung vom Gedankengangder Untersuchung geben. Man weiß, daß den hebräischen Buchstaben Zahlenwerte entsprechen. Es hat also jedes Wort seinen Zahlen wert. Die 7 ist nach dem Verfasser im Alten Testament ein Glücksfaktor. Der Seher Gad, ein Zeitgenosse Davids, hat den Wert 7. Dieser selbst 2X7. Der vierbuchstahige Gottesname mit dem Zahlenwert 13 versinnbildlicht den Überschuß (12 ist der Vollständigkeitsfaktor). Die 1 bedeutet das Eine Absolute; ebenso die Reihen 1, 11^ 111 usw., 2 den Geist, 3 den Stoff, 5 die Psyche (2 + 3). Die Arbeit . zeugt von großem Scharfsinn und von einer systematischen Durcharbeitung des ganzen Materials. Auch wer die.Theorie des Verfassers grundsätzlich ablehnt, wird gewiß frappiert sein von einzelnen Aufstellungen. Es würde zu weit führen, hier nachzuweisen, warum trotz mancher schönen Einzel* bemerkung die ganze Theorie dennoch abgelehnt werden muß. Es konnte sein, daß sich noch eher Gegner der Bibelkritik mit der Grundthose abfinden, als die Anhänger der verschiedenen Richtungen der kritischen Bibelauslcgung. Denen wird es nicht schwer fallen, je nach der Schule, der sie angehören, diese oder jene Ausführungen des Verfassers ad absurdum zu führen. Sollten aber Fischers Thesen angenommen werden, so würden große Teile in dem Gebäude der Bibelkritik zusammenstürzen. Wahrscheinlich aber werden sich sowohl die Anhänger der Tradition wie auch die Bihelkritiker ausnahmsweise einig darin sein, daß bis auf einzelne wertvolle Beobachtungen die Theorie als Ganzes keinen Bestand haben wird. H. P. [üllIOlIDlEöSflQ®© Bücherschau 03 03 03 ED ÖD 00 03 Arno Nadel, „Adam." Insel-Verlag 1917, Preis geb, 4 M. Prof. Dr. Frans Oppenheimer, „Genossenschaftliche Kolonisation in Palästina." Herausgegeben vom Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds, Haag 1917. Dr. Hans Praesent, „Bibliographischer Leitfaden für Polen". Gea-Verlag, Berlin 1917, Preis geb. 3,50 M. Scfcolcm ASechem, „Aus dem nahen Osten". Novellen. Georg Müller Verlag, München/Berlin. Elsa Laeker-Schüier, „Die gesammelten Gedichte". Verlag der Weißen Bücher, Leipzig 1917. 5,00 M, Preis geh. Prof. D, Fritz Stier-Somlo, „Grund- und Zukunftsfragen deutscher Politik". A. Marcus u. E. Webers Verlag, Bonn 1917, Preis geh. 6 M. N. E. Verow, „Die große russische Revolution." Verlag für Sozialwissenschaften G. m. b. H., Berlin 1917, Preis 2,50 M. E. Zivter, „Polen." Verlag Fr. And. Perthes A.-G,, Gotha 1917, Preis geh. 6 M. J. S. Ztiri (Schesak), „Rab. Sein Lebe» und seine Anschauungen/4 Buchdruckerei G. v. Ostheim, Zürich 1918. Zweig, Stefan, „Jeremias." Eine dramatische Dichtung in neun Bildern. Insel-Verlag, Leipzig 1917, Preia geh. 4M. Verantwortlich für die Schriftleitungr und für den Verlag: Martin Goetz, Berlin-Charlotten burff. ftacnclxuck der Beiträge den Tageszeitungen mit genauer Quellenangabe-gestattet. Gedruckt bei Julius Sitteufeld, Hofbuchdrucker., Berlin W

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