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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-10 · Heft 11 (10.3.1918) · p. Seite 265

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 11 (10.3.1918)
Article
[Rezension] / A. E.
Date
1918-03-10
Page
Seite 265 (sequence 2)
Language
German
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265 schwangen, muß man bei der Elkan- ' sehen „Sühnehochzeit" (die wir zu den stärksten Kunstwerken, die die Ostjuden zum Gegenstand haben, zählen) an einen Goya denken. Die kiausc Phantastik eines Perez in der „Nacht auf dem alten Markte" erscheint zahm und blaß gegen die von Elkan gesehene und wiedergegebene Wirklichkeit. Das Buch enthält sechs Stücke, von denen nur das erste ausschließlich von Juden handelt; jüdische Impressionen sind aber auch in allen übrigen verstreut. Die zwölf temperamentvollen Federzeichnungen des Verfassers haben eine entfernte, wohl zufällige Ähnlichkeit mit den Arbeiten des französischen Zeichners Rouveyre. Das Buch ist mit erlesenem Geschmack gedruckt und ausgestattet. A. E. Else Lasker-Schüler: „Die gesammelten Gedichte". Verlag der Weißen Bücher, Leipzig. 1917. 5 M. t Der zu früh verstorbene Peter Hille schrieb über sie: „Else Lasker- Schüler ist die jüdische Dichterin. Von großem Wurf. Was Deborah!'1 Der Dichter Hille erkannte das tiefste Wesen der Dichterin Lasker- Schüler. Was die Herausgeber der „Zionsharfen" und ähnlicher deutschjüdischen Anthologien und die Veranstalter der „Vortragsabende jüdischer Dichtung" nicht wissen, war ihm bekannt: Else Lasker-Schüler ist nicht nur jüdischer als alle jüdischen Tendenzdichter und selbst als die echten deutsch-jüdischen Dichter (wie Heine); sie ist vielleicht der einzige wahrhaft jüdische Dichter deutscher Zunge. Ihr Judentum ist nicht Tendenz, nicht Überzeugung, nicht Fcrm und Verkleidung, sondern Blut. Diese in Elberfeld geborene deutscho Jüdin ist sogar jüdischer als die Dichter des gepriesenen ost-jüdischen Reservoirs, von dem da behauptet wird, daß es allein noch jüdische Kunst hervorbringen könne. Vor zehn Jahren noch von vielen verlacht, nur von wenigen, sehr wenigen erkannt und anerkannt, hat sie sich allmählich den ihr gebührenden Platz in der Literatur erkämpft, und ihre Gedichte liegen nun in einem stattlichen, entzückend gedruckten Bande gesammelt vor. Beim^Lesen dieses Bandes müssen wir immer und immer wieder staunen, wie tief Peter Hille diese Dichterin schon vor fünfzehn Jahren erkannt hat. Jüdisch, ja noch mehr: heb rä i s c h sind alle ihre Gedichte und nicht nur die so betitelten „Hebräischen Balladen". Wo wir das Buch auch aufschlagen, aus allen seinen Blättern weht uns der echte Duft des Hohenliedes entgegen; keine Stilisierung, keine Maskerade, sondern echter jüdischer Prophetengeist, wie er uns heute nur noch in Bialiks Werken entgegentritt. Else Lasker-Schüler schreibt deutsch. Wir wissen nicht (und bezweifeln es sehr), ob sie Hebräisch versteht, ob sie den Zauber der quadratischen Lettern kennt. Und doch ist ihre Sprache hebräischer als das Deutsch sämtlicher Bibelübersetzungen (auch der Lutherschen) und als das Jüdisch aller ostjüdischen Dichter. Wir stehen vor einem WTunder. Das Phänomen Else Lasker-Schüler wirft alle Theorien vom Ost- und Westjiulcntum und von den für die zu schaffende „wahre" jüdische Kultur notwendigen Vorbedingungen um. Es läßt nur ein Gesetz gelten: das Gesetz des Blutes. „Was Deborah!" sagt Peter Hille. „Sie hat Schwingen und Fesseln, Jauchzen des Kindes, der seligen Braut fromme Inbrunst, das müde Blut verbannter Jahrtausende und greiser Kränkungen." Wir empfohlen das herrliche Buch allen, die die Seele Israels lieben und suchen und sie in den „Zionsharfen" und in den Programmen der „Vortragsabende jüdischer Dichtung" vermissen. A. E. Prof. Oskar Fischer: „Der Ursprung des Judentums im Lichte alttestamentlicher Zahlensymbolik." Leipzig, Dieterieh'sche Verlagsbuchhandlung 1917. 131 Seiten 8 °. Der Titel läßt eine zusammenhängende Untersuchung zur Geschichte Israels oder des Judentums vermuten. Das ist aber nicht der Fall. Der Verfasser verficht hier die schon früher von ihm vertretene These von der Bedeutsamkeit der Zahlensymbolik im Alten Testament. Man*kann seinen' Hauptgedanken ungefähr so zusammenfassen: Violy

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