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Neue jüdische Monatshefte · 1918-03-10 · Heft 11 (10.3.1918) · p. Seite 244

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 11 (10.3.1918)
Article
Viod
Date
1918-03-10
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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244 widerstreitenden Elemente auch daran zu halten. Aber es ist doch die Hoffnung gegeben, daß es auf die Dauer glücken wird. Denn die Zeit selbst, unsere große von Zukunft schwangere Zeit, hat mehr zu dem Werk der Einigung getan als alle Bemühung Einzelner. Sollten neben den starken sachlichen Differenzen früher vielleicht auch persönliche Empfindlichkeiten, schmerzhafte Narben alter Kämpfe vorhanden gewesen sein: die Zeit hat uns alle gelehrt, wie klein der Einzelne gegenüber dem großen Gang der Geschichte ist. Und die sachlichen Differenzen sind in dieser und durch diese Zeit des katastrophalen Geschehens immer kleiner geworden, die Antithesen haben sich immer mehr jener Synthese genähert, die wir vom „Komitee für den Osten" schon vor Jahren sich vorbereiten sahen. Die Probleme des Zionismus, der Ansiedlung in Palästina, des Minoritätenrechtes im Osten sind in eine ganz neue Beleuchtung gerückt, haben in den offiziellen Kreisen eine ganz andere Würdigung erfahren, und werden heute auch von den deutschen Juden ganz anders empfunden und beurteilt. Die Extremisten von rechts und links sind verstummt oder haben sich zu gemäßigten Anschauungen bekehren müssen. Was aber noch von sachlichen Differenzen geblieben sein mag, das tritt heute ganz und gar in den Hintergrund gegenüber den ungeheuren praktischen Aufgaben, die uns wieder die Zeit stellt, Aufgaben, die nur ein in sich geeinigtes, in machtvoller Vertretung geschlossenes , deutsches Judentum zu lösen hoffen kann. Die Mitwirkung an der Neuordnung des jüdischen Daseins in Kurland, Litauen," Polen und vor allem in Rumänien, sowohl nach seiner verfassungsmäßigen Begründung wie nach seinem ökonomischen Ausbau und Neubau, und nicht minder dio Sicherung unserer eigenen politischen, sozialen und ökonomischen Stellung in der Heimat gegenüber dem neu aufgepeitschten Antisemitismus: da3 sind Probleme, die die ganze Kraft des geschlossenen Ganzen erheischen werden. Quod felix, faustum, fortunatum sit! Einigkeit Von Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs, Berlin CfS errenhaus-, Palästina- und Friedenskongroßfrage haben in i lfffi[ £ letzter Zeit die Gemüter der jüdischen Deutschen heftig betul&Mi? wegt und drohten neue Zwietrachtsquellen zu werden. 1. Soll die Vertretung der jüdischen Religionsgemeinschaft im Herrenhaus im Wege eines Vorschlagsrechts durch Vorschlagskörper oder im Wege einer Berufung aus königlichem Vertrauen zu erfolgen haben? 2, Welche Stellung sollten die jüdischen Deutschen zu der Palästina-Erklärung der Engländor nehmen und

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