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Neue jüdische Monatshefte · 1917-12-25 · Heft 6 (25.12.1917) · p. Seite 145

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1917-1918
Issue
Heft 6 (25.12.1917)
Article
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Date
1917-12-25
Page
Seite 145 (sequence 2)
Language
German
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gefunden haben, habe ich — widerwillig: genug — eine Polemik gegen die .Neuen Jüdischen Monatshefte1 verbunden und ich habe raeinen Gegensatz zu den ,Neuen Jüdischen Monatsheften* sowie überhaupt zu den von mir gekennzeichneten Strömungen in einer Reihe von Thesen niedergelegt; ich habe es als bedauerlich erklärt, solche Polemik vor nichtjüdischen Lesern beginnen zu müssen und als ,nicht wohl angängig, nochmals die Gastfreundschaft eines nichtjüdischen Blattes in Anspruch zu nehmen*, und ich habe mich daher gegenüber Professor Dr. Franz Oppenheimer, dem geistigen Leiter der ,Ncuen Jüdischen Monatshefte/, anheischig gemacht, den Beweis für meine Behauptungen in den ,Neuen Jüdischen Monatsheften' selbst zu erbringen. Daß ich diese Herausforderung gerade an Dr. Oppenheimer richtete, habe ich damit begründet, daß Dr. Oppenheimer selbst eine ähnliche Herausforderung an Karl Kautsky, den Herausgeber der .Neuen Zeit', gerichtet hat, und ,daß ich mich der Hoffnung hingebe, daß er die Ritterlichkeit, die er im politischen Kampfe fordert, auch gegenüber seinen eigenen jüdischen Gegnern beweisen werde'. In dieser Hoffnung habe ich mich allerdings gewaltig getäuscht. Dr. Oppenheimer verweigert mir nicht nur die Gelegenheit, meine Behauptungen zu beweisen, sondern er verschweigt seinen Lesern auch völlig den Inhalt meiner Herausforderung sowie die Begründung, die ich meinem Appell an seine Loyalität gegeben habe. Jeder urteilsfähige Leser, der Oppenheimers Entgegnung mit meinem Artikel im .Freien Wort' vergleicht, wird ohne weiteres erkennen, ein wie verzerrtes Bild Oppenheimer von meinen Darlegungen gibt. Aber auch .sonst enthält Oppenheimers Antwort nicht den schwächsten Versuch einer sachlichen Auseinandersetzung, sie ist nichts als ein Gemisch von Verdächtigungen und Beschimpfungen. Hierbei hat Oppenheimer noch nicht einmal das Recht der Priorität, denn er gibt jetzt nur die Invcktiven weiter, die Kautsky vor fünf Jahren gegen ihn selbst gerichtet hat. Es wird Gelegenheit sein, der Kampfesweise dos Mannes entgegenzutreten, der in seinem Vorwort zur .Sozialen Frage' (Jena 10 L3) .die Ritterlichkeit eines ehrlichen Kampfes' fordert und als erste Bedingung aufstellt: »Zuerst ist des Gegners Beweisführung 1 korrekt, ja Hebe voll, ihrem vollen Inhalt nach, und zwar in eindeutiger, logischer Formel darzustellen.' (S. 5.) Des ferneren werde ich in einer an die Redaktion der ,Neuen Jüdischen Monatshefte' zu sendenden Berichtigung trotz des engen, durch § 11 des Preßgesetzes .gegebenen Raumes die objektive Unwahrheit der von Oppenheimer gegen mich aufgestellten Behauptungen und Verdächtigungen nachweisen können. Die besondere, über die persönliche- Frage weit hinausgehende Bedeutung der Angelegenheit sowie auch die Kriegsverhältnisse bedingen aber einen Aufschub der Angelegenheit. Ich muß daher insoweit die jüdische Öffentlichkeit bitten, mit ihrem Urteil zurückzuhalten, bis ihr das gesamte Material vorliegt. Dünzlau, 18. November 1017. Dr. E. E. S c h w e i z e r." Herrn Dr. jur. E. E. Schweizer haben wir nichts weiter mitzuteilen. Wohl aber dürfen wir Herrn Prof. Ludwig Geiger unser Erstaunen darüber ausdrücken, daß er den erneuten Angriff eines offenbaren Querulanten, der sich durch Art und Ort seiner ersten Attacke das Recht auf sachlich«* Diskussion verscherzt hatte, in seinem Blatt aufgenommen hat. Uns kann es als „Konkurrenz'4 schließlich recht sein, wenn der Kredit der „Allgemeinen 'Zeitung des Judentums44 noch tiefer sinkt, als es bisher unter der Redaktion ihres Schriftleiters bereits geschehen ist. Aber wir würden es im allgemeinen Interesse der judischen Presse doch bedauern, wenn die Gepflogenheiten des „Arizona-Kickers44 aus Wild-Texas in ihr überhand nähmen. Prof. Dr. Franz 0 p p e n h e i m e r.

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