Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1917-1918
- Issue
- Heft 6 (25.12.1917)
- Article
- Verwandlungen
- Date
- 1917-12-25
- Page
- Seite 140 (sequence 2)
- Language
- German
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i40 Eine Bewegung — der Mägid kommt nun wirklich ... Eine imposante Erscheinung! Mab und Selbstbewußtsein im wundervollen Blick der Augen. Das Gesicht verklärt und verinnerlicht. Ehre heischend und erhaben stand seine Erscheinung vor mir . . . Mich ergriff tiefe Ehrfurcht und schmerzliche Wehmut . . . Ich habe doch den selben Mann am Vormittag nach der Stadtküche schleichen 'sehen ... Wunderbar bist du, Volk Israel! Du leidest, aber in der Stunde der Begeisterung, der Hingabe an das Überirdische, weißt du hoch über ddn Leid dich zu erheben . . » Plonsk, 1917. Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft Von Hermann Cohen 19. Einheit oder Einzigkeit Gottes II, Die Schöpfung STg^8 ist ein Vorzug des Begriffs der Einzigkeit vor dem der Einheit ^fdlgi Gottes, daß durch sie das Verhältnis zur Natur und zur MenschenlilfSy weit unmittelbar gesetzt wird. Die Natur bleibt kein Rätsel für den Menschengeist, daß er sich nur zu enträtseln vermöchte durch die Annahme, daß Gott selbst in der Natur sich verwirkliche und daher mit der Natur schlechterdings identisch sei. Diese Lehre des Pantheismus ist ja nur als eine Ausflucht zu denken gegenüber der Ratlosigkeit und Unbegreiflichkeit des Daseins der Natur. Die Natur schiene sonst dorn Zufall überantwortet, wenn nicht Gott in ihr sich verwirklichte. Der einzige Gott rettet vor diesem Gedanken der Verzweiflung des Menschengeistes. Die Natur bleibt nicht das Rätsel des Zufalls, und dieses Rätsel braucht nicht seine Lösung zu suchen in einem solchen Gottesbegriffe, der den Unterschied von Gott und Natur aufhebt, sondern die Einzigkeit Gottes wird der Erldärungsgrund für das Dasein der Natur. Wie der Begriff des Seins überhaupt als Voraussetzung sich bewährt für die wissenschaftliche Erforschung des Werdens, so auch ist die Einzigkeit des göttlichen Seins die notwendige und die fruchtbare Voraussetzung für das Problem der Natur und der MenschenweU. Es ist ein wesentliches Moment im Begriffe des einzigen Gottes, datö die Natur und die Menschenwelt ein Dasein erlange. Gott und Natur sind nicht zwei Potenzen, die nebeneinander, geschweige einander gleich, bestehen könnten, sondern die Einzigkeit Gottes hat zu ihrer begriff-? liehen Konsequenz das Dasein der Natur. Die Schöpfung ist ®in notwendiges Attribut Gottes. Die Schöpfung ist daher kein Widerspruch gegen die Vernunft, so wenig als die Einzigkeit Gottes ein solcher Widerspruch wäre. Die Schöpfung ist auch kein Mysterium, das die Erkenntnis weise der Re-