Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 15-16 (10.5.1917)
- Article
- Über den jüdischen Sozialisten und die jüdische Arbeiterbewegung in Rußland unterrichten folgende in deutscher Sprache erschienenen Werke [Nachricht]
- Date
- 1917-05-10
- Page
- Seite 467 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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467 Wlad.W.Kaplun-Kogan: „Die jüdischen Wanderbewegungen". A. Marcus & E. Webers Verlag, Bonn 1918. Untersucht im Zusammenhang mit dem Wanderungsproblem die Lebensbedingungen des jüdischen Proletariats in Rußland. Wfad.W.KapIun-Kogan: „Die Lage des jüdischen Proletariats in Rußland", „Rußland von Innen14, Sonderheft der „Süddeutschen-Monatsh.". Juli 1915. Eine kurzgefaßte Darstellung, die in allgemeinen Zügen die Entstehung, die Lage und die Organisationen des jüdischen Proletariats schildert. Dr. S. Margolin: „Die wirtschaftliche Lage der jüdischen arbeitenden Klassen in Rußland", Archiv für Sozialwissenschaft usw. Bd. *2C, 1908. Eine hervorragende nationalökonomische Studie mit feinen statistischen Betrachtungen; als erste Einführung sehr zu empfehlen. Wladimir Medem: „Briefe eines Auferstandenen" , „Kriegsgefangen", Sonderheft der „Süddeutschen Monatshefte", März .1916. Ein ergreifendes Tagebuch des bekannten jüdischen Sozialisten, des Führers des Bundes. S. Rabinowitsch: „Die Organisation des, jüdischen Proletariats", Karlsruhe' 1908. Eine etwas ins Detail gehende Schilderung der Organisation der jüdischen Arbeiter in einer Stadt; enthält als Einleitung einen sehr interessanten geschichtlichen Rückblick. Nadja Straßer: „Die Russin", S. Fischers Verlag, Berlin 1917. Enthalt rührende Schilderungen auch der bekannten jüdischen Revolutionärinnen. Der polnische Staatsrat und die Rechte der nationalen Minderheiten Von S. Jonassohn, Warschau. ie verlautet, hat der polnische Staatsrat in einer seiner letzten Sitzungen einen bemerkenswerten Beschluß gefaßt. Anläßlich der bevorstehenden übernähme des Schulwesens hat er sich nämlich dahin geäußert, daß er bereit ist, als nationale Minderheiten in Polen die Litauer, Ruthenen, Weißrussen und Deutschen (in dieser Reihenfolge.!) anzuerkennen, keinesfalls aber die Juden. Für die ersterwähnten vier Nationalitäten ist er bereit, gewisse Zugeständnisse in national-kulturellem Sinne zu machen, nicht aber für die Juden, die er als ein „zugewandertes" Element bezeichnet, ganz nach rumänischem Muster! Dieser Beschluß ist sehr interessant nicht nur vom Standpunkt, der Interessen der Juden, sondern der Gesamtheit der nationalen Minoritäten. Vor allem drängt sich die Frage auf, seit wann der polnische Staatsrat überhaupt geneigt ist, mit den Rechten der nichtpolnischen Nationalitäten zu rechnen. Hätte der Staatsrat ernstlich die Interessen der nationalen Minoritäten in Betracht ziehen wollen, so hätte er dazu gleich bei seiner Gründung reiche Gelegenheit gehabt. Wie bekannt, ist der Staatsrat nicht schlechthin ernannt worden. Er wurde berufen auf Grund einer Präsentation des polnischen Nationalrates, in dem samt