Neue jüdische Monatshefte
- Journal
- Neue jüdische Monatshefte
- Volume
- 1916-1917
- Issue
- Heft 14 (25.4.1917)
- Article
- Blätter aus dem Felde
- Date
- 1917-04-25
- Page
- Seite 418 (sequence 4)
- Language
- German
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418 Mit der Zeit freundeten wir uns an. Das Haus, der Garten, der Wald, der Hund, der womöglich noch struppiger geworden war, und ich, der unlegitimierte Ebräer. War es hübsch, Menschen das bißchen Recht am Leben und Vegetieren zu mißgönnen? Warum wollten die Kleist und Behrens einem Kaufmann, den die Nacht auf der Bahn überraschte, hier nicht die kurze Herberge gönnen oder gar einem, den Liebe zur. Einsamkeit und zum Land trieb, den Aufenthalt nehmen? Ihr habt wohl nicht daran gedacht, was es heißt, von Haus und Hof gejagt zu werden, rechtlos zu sein wie ein Gebannter ♦.. Eines Tages hörte ich auf dem Hofe lärmende Stimmen. Herr Behring war da, ging in Begleitung eines Landgendarmen einmal durch die Ställe, das Haus und verabschiedete sich, indem er mir die Hand und den Rock vielfach küßte. Dicht hinter der Schußlinie konnte er nicht wohnen. Er war hier nicht geduldet Der Hund sah traurig hinter ihm drein, vergaß ganz zu bellen oder zu heulen und dachte wohl nach, wie schlecht seinem Herrn das Brot der Verbannung schmecke. Dann betrachtete er mich argwöhnisch. Ich hätte mich gern mit ihm unterhalten. Hunde sprechen aber bekanntlich nicht. Sein Herr hatte mangels Sprachkenntnisse mich auch nicht verstanden. Ich verzichtete also den angestammten Hausbewohnern gegenüber zu philosophieren, daß es oft anders käme, als man denkt. Daß die Herren Kleist und Behring vogelfrei wären wie russische Juden, daß der alberne Vertrag vor der Weltgeschichte als lächerliche Geschmacklosigkeit in ein Nichts versinke .... Der Hund aber schlich hinter das Haus, wo zwei Fahrer nunmehr ungeniert eine Kartoffelmiete ausnahmen, große Herbstkartoffeln, die gut schmecken mußten. Ein Wort zur buddhistischen Bewegung in Deutschland?as „Literarische Zentralblatt für Deutschland" verzeichnet in llra ^l ße*ner Nummer vom 4. November 1916 nicht weniger als zwölf Werke, darunter acht in deutscher Sprache, die in jüngster Zeit über den Buddhismus erschienen sind. Wenn auch die meisten dieser Werke den Buddhismus vom rein wissenschaftlichen Standpunkte Von Prof. Dr. S. Krauss, Wien