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Neue jüdische Monatshefte · 1917-03-10 · Heft 11 (10.3.1917) · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 11 (10.3.1917)
Article
[Rezension]
Date
1917-03-10
Page
Seite 328 (sequence 2)
Language
German
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32S heit wird geschildert unter einem Gesichtspunkt, der für die Gegenwart erst maßgebend geworden ist. Und man mutö sagen: gerade das Konstruktive verleiht den im lebendigen und flotten Stil vorgetragenen Anschauungen ihren großen Reiz. So ist es für diese Art von Darstellung nur vom Vorteil, daß das Ganze nur hingeworfen und nicht nach strengwissenschaftlichen Grundsätzen aufgebaut und durch wissenschaftliche Beweisführungen und Belege ergänzt ist. Als ein Programm zu einer größeren Arbeit will die Broschüre gewürdigt und gelesen werden. — Der zweite Teil, der sich mit Palästina befaßt — einige Stellen aus diesem Teil wurden im Heft 5 der Monatshefte veröffentlicht —, deckt in recht gelungener Weise die welthistorische Bedeutung Palästinas innerhalb der großen Geschehnisse des Altertums auf. W. W. Kaplun-Kogan, Berlin. Kriegsgefangene. Hundert Steinzeichnungen von Hermann Struck, Begleitworte: Einführung in die Grundzüge der Anthropologie von F. von Luschan. Mit 60 Textbildern nach Originalaufnahmen. Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) Berlin. In 3 Ausgaben: Vorzugsausgabe, jedes Blatt vom Künstler eigenhändig unterzeichnet, Preis 500 M., Quartausgabe, Preis 20 M, und Volksausgabe ' 2 M. Es war eine recht glückliche Anregung des Herrn Grafen v. Oppersdorf^ dem die Entstehung dieses Werkes zu verdanken ist. Die klare und sehr interessante Einführung von F. v. Luschan liest sich sehr leicht, die wunderschönen Zeichnungen von Hermann Struck gewähren den Lesern einen echten Genuß; die vier jüdischen Bilder sind überaus charakteristisch, und es wäre nur sehr zu wünschen, wenn in einem besonderen Werke uns noch mehr jüdische Zeichnungen geboten werden könnten. Ein solches Werk, das hoffentlich noch entstehen wird, würde zur Bereicherung der wissenschaftlichen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage recht viel beitragen können. W. R. Martin Buber, „Drei Reden über das Judentum", 3. bis 4. Tausend. Rütten & Loening. Frankfurt a. M. 1916. Preis geh. 2 M. In stillen Stunden der seltenen Feiertage las ich diese Reden — zum wievielten Male? An den Feiertagen, da ich frei war, weil der Kalender allgemeines Ausruhen befahl, und an den Feiertagen, die ich mir in der Hast der Zeit erzwang, um allein mit mir und meinen Auserwählten zu bleiben. In der Hast der Zeit, in der der Augenblick herrscht, griff ich zu diesen Reden, um des Bleibenden und Ewigen meines Judentums zu gedenken. Die erste Rede: Das Judentum und die Juden. Über die Entscheidung des Juden handelt sie, über das, wodurch sich der Jude von den anderen unterscheidet: über das, was „unser Blut in uns bedeutet". Die zweite Rede: Das Judentum und die Menschheit: Eine tiefe Betrachtung über das, wodurch sich das Judentum in der Menschheit auszeichnet, über das Streben zur Einheit, über ihre Verwirklichung und darüber, wie sie von jedem einzelnen 'vollbracht werden kann. Die dritte Rede: Die Erneuerung des Judentums, die „nicht lediglich eine Verjüngung oder Neubelebung, sondern eine wahrhafte und voll-, kommene Erneuerung" werden soll. Es ist Qin seltener Genuß, diese Reden zu lesen und sich mit den, in einer faszinierend schönen Sprache vorgetragenen Anschauungen auseinanderzusetzen. Die Reden sind ein wundervolles Geschenk für alle, die in stillen Stunden der seltenen Feiertage das Bedürfnis haben, über ihr Judentum nachzudenken. Die zweite Auflagt des Buches ist von Rütten u. Loening in Frankfurt am Main mit viel Sorgfalt in einfachem schönen Gewand herausgegeben. Das kleine Format paßt überaus gut zu dem intimen Charakter des Inhalts. C. E. Verantwortlich für die Schriftleitung: Martin Goetz, Berlln-Charlottcnburg. Nachdruck der Beitrage den Tageszeitungen mit genauer Quellenangabe gestattet. Gedruckt bei Julius Sittenfeld, Hofbuchdrucker., Berlin W.

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