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Neue jüdische Monatshefte · 1917-02-25 · Heft 10 (25.2.1917) · p. Seite 287

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Journal
Neue jüdische Monatshefte
Volume
1916-1917
Issue
Heft 10 (25.2.1917)
Article
Zwei Tagungen der deutschen Juden - Hauptversammlung des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
Date
1917-02-25
Page
Seite 287 (sequence 2)
Language
German
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267 wirksamen Betätigung von über das ganze Reich zu verbreitenden Berufsberatimgsstellen für Juden, deren Hauptstelle in Berlin dorn Zentralverein angegliedert worden ist, unseren kriegsbeschädigten, unseren demnächst aus dem Felde heimkehrenden und später allen unseren erwerbstätigen Glaubensgenossen zugute kommen soll. So entstand ein Bild von der abwehrenden und von der schaffenden Tätigkeit des Vereins, die den Ausblick auf die Zukunft, gestattet; gar manches ist erreicht, gar manches noch zu wünschen, gar manche Errungenschaft wird zu verteidigen und vieles wird zu leisten sein, um unsere nur allzu lange unterdrückten und sich vielfach auch jetzt noch bedrückt fühlenden Glaubensgenossen zu heben. Möge die Arbeit des Zentralvereins auch in Zukunft eine segensreiche bleiben, möge er in frischem Kampfe verharren gegen Feinde aus unserer Mitte, wie von außen, allezeit treu bereit zu des Reiches und unseres Glaubens Herrlichkeit! Chassidische Legenden* milgeielli von M. J. bin Gorion Der Rabbi und seine Schnur Ein heiliger Rabbi hatte einen jungen Sohn, und diesem war die Frau gestorben. Da rief der Rabbi zwei angesehene Männer der Stadt zu sich und sprach zu ihnen: Erfüllt mir die Bitte, reiset nach der Stadt so und so, freit die Tochter des Frommen so und so meinem Sohne zum Weibe und bringt das Magdlein hierher. Die Männer taten, wie ihnen von ihrem Meisier befohlen worden war. Sie mieteten einen ansehnlichen Wagen, ließers ihn mit Pferden bespannen, nahmen schöne Gewänder mit, um damit Staat zu machen, und begaben sich auf den Weg in die ferne Stadt. Dort angelangt, stiegen sie in einem Gasthause ab, und sobald sie von dem Wege sich ausgeruht und ihr Gebet verrichtet halten, gingen sie in das Haus des Frommen. Dieser Fromme war ein Mann, der sich von den Dingen der Welt abgewandt hatte, und Tag und Nacht vor der Lehre saß. Seine Frau sorgte allein für den Unterhalt des Hauses. Als nun die fremden Männer in die Wohnung traten, war die Frau gerade aus dem Bethause heimgekehrt. Sie fragte: Wo kommt ihr her, ihr lieben Freunde? Die Männer erwiderten: Aus dem Orte so und so. Das Weib fragte weiter: Und was habt ihr hier vor? Ist es ein Anliegen des Handels oder sonst ein Vornehmen? Da erzählten ihr die Abgesandten des Rabbi, wozu sie gekommen " * Aus dem Werke ,Der Born Judas', das Im Insel-Verlog zu Leipzig erscheint.

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